Klaus Kinold und Markus Priller in München

Von Thomas_robbin

Klaus Kinold zählt zu den bekanntesten Architektur­fotografen der Gegenwart. Seit vielen Jahrzehnten dokumentiert er Bauwerke namhafter Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier, Mies van der Rohe oder Frank O. Gehry. Noch bis zum 2. November sind großformatige Arbeiten Kinolds, neben Holz- und Metall­skulpturen des Bildhauers Markus Priller, in der Münchner Galerie Stefan Vogdt zu sehen. 

Ausstellungsbeschreibung

Klaus Kinold zählt zu den bekanntesten Architekturfotografen der Gegenwart. Von Walter Gropius, Le Corbusier und Mies van der Rohe bis Frank O Gehry, Alvar Aalto, Richard Meier und Herzog & de Meuron, es gibt kaum ein bedeutendes Bauwerk, das Kinold nicht in seinen durch Klarheit, Objektivität und Nüchternheit geprägten, unverwechselbaren großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentiert hat. Kinold, 1939 in Essen geboren, hat bei Egon Eiermann in Karlsruhe Architektur studiert. Dies ist ein Schlüssel zum Verständnis seiner Arbeit. Von Eiermann lernte er die Präzision des Gestaltens und den klaren nüchternen Blick, der sich auf seine Fotografie übertrug.

„Ich will Architektur zeigen, wie sie ist oder, wie ich mir vorstelle, dass sie der Architekt gesehen haben will“, sagt Klaus Kinold. Er sieht sich dabei als Vermittler zwischen Architekt und Publikum und versteht sich nicht als Künstler. Daher verzichtet er auf extreme Blickwinkel, verzerrende Perspektiven oder Schlagschatten. Er modelliert bei weichem, fast diffusem Licht und sucht nach einem natürlichen Standpunkt. Eine digitale Nachbearbeitung des Sujets findet nicht statt. Seine Fotografien spiegeln seinen Respekt vor dem Bau und fangen Ästhetik, Konstruktion und Materialität ein.

Dieses Selbstverständnis schätzen nicht nur seine renommierten Auftraggeber, die ihre Bauwerke mit seiner Hilfe einem internationalem Publikum präsentieren können. Auch Sammler und Museen zeigen großes Interesse und Anerkennung für die Fotografien des Wahlmünchners, die, auch wenn er kein Künstler sein möchte, in ihrer Ästhetik, Qualität und Perfektion kunstvoller nicht sein könnten.

Neben den großformatigen Fotografien von Klaus Kinold präsentiert Stefan Vogdt neue, raumgreifende Arbeiten von Markus Priller. Die Skulpturen des 1956 geborenen Österreichers aus Holz und Metall zeugen von der besonderen Hingabe und Konzentration, die der Künstler jedem Werkstück widmet bis es in einem langen Prozess zu faszinierender Perfektion reift.

Priller interessiert sich schon seit frühester Kindheit für das „Physische eines Arbeitsvorganges“. Für die Arbeit mit bloßen Händen, althergebrachten Werkzeugen und selbst konstruierten Geräten. Die Arbeit an einem Kunstwerk beginnt für ihn bereits beim Fällen eines Baumes und dem anschließenden Zuschneiden eines Werkstückes. Sein ganzheitliches Verständnis künstlerischer Arbeit schließt solche vorbereitenden Schritte mit ein. Sie erfordern eine besondere Beobachtungsgabe, Wahrnehmungsfähigkeit und ein Gespür für das Holz, die für seinen künstlerischen Prozess unabdingbar sind.

Ein weiteres Charakteristikum Prillers Schaffens ist die besondere Wertschätzung und Veredlung des Ausgangsmaterials. Der Künstler möchte damit dem zunehmenden Überfluss an Material in unserer modernen Industriegesellschaft bewusst etwas entgegensetzen und das Ausgangsmaterial durch Handarbeit veredeln. Er schleift, poliert, patiniert, trägt Leinölfirnis und gelegentlich auch Pigmente auf. Gleichzeitig lässt er aber auch Besonderheiten und Details stehen, die für das Material charakteristisch sind. Dies gilt für eine ihr Wachstum widerspiegelnde Holzmaserung ebenso wie für die entweder weitgehend rau belassene oder glatt polierte Bronze.

Markus Prillers Faszination für das Archaische reduziert sich nicht nur auf den Arbeitsprozess, sein Interesse gilt ganz allgemein prähistorischen Kulturen. Kultgegenstände und Gerätschaften Afrikas und Asiens inspirieren ihn ebenso wie ausdrucksstarke Köpfe der altgriechischen Kykladen. Mit Hingabe und Konzentration erschafft er einen Formenschatz, der immer schon da war und in seiner Perfektion und Ausdrucksstärke doch ganz neu erscheint.

Quelle: STEFAN VOGDT / Galerie der Moderne

- Artikel über die Ausstellung auf kultur-vollzug.de

Wann und wo

STEFAN VOGDT
Galerie der Moderne
Kurfürstenstraße 5
80799 München

21. September bis 2. November 2012