KISS – Keep It Simple & Smart

ein Studienworkshop für Engagierte, der allen einiges, vor allem aber Einsatz abverlangt.

 

Nach den theoretischen Arbeiten und Diskussionen zum Begriff der Einfachheit in der Architektur waren zunächst einige Tage im Schnee der praktischen Tätigkeit, den Erfahrungen, der Arbeit mit diesem wunderbaren, einfachen Material gewidmet.

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Das Iglubauen, erster Teil eines Workshop – Tandems im Rahmen eines Studienseminars am Institut für Baustofflehre, Bauphysik, Gebäudetechnologie und Entwerfen (IBBTE) der Universität Stuttgart liegt tatsächlich nur knapp zwei Wochen zurück, gefühlt ist inzwischen aber viel mehr Zeit vergangen. Das liegt sicher auch daran, dass Manfred Fahnert, ein westerwälder Lehmbauer und Gründer des Vereins Dindum, den wir als Partner für den zweiten Teil gewinnen konnten, eine gekonnte, ausgewogene Mischung aus Wissen und Machen in seinem Lehmbauworkshop in Marokko anbietet. Er gibt uns wirklich viel Input!

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Unser Team aus 10 Studierenden der Fakultät für Architektur und Stadtplanung lauscht seinen Worten aufmerksam und langt anschließend auch, wenn es darum, geht die Lehmsteine für die nächsten Arbeitstage zu produzieren, beherzt zu.

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In den Köpfen sammeln sich Begriffe wie Geschiebelehm, Sieblinien, Schluff, Achterlingstest, Fallproben, die durch das stetige Verweben mit handwerklicher Umsetzung sicher tiefer fallen als viele Studien theoretischer Abhandlungen. So jedenfalls ist es unsere Absicht als Lehrende.

Mandan Alimardani und ich betreuen die Gruppe, begleiten sie und sind schon ganz gespannt auf die Berichte, Ergebnisse des gesamten Workshops, die Mitte April, zurück in Stuttgart abschließend präsentiert werden.

Neben dem Angebot für Interessierte an einem hervorragend geeigneten Bauprojekt mitarbeiten zu können und dabei viel über Lehm als Baustoff zu lernen, verfolgt Manfred Fahnert mit seinen Lehmbauworkshops ein weiteres Ziel: Er arbeitet seit Jahren an der Instandsetzung, Erhaltung und dem Weiterbau der Kasbah Caid Ali in Agdez im Süden von Marokko. Er möchte damit auch ganz allgemein die marokkanische Bevölkerung motivieren, ihr Kulturgut zu erhalten, den Wert der Lehmbautradition zu erkennen und dies zu nutzen.

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Das gelingt unserer Gruppe auf jeden Fall schon mal nebenbei: Passanten auf dem Weg zur oder von der nahe gelegenen Oase kommend, bleiben stehen und schauen, teils sehr belustigt, unserer bunten Gruppe beim Sieben des Rohmaterials, Mischen des Lehms und Aufziehen von Putzproben zu. Jeder, der hier mitmacht, merkt dabei schnell, dass traditionelles Bauen mit Lehm viel harte Arbeit und die Hinwendung zum Material verlangt. Eine Erfahrung, die wir auch schon beim Bau der Iglus machen konnten. Dazu gehört Geduld, Übung und am besten auch Passion. Der Lehm dankt es einem, aus einem einfachen Material wird dadurch ein edles.

Man tun sich erst einmal schwer mit diesem eher ungenauen Material, den weichen Kanten, den meist massiv angelegten Grundformen. Genau darin steckt aber die Chance, eine andere als die meist in unserem Alltag erlebte Ästhetik, die dem traditionellen Lehmbau eigene, kennen und schätzen zu lernen. Die Teilnehmer haben Gelegenheit, dabei auch etwas über materialgerechte, kulturgerechte Perfektion zu lernen, die übrigens nicht nur für dieses Material gilt.

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Mit Lehm zu bauen, das erfordert vorausschauende Planung und eine fundierte Kenntnis der Arbeitsabläufe. Über beides verfügt Manfred Fahnert als erfahrener Handwerker, ein Zimmermann mit Spezialisierung auf Holz und Lehm, ohne Zweifel und er gibt es auch direkt an seine “Arbeiter” weiter. Eine für junge Architekten nicht ganz unwichtige Erfahrung, dass Arbeitsabläufe auf Baustellen ihren gewerke-spezifischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen: das Material für die Lehmsteine muss vor Feierabend verarbeitet werden, einen neuen Lehm dagegen setzt man an und lässt ihn über Nacht quellen, Putzproben benötigen ihre Zeit, …

 

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Wir sind abends richtig benommen, so viele Eindrücke haben sich über den Tag gesammelt. Besonders beindruckend finde ich persönlich die intensive Farbigkeit, die Vielfalt der Erdtöne, die sich mit dem Wasser im frisch angemachten Lehm, dem Licht der Sonne nochmals stark verändern. Landschaft und Bauwerke befinden sich in farblicher Harmonie, selbst Holz und Menschen scheinen durch den allgegenwärtigen Staub dauerhaft die Farbe der Landschaft anzunehmen. Es bestimmen gelbliche bis rote Töne, ein warmes Spektrum, allein kontrastiert durch das Grün der Palmen und das Azurblau des Himmels.

 

Armin Kammer, IBBTE – Universität Stuttgart


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