Kino-Kritik: Underworld Awakening 3D

Geht mal raus auf die Strasse. Wagt euch einfach mal in die nächste Fußgängerzone und sucht einen Buchhändler eures Vertrauens auf. Oder Misstrauens, egal. Hauptsache sie haben viele Bücher. Mittlerweile ist Fantasy gesplittet. Dann gibt es die Standardfantasy mit Zwergen, Drachen, Goblins und und und, manchmal finden sich hier Science-Fiction-Werke (bei einer solchen Sortierung wäre es schon mal nicht der Buchhändler meines Vertrauens) und dann ein riesiges Regal voller…VAMPIR-Romanen! Ob Twilight, Vampire Diaries, True Blood oder X, Y und Z…Blutsauger überfluten derzeit seit Jahren unsere Kultur. Als Underworld 2003 ins Kino kam, war an die Biss-Bücher noch gar nicht zu denken. Merkt man, denn hier glitzern Vampire nicht…sie töten. In den letzten neun Jahren hat sich Entwicklung auf dem Markt verstärkt, Das Twilight-Franchise darf sich sogar über mehr Filme freuen, als Underworld. Aber in diesem Februar ist endlich wieder der Ausgleich geschafft. Die echten Vampire treten in Underworld:Awakening 3D zum ultimativen Bloodfight an. Gegner sind diesmal nicht nur Lykaner, sondern auch Menschen.

Kino-Kritik: Underworld Awakening 3DDie Menschen haben von der Existenz der Nicht-Menschlichen, den Vampiren und Lykanern, Wind bekommen und jagen sie. Auch die Super-Vampirin Selena (Kate Beckinsale) und der Hybrid Michael Corvin müssen fliehen. Doch sie kommen nicht weit und werden voneinander getrennt.
Am nächsten Tag wacht Selena auf. Sie befindet sich in einem seltsamen Labor. Auf ihrer Flucht erfährt sie, dass sie die letzten 12 Jahre in Cryostase vebracht hat. Die Welt gehört nun nicht mehr den Vampiren. Sie gehört den Menschen.

Was haben alle beim ersten Trailer aufgeschrien: „DAS WIRD EIN RESIDENT -EVIL-KLON!“
Der Verdacht liegt nahe. Im Grunde bedient sich Underworld demselben Schema einer Kampfamazone, die dem Rest der Welt gehörig in den Arsch tritt, wie die Evil Jovovich. Und doch haben gerade die ersten beiden Filme (ich will das banale Prequel Aufstand der Lykaner mal komplett ausklammern) einen sehr interessanten Blick auf eine Mythologie gegeben, die sich abhebt. Das haben die Videospielversoftungen (oje, jetzt werde ich dafür sicherlich geschlagen) Resident Evil nicht. Hier wird einfach Element aus Element von den Ursprüngen entnommen und zu einem neuen, teilweise hässlichen Puzzle zusammengefügt.

Ich persönlich mag die Underworld-Filme. Und dass die Geschichte fortgesetzt wird, anstatt erneut ein Prequel anzusetzen (die Pläne gab es leider auch), freut mich so hart. Endlich mal wieder „richtige“ Vampire, keine Sonnenkristalle.
Jetzt bin ich zwiegespalten. Das, was angefangen wurde mit Underworld und Underworld:Evolution, wird gut und teilweise sehr konsequent weiterentwickelt. Mir gefallen einige der Ideen, die Awakening präsentiert sehr gut, auch wenn sie teilweise dem Schema „Wir müssen dem Film mehr von XY geben!“ entsprechen. Und natürlich kann sich Kate Beckinsale als Todeshändler nicht nur sehen lassen. Für mich hat die mehr Sexappeal als Milla Jovovich in ihrem kleinen Finger, wenn wir Resident Evil schon erwähnt haben. Und dass sie besser schauspielern kann, liegt auch auf der Hand.

Aber dann gibt es da…hmm, schwer zu beschreiben…ich sage mal, es handelt sich um das Drehbuch. Nebencharaktere bleiben bis auf einen speziellen Fall (India Eisleys Charakter) allesamt komplett blass. Dabei hat man mit Stephen Rea doch einen recht guten Akteur als Antagonisten aufgestellt. Manche Szenen sind an Dämlichkeit nicht zu überbieten. Selena erwacht aus ihrer Cryostase und selbstverständlich liegt ihre Lederkluft in den Schränken bereit. Wollte sie nicht nackt durch die Gänge tänzeln? Oder in geklautem Arztkittel? Naja, sowas passiert ja häufiger in Filmen.
Und dann sind da die Dialoge. Gerade die erste Hälfte…würg. Ist ja schrecklich, was Len Wiseman (der mit dem ersten Underworld sein Regiedebüt gab) und John Havlin da verbrochen haben. Und auch in der Action wiederholt sich vieles. Da kommt manchmal Monotonie auf, auch wenn die Inszenierung von Måns Mårlind und Björn Stein sehen lassen kann.

Kino-Kritik: Underworld Awakening 3DUnderworld:Awakening 3D ist ein guter Film, wenn man ab und an sein Gehirn ausschaltet und eh diesem Franchise etwas abgewinnen kann. Allerdings muss man sagen, dass sich 3D hier wieder nicht lohnt. Es ist zwar gut, aber der Film ist dunkel und scheint einen Blaufilter zu gebrauchen. Und da wirkt das 3D so gut wie gar nicht. Dann lieber später in Hochglanzoptik auf BlueRay sehen oder wenn möglich die 2D-Variante besuchen.

 

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Andere Filme des Franchises:

Underworld > 3,5 Sterne
Underworld:Evolution > 4,0 Sterne
Underworld-Aufstand der Lykaner > 2,5 Sterne


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