Kino-Kritik: Apollo 18

Wenn ich das nächste Mal auf Samos bin, werde ich die Strände dieser wunderbaren, sonnenüberfluteten, griechischen Insel mit ganz anderen Augen sehen. Die Küsten dieser Insel bestehen nahezu ausschließlich aus steinigen Stränden. Und nach dem Kinobesuch in Apollo 18 reift in mir eine Erkenntnis: Ich hab Angst vor Steinen!

Kino-Kritik: Apollo 181972 wurden aus Kostengründen die Mondmissionen der NASA eingestellt. Nach Apollo 17 war Schluss für die Amerikaner, denn das Rennen um den Erdtrabanten mit dem Feind hinterm Vorhang war zu ihren Gunsten entschieden.
Doch inoffiziell wurde eine weitere Mission durchgeführt: Apollo 18. Dieser Film zeigt anhand authentischen Filmmaterials die Geschehnisse dieses Fluges. Und warum wir Menschen nie wieder zurückgekehrt sind…

Kennt ihr Cloverfield? Die fiktive Geschichte einer Gruppe junger Erwachsener, die versuchen von Manhattan zu entkommen, weil ein riesiges Ungeheuer die Metropole attackiert? Bei diesem Film wurden als Rahmen der fiktiven Handlung Einblendungen des US-Militärs eingefügt, um dem gedrehten Material Authentizität zu verleihen. Anspruch auf solche hat es allerdings nicht unbedingt, denn von einem Monsterangriff auf New York ist mir nichts bekannt. Oder haben unsere Medien auch das verschwiegen?

Apollo 18 geht ein klein wenig weiter und behauptet in den anfänglichen Einblendungen, der vorliegende Film sei aus echtem NASA-Material. Das stimmt nur bedingt, merkt man doch immer mal wieder, dass echtes Stock-Footage echter Raummissionen vorliegt. Diese Szenen erkennt man aber anhand ihres Alters sehr gut. Und sie sind rar. Alles andere wurde auf „alt“ getrimmt, die Rauschfilter sehen ein wenig billig aus. Sowas kann jedes Videobearbeitungsprogramm.
Doch mit dem Anspruch einen „authentischen Film“ zu sehen, erweist es sich bei Apollo 18 sowohl als Fluch, als auch als Segen. Ich muss ehrlich gestehen, die ersten zwei Drittel sind unglaublich atmosphärisch. Man wird förmlich reingezogen in die Handlung und will wirklich wissen, was dort auf dem Mond vor sich geht.

Was dann abgeht zieht meine Wertung fast ins Bodenlose. Das letzte Drittel ist so unglaublich hanebüchen und von Klischees befallen, dass man schreiend aus dem Kino rennen will. Man sieht es bereits im Trailer, also ist es nicht zuviel gespoilert, wenn ich von den Aliens berichte, die in dem Film auftauchen (Parallelen des Designs zu Pirates of the Caribbean III – Am Ende der Welt sind übrigens augenscheinlich). Sobald die im Trailer erscheinende Szene ansetzt, fällt der Film in ein unglaubliches Loch. Alle Authentizität geht flöten und ich rede nicht davon, dass ich strikt die Existenz von Aliens ablehne. Würdet ihr das Poster auf meiner linken Seite sehen, dann wüsstet ihr, dass dem nicht so sein kann.
Apollo 18 geht nur ab dem Zeitpunkt einen Weg, der fort von der wirklich intensiven Atmosphäre hin zu einem belanglosen Schocker ohne Schockmomente führt. By the way: ein Horrorfilm dürft ihr bei Apollo 18 wirklich nicht erwarten. Es ist ein Thriller, mehr nicht.

Kino-Kritik: Apollo 18Es tut mir in der Seele weh, denn Apollo 18 hätte wirklich mindestens drei Sterne verdient, gäbe es das letzte Drittel nicht. Der Film fesselt und wirkt in gewisser Hinsicht authentisch. Dazu trägt auch das virale Marketing bei, die sich allergrößte Mühe gegeben hat, dem Film ein „echtes Aussehen“ zu geben. Startet einfach auf der Homepage www.lunartruth.com, dann könnt ihr einige nette Goodies entdecken.
Aber der Film macht auch eine Menge falsch und gehört bestraft. Er bückt sich vor den üblichen Mechanismen des Marktes und hätte dabei so viel mehr sein können. Selten habe ich bei einem Film so viel verschenktes Potenzial gesehen.


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