Kindergarten-Tag

Nachdem wir uns mit dem Bicycle Day (19. April) und 420 (20. April) hier auf den kuriosen Feiertagen mit nicht unbedingt kindergerechten Themen beschäftigt haben, drehen wir am 21. April und dem heutigen Kindergarten-Tag (engl. Kindergarten Day) den Spieß – zumindest thematisch – mal radikal um. Um was geht es also bei diesem Ehrentag des Kindergartens? Zwar konnte ich im Zuge der Recherchen kein Hinweis darauf finden, von wem dieser Tag ins Leben gerufen wurde und seit wann er begangen wird, jedoch ist zumindest der Anlass eindeutig: Mit dem Kindergarten-Tag soll – ganz im Sinne der angloamerikanischen Tradition immer den Geburtstag, nicht den Todestag einer Person zu feiern – der deutsche Pädagoge und Erfinder des modernen Kindergartens, Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852), geehrt werden.

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von C.W. Bardeen, publisher [Public domain], via Wikimedia Commons

Friedrich Wilhelm August Fröbel erfindet den Kindergarten

Der größte wissenschaftliche Verdienst Fröbels, der als Pädagoge ein Schüler Pestalozzis war, ist aus heutiger Sicht sicherlich seine Erkenntnis, dass die frühe Kindheit auch aus pädagogischer Sicht von zentraler Bedeutung ist. Aber da Fröbel nicht nur Theoretiker, sondern auch ein Mann der Tat war, ist es vor allem das von ihm entwickelte System von Beschäftigungsmöglichkeiten, Liedern und sogenannten Spielgaben, mit denen er die Entwicklung von Kinder im frühen Alter fördern wollte. Theoretischer Kerngedanke Fröbels war die Positionierung des Spielens als typisch kindliche Lebens- und Ausdrucksform, deren Bildungswert aus Sicht des Pädagogen bis dato vollkommen unterschätzt worden sei. Entsprechend versuchte er mit dem von ihm auf Grundlage seiner Spieltheorie entwickelten – heute noch immer anerkannten – Spielgaben, Beschäftigungsmittel und vor allem den sogenannten Mutter- und Koseliedern das Kleinkind auf die Lebenswelt der Erwachsenen vorzubereiten. So gelten die von ihm entwickelten pädagogischen (dreidimensionalen) Grundformen Kugel, Würfel und Zylinder aus Holz bzw. heute zumeist aus Kunststoff hergestellt, als beliebte Lernmaterialien für Kleinkinder.

Kindergärten mit internationalem Erfolg

Den vorläufigen Höhepunkt seiner pädagogischem Arbeit – zumindest aus Sicht des heutigen Kindergarten-Tags – bildete 1840 die Gründung bzw. Stiftung des ersten deutschen Kindergartens in Bad Blankenburg. Diesen hatte Fröbel zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Langethal und Middendorf als moderne pädagogische Alternative zu den damals bereits existierenden Kinderbewahranstalten ins Leben gerufen, um damit das pädagogische Aufgabenspektrum über die reine Betreuung (=Bewahrung) hinaus zum Dreiklang aus Bildung, Erziehung und Betreuung zu erweitern. Trotz zwischenzeitlichem Verbot durch den preußischen Staat wurde Fröbels Werk von seinen Schülern nach seinem Tod 1852) fortgeführt, immer mit dem Ziel, dem Kind anhand der anregenden Förderung des Spielens durch den Erwachsenen die Welt erfahrbar bzw. begreiflich zu machen. Und dies mit internationalem Erfolg. So genießt die pädagogische Lehre Fröbels Japan, Korea, Österreich und Russland, aber auch in den USA nach wie vor großes Ansehen. Besonders in den USA des 19. Jahrhunderts gründeten Fröbel-Schüler eigene Kindergärten. So war es schon kurz nach dem Tod des Pädagogen seine Schülerin Margarethe Schurz, die 1856 den ersten US-amerikanischen bzw. englischsprachigen Fröbel-Kindergarten in Watertown, Wisconsin ins Leben rief und die Vorlage für eine Reihe von weiteren Kindergärten in den gesamten USA legte.

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