Kichererbsen: Warum wir die denkbar schlechtesten Haustier-Eltern sind...

Da offene Briefe im Moment scheinbar der letzte Schrei sind, will ich mich in einem solchen an euch wenden und mich für diverses Fehlverhalten in der Tierpflege entschuldigen.
Liebe Leserschaft, liebe Kinder,
liebe Minimonster-Versteher und liebe Tierschützer!
Ich bin untröstlich. Wir haben es wieder geschafft, die Anzahl an Haustieren zu minimieren. Die Trauer hielt sich diesmal bei den Minimonstern in Grenzen, aber nichtsdestotrotz sind wir schuldig geworden an dem Verlust eines Wachtelhühnchens. Die Montags-Katze (die, die immer Montags bei uns vorbeikommt, aber weder Moritz noch Luis ist, und sich bei uns durchfrisst) war leider schneller.
"Nicht schon wieder", stöhnen die Nachbarn.
 "Könnt ihr nicht einmal auf eingezäunte Wachteln aufpassen?", fragen sich die anderen.
Nun, bevor die ersten militanten Tierschützer vor unserer Tür patroullieren und die restlichen drei Minihühner aus ihrem vermeintlichen Foltergefängnis zerren: Den drei restlichen Hühnchen geht es gut! Wirklich und in Echt...
Wie kommt es, dass Haustiere bei uns (abgesehen von Spinnen, Schnaken und Nacktschnecken) nicht alt werden? Ja, diese Frage haben wir uns nach dem Verlust des letzten Tieres auch gestellt. Liegt es an unserer Wohnlage? Liegt es am Futter? Oder vielleicht doch an den drei Minimonstern, die jegeliches Getier (bis auf eben genannte Spinnen, Schnaken und Nacktschnecken) mit ihrer kindlichen Liebe erdrücken? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es ein Zeichen. Wir sollen einfach keine Tiere bei uns aufnehmen, denn egal was wir adoptieren, es ist nach einiger Zeit nicht mehr da.
Nehmen wir mal unser erstes Tier: Moritz, der Kater. Er war kinderlieb, sehr häuslich und zwischendurch ein echter Feinschmecker (man hat ihn beim Sprung in den Kühlschrank erwischt...). Leider machte er sich nach nur drei Monaten in unserer Obhut, aus dem Staub.
Dann kam Katze Nummer zwei: Luis, unser Liebling. Er war noch kinderlieber, noch häuslicher und wenig wählerisch, was seine Mahlzeiten anbetraf. Leider suchte auch er nach drei Monaten das Weite.
ES KOMMT KEIN TIER MEHR INS HAUS, polterte der Göttergatte, als Katze Nummer zwei für tränenüberströmte Minimonster-Gesichter sorgte. Und dann kamen die Wachteln.

Kichererbsen: Warum wir die denkbar schlechtesten Haustier-Eltern sind...

Seht ihr da in der Ecke das winzige Ei liegen?


Unser Opa hat ihnen ein herrliches Heim gebaut, ich habe das beste Legehennenfutter besorgt und die Große überprüfte alle dreißig Minuten, ob frisches Wasser vonnöten wäre. Alle vier Hühnchen hatten einen Namen und wir haben extra betont, dass sie nicht gegessen werden sollten. Half aber alles nichts. Kaum war das Wachtelhäuschen von den Minimonstern für fünf Minuten aus den Augen gelassen, startete "Susi" ihren verzweifelten Flug in die Freiheit. Und er glückte.
Das mit dem Wachtelhühnchen war ein Unfall. Ein Heulen und Kreischen ging durch den Garten. Drei Minimonster und der Göttergatte, versuchten die flüchtende Wachteldame einzufangen. Diese aber flutschte durch das Loch im Gartenzaun unseres Nachbarn. Und dann ward sie nicht mehr gesehen. Es half nichts, sie versteckte sich im Giersch-Dschungel vor neugierigen Blicken. Nur die Montags-Katze konnte "Susi" aufspüren. Leider hat sie sie dannach auch verspeist. Das verriet uns, ein auf dem akuraten Rasen des Nachbarn ausgebreiteter Federteppich.
Liebe Tierschützer und der ganze Rest: Es tut mir wirklich leid. Erstens, weil wir es nicht auf die Reihe bekommen, ein oder mehrere Haustiere großzuziehen und zweitens, weil es nicht das Hähnchen sondern eins der Legehennen erwischt hat.
Habt Nachsicht mit uns. Ansonsten sind wir eine sehr friedliebende Familie und wirklich gastfreundlich. Bisher ist noch jeder Gast wieder in seinen eigenen vier Wänden angekommen. Lebend. Ehrlich.
Einen schönen Mittwoch wünscht
eure Chaos-Mama Sandra-Maria

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