Kentucky Derby und Kentucky Oaks – Pferderennen auf höchstem Niveau

Pferdesport ist nicht so Ihr Ding? Keine Sorge, ich bin auch kein Fan davon. Aber eine Ausnahme gibt es: Der Besuch des Kentucky Derbys bzw. des Kentucky Oaks. Diese beiden legendären Pferderennen lassen Sie die Welt des Pferdesports zumindest vorübergehend in einem anderen Licht sehen. Sie werden begeistert sein!

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Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Press Room des Kentucky Derby Museums.

Frei nach Shakespeare: Much ado about nothing?! / Viel Lärm um Nichts?!

1998 war ich das erste Mal auf dem Kentucky Derby bzw. Kentucky Oaks. Ich hatte damals keine Ahnung, um was es eigentlich ging. Plötzlich war nur die ganze Gastfamilie aufgeregt und freute sich riesig auf das Derby Weekend. Freunde und Verwandte aus dem ganzen Land sagten sich zum Besuch an, denn unser Haus stand nur zwei Blocks von Churchill Downs entfernt. Schicke Kleidung wurde zurechtgelegt, der Vorgarten und die Terrasse vor dem Haus wurden gesäubert, Grill und Stühle wurden aufgestellt. Am Abend vorher gab es noch einen Großeinkauf an Bier, Chips, Hot Dogs usw. Alle fieberten etwas entgegen, wovon ich noch nie gehört hatte. Ich verstand nur „Pferdesport“ und „großes Rennen“, als 17-jährige stellte ich mir gähnende Langeweile vor.

Die verpasste Chance und das große Geld

Doch dann kam der große Tag und alle flippten aus. Ich inklusive. Denn was dann geschah, werde ich nie vergessen. Nach über 15 Jahren sind mir zwei Ereignisse noch so präsent, als seien sie gestern passiert. Am ersten Freitag im Mai hatten wir schulfrei, denn das Kentucky Derby war eine riesen Sache. Bevor wir uns aufmachten zur Strecke, drückte mein Gastpapa jedem seiner Kinder, und da gehörte ich dazu, zehn USD in die Hand. Sobald wir durch die weißen Pforten von Churchill Downs geschritten waren, sollten wir diese zehn USD auf das Oaks setzen. Jeder durfte frei entscheiden und wetten, auf wen und wie immer er oder sie wollte.

Ich war damals schon extrem geizig und wollte das „fremde“ Geld nicht mutwillig verzocken. Immerhin hatte ich von diesem Sport überhaupt keine Ahnung. Mein Gastpapa bot mir dann alternativ an, für mich auf das Derby zu setzen. Ich solle ihm einen Namen nennen aus der Startliste. Auch das wollte ich nicht. Den Namen nannte ich allerdings: Real Quiet. Dafür wurde ich belächelt, denn „Real Quiet“ gehörte nicht gerade zu den Favoriten. Mir gefiel aber der Name so gut, gemäß dem Spruch „Stille Wasser sind tief“. Was soll ich sagen? Ich hätte mächtig Kasse machen können. Denn „Real Quiet“ gewann damals tatsächlich das Derby und als Nicht-Favorit waren seine Quoten höchst attraktiv. Aber so spielt nun mal das Leben. Die Geschichte erzählen wir uns heute noch, wenn ich in den Staaten zu Besuch bin.

Das zweite Ereignis, das sich in meinen Erinnerungen eingebrannt hat, ist der Abend des Oaks. Nach einem tollen Tag auf den Rängen und einigen Rennen waren wir wieder nach Hause gegangen und die Familie hatte den Grill für die Besucher angeworfen. Es roch lecker nach Würstchen. Jetzt hatten sich in unserer Straße die Taxifahrer aufgereiht, um bei Bedarf Richtung Churchill Downs aufrücken zu können. Es dauerte keine fünf Minuten, da stand der erste Taxifahrer auf unserer Terrasse und fragte, ob er uns einen Hot Dog abkaufen könne. Wir waren überrascht, willigten aber ein. Der Einkauf am Tag zuvor war ja großzügig ausgefallen. Aber wie das so ist, Nachahmer sind schnell gefunden, die nächsten Taxifahrer kreuzten auf. Und letztlich hatten meine Gastschwester, mein Gastbruder und ich alle Hot Dogs verkauft. Meine Gasteltern fanden das so lustig, dass sie uns das Geld überließen. Wir zogen sofort auf die Jahrmarktmeile in der Parallelstraße und legten es in alkoholfreie Piña Coladas und Süßigkeiten an. Auch diese Geschichte wird noch gerne ausgetauscht.

Eine ganz besondere Atmosphäre

Natürlich werde ich auch niemals die Pferderennen an sich vergessen. All die chicen Damen mit extravaganten Hüten in den VIP-Rängen. All die Promis, die in ihren separaten Lounges zuschauten. All die Freude und das Leid, wenn Wetten gewonnen oder verloren gingen. Die Ferngläser, die Anfeuerungsrufe, der Jubel bei der Siegerehrung, das Trappeln der Hufe, das Klacken der Tore, wenn die Pferde losspurteten. Der Geruch nach Hot Dogs und Sekt, nach den Hinterlassenschaften der Pferde, nach dem aufgewühlten Gras im Infield, nach dem in Begeisterung verschütteten Bier. Die Fanfaren, die Musik, die Jockeys und Halter, die Pferde selbst und die Zuschauer – jung, alt, dick, dünn, Mann, Frau, schwarz, weiß, arm, reich – alle fieberten mit. Das wunderschöne Ambiente zwischen den Türmen (Twin Spires), die Hektik an den Wettschaltern, die Ruhe im Auslauf. Das Rosenband, der Stolz, die Ehre des Gewinners. Hach, es war einfach beeindruckend und fesselnd!

Doch was steckt eigentlich hinter dem Kentucky Derby?

20 Pferde haben jedes Jahr die Chance, am Kentucky Derby teilzunehmen. Um diese Teilnehmer bestimmen zu können, gibt es zuvor eine Rennserie mit 35 Wettbewerben. Immer die besten vier Pferde dieser Wettkämpfe bekommen Punkte. Die 20 Pferde mit den meisten Punkten werden letztlich zum Kentucky Derby zugelassen.

Geld und Prestige

Das Kentucky Derby findet immer am ersten Mai-Wochenende statt. Mittlerweile geht es um die stattliche Gewinnsumme von zwei Millionen USD. Natürlich steht hinter dem Preisgeld ein Sponsor, aktuell die Marke Yum! Experten streiten sich, ob Ascot oder das Kentucky Derby wichtiger ist. Ich finde, man kann die Rennen gar nicht vergleichen. Sie haben unterschiedliche geschichtliche Hintergründe, sie starten auf unterschiedlichen Kontinenten und sie genießen ein ähnliches, dennoch unterschiedliches Prestige.

Churchill Downs - eine Institution in Louisville, KY

Das Kentucky Derby findet in Churchill Downs statt, einer weltweit bekannten Pferderennbahn in Louisville, Kentucky. Die weißen Türme der Anlage, die sogenannten Twin Spires, sind in der ganzen Welt bekannt und stehen als Symbol für Churchill Downs und das Kentucky Derby. Seit dem Bau 1895 zieren sie die Erscheinung der wunderschönen Wettkampfstätte. Ab 8.00 Uhr können Sie sich einen Platz für die Rennen ergattern. Ab 10.30 Uhr dürfen Sie Ihre Wetten platzieren. Für das Kentucky Oaks sind die Wettbüros ab 17.45 Uhr geöffnet, am Samstag können Sie ab ca. 18.24 Uhr auf das Kentucky Derby setzen. Vorsicht, denn die Zeiten zum Wetten sind knapp bemessen, verpassen Sie also Ihren Einsatz nicht! Extra Ansagen gibt es nicht.

Das rote Rosenband

1904 wurde die rote Rose zur offiziellen Blume des Kentucky Derbys. Zuvor erhielten die Damen beim Besuch einer bekannten Derby Party immer eine rote Rose. Diese kam so gut an, dass sie schließlich vom Verantwortlichen von Churchill Downs übernommen wurde. Doch bereits 1896 gab es zum ersten Mal das Rosenband, allerdings noch mit weißen und rosa Rosen. Der Gewinner des Derbys bekam es bei der Ehrung gereicht. Die Tradition entwickelte sich 1925 fort, als ein Sportjournalist das Kentucky Derby als das „Rennen um die Rosen“ bezeichnete. Das rote Rosenband, wie man es heute kennt, wurde 1932 eingeführt.

Seitdem werden jedes Jahr 400 rote Rosen in ein grünes Satinband genäht, versehen mit dem Siegel des Commonwealth, dem Symbol der Twin Spires und der Nummer des Rennens. In der Mitte sticht eine Rose hervor, die als Krone zu verstehen ist. Sie symbolisiert den harten Weg zum Derby Winner’s Circle. Mehr zum Rosenband können Sie auch bei einem Besuch des Kentucky Derby Museums erfahren.

Mint Julep - Kultgetränk aus Bourbon und Minze

Seit fast 100 Jahren ist „Mint Julep“ DAS Getränk von Churchill Downs und dem Kentucky Derby. Natürlich darf es nur mit bestem Kentucky Bourbon zubereitet werden. Jedes Jahr gehen dann über 120.000 Mint Juleps während dem Derby Wochenende über die Theken von Churchill Downs. Das bedeutet ein Lager von 10.000 Flaschen Bourbon, 500 kg frische Minze und 30 Tonnen Crushed Eis.

Bonus: Mint Julep Rezept

Sollten Sie den Cocktail mal zu Hause probieren wollen, hier ein altes Rezept aus Kentucky:

 

Zutaten

  • zwei Tassen Zucker
  • 2 Tassen Wasser
  • frische Minze
  • Crushed Eis
  • Kentucky Bourbon

Zubereitung

  • Stellen Sie einen Sirup aus Zucker und Wasser her, indem Sie die Mischung fünf Minuten kochen.
  • Kühlen Sie die Masse ab, füllen Sie sie zusammen mit der frischen Minze in eine Flasche ab und stellen Sie diese über Nacht in den Kühlschrank.
  • Füllen Sie ein Glas mit Crushed Eis, geben Sie einen Teelöffel Minzsirup dazu und füllen Sie das Glas mit 60 ml Kentucky Bourbon auf.
  • Rühren Sie die Mischung um und garnieren Sie das Ganze mit einem Minzblatt. Fertig!

Tipps und Wissenswertes zum Besuch in Churchill Downs für das Kentucky Derby

In meinem Artikel über das Kentucky Derby Museum habe ich schon etwas über den Besuch von Churchill Downs berichtet. Darin erwähne ich z.B. auch die Kleiderordnung. Speziell zum Derby Wochenende heißt es da „Klotzen, nicht kleckern!“. Ich spreche von Kostüm, High Heels, Anzug und Fliege, aber vor allem von trendigen Hüten. Lediglich im Infield geht es etwas lockerer zu, da es dort je nach Wetter auch staubig oder matschig werden kann. Schirme sind allerdings nirgends erlaubt, also sollte man sich entweder mit Regenjacke vor Nässe schützen oder mit Sonnencreme vor zu viel Farbe im Gesicht.

Aber es gibt noch ein paar andere Punkte, die es zu beachten gilt. Je nach Sitzkategorie sollten Sie Churchill Downs durch unterschiedliche Tore betreten. Tipps dazu finden Sie auch auf der Webseite des Kentucky Derbys. An diesen werden Sie dann gescannt. Planen Sie also genügend Zeit ein. Zu den bereits genannten Gegenständen nehmen es die Sicherheitsleute am Derby Wochenende noch genauer. Dann sind auch Dosen, Laptops, Camcorder, Kameras mit Wechselobjektiven oder einem Objektiv länger als 15 cm, Stative, Handtaschen größer 30 cm, Rucksäcke, Koffer, Feuerwerk, Pfefferspray und Laser Pointer nicht erlaubt. Was Sie allerdings mitbringen dürfen, sind Essen in durchsichtigen Tüten oder Boxen, Wasser oder Soft Drinks in ungeöffneten Plastikflaschen, Tragetaschen für Babys und deren Bedarf, kleine Kompaktkameras, Ferngläser, Sonnencreme in Plastikbehältern, kleine Radios und Fernseher, Smartphone oder Tablet, Sitzkissen, Kinderwagen inklusive Kind, Stühle (wenn Sie durch Tor 3 kommen) und Decken (wenn Sie durch Tor 1 oder 3 kommen).

Ein teures oder exklusives Vergnügen – Kentucky Oaks und Kentucky Derby

Zuletzt noch ein paar Worte zu den Eintrittspreisen. Vergessen Sie die regulären drei USD Eintritt, zum Derby Wochenende herrschen andere Gesetze. Denn dann werden 40 USD für das Kentucky Oaks und 60 USD für das Kentucky Derby aufgerufen. Sparen können Sie jeweils fünf USD, wenn Sie die Tickets zwischen 01.01. und dem Vortag der Rennen z.B. online beziehen. Entscheiden Sie sich gleich für den Besuch beider Wettbewerbe, sind Sie mit 80 USD im Vorverkauf dabei. Möchten Sie allerdings in den reservierten Bereich, wird eine zusätzliche Gebühr fällig.

Dafür sind Sie live dabei, wenn die Pferde ungeduldig auf den Start warten und dann in einer unglaublichen Geschwindigkeit an Ihnen vorbeizischen. Außerdem dürfen Sie das Infield besuchen, wo Sie zwischen Picknick und Party alles erleben können. Die Rennen haben Sie dann allerdings nur noch über eine Leinwand im Blick. Um sich die Beine zu vertreten, können Sie auch mal zum Sattelplatz spazieren und zuschauen, wie Pferde und Jockeys vorbereitet werden.

Kentucky Oaks und Kentucky Derby sind wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. 2015 geht es übrigens am 01. Mai los, zum 141. Mal. Planen Sie Ihren nächsten USA-Trip doch mal für Anfang Mai und besuchen Sie Louisville. Ich bin gespannt, wie es Ihnen gefällt und würde mich über einen kurzen Bericht freuen. Günstige Angebote für Flüge, Hotels und Mietwagen finden Sie unter folgenden Links:

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