Keksträume

Vorgestern im Supermarkt -  meine Therapeutin hatte grade mein schönes *neinichwillderWahrheitnichtinsGesichsehenichdenkemichdaeinfachdranvorbei* – Gedankengerüst auseinander genommen – lacht mich doch frech eine 300 Gramm-Lila-Ganz-Nuß an und flüstert mit süßlicher Stimme: „Kauf mich, iß mich, meine Zucker-Fett-Mischung überdeckt all deine schlechten Gefühle.“ Und schwupps, war die Gute in meinem Einkaufswagen.

Kurz vor der Kasse dann aber erinnerte mich ein Stück Restverstand an das beschissene Gefühl, das sich unweigerlich nach dem Verzehr von 300 Gramm Schokolade einstellen würde und Madmoiselle-Lila-Ganz-Nuß wanderte zurück ins Regal.

Was sich erst Mal wie eine gelungene Lektion aus der Reihe  „Ich lerne unliebsame Gefühle nicht mehr mit Essen zu kontrollieren“ ausmachte, hatte allerdings eine etwas unheimliche, nächtliche Fortsetzung.

Da aß ich nämlich im Traum – heimlich und sehr gierg – eine Riesenpackung fieser Billigkekse, um dann von echtem Sodbrennen geweckt zu werden.

Die Rache der Madmoiselle-Lila-Ganz-Nuß? Oder traf  mich ein Schlag meines Unterbewußtseins direkt in die Magengrube?



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