Kein schweres Vergehen.


Diese Geschichte ist für das kambodschanische Rechtsempfinden der herrschenden Klasse im Königreich der Khmer exemplarisch.

Kein schweres Vergehen.

The Cambodia Daily, June 6, 2011

Die Ausgangslage.

Vier Militärpolizisten schiessen an einem Kontrollpunkt in der Provinz Kampong Speu einem Mann mit einer AK-47 ins Bein und verletzen einen zweiten im Gesicht mit einer Pistole.

Der Grund.

Die beiden Verletzten waren nicht bereit einen illegalen „Wegzoll“, sprich Bestechungsgeld, zu bezahlen.

Die Genugtuung.

Der eine erhält 3’500 US $, der andere 500 $. Dafür sind sie angeblich bereit auf eine Anzeige gegen die vier „Sünder“ zu verzichten.

Das Geld soll Quellen nach aus der Privatschatulle des PM Hun Sen kommen.

Das Geld haben die beiden Verletzten nötig, um die Krankenhauskosten begleichen zu können.

Wie weiter?

Die Staatsanwaltschaft der Provinz Kampong Speu lässt es gegenwärtig offen, ob sie Anklage gegen die Militärpolizisten erheben wird.

Diese sind zwar von ihrem Dienst suspendiert, in der Regel gehen sie aber straffrei aus, weil sie „keine schweren Vergehen“ begangen haben.

Phnom Penh Post, June 6, 2011


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