Kardinal Marx: Neues Amt mit Pomp und vielen Forderungen

Kardinal Reinhard Marx, Foto: Wolfgang Roucka (Wikipedia)

Kardinal Reinhard Marx, Foto: Wolfgang Roucka (Wikipedia)

Im Selbstgefühl seiner Pracht und Herrlichkeit hat Reinhard Marx, der Kirchenfürst von der Isar, seine Wahl zum Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, also zum obersten Koordinator aller Oberaufseher der deutschen Catholica, gerne angenommen.

von Georg Korfmacher

Jetzt kommt seine bisweilen verkannte Weitsicht so richtig zum Tragen: eine prachtvolle Residenz in der Stadtmitte von München, ein prachtvolles Verwaltungszentrum, ein Schlösschen in Schwabing zur Beherbergung seiner Gäste und einen Palazzo in Rom für angemessene Aufenthalte im Dunstkreis seines Allerhöchsten auf Erden.

Gleichwohl können dem opulenten Kirchenmann mit dem stets peinlichst gepflegten Stoppelbart nicht alle Kommentare zu seiner Wahl gefallen haben, es sei denn, er folgt der angelsächsischen Devise: Was immer Du über mich schreibst, Hauptsache Du schreibst meinen Namen richtig. Besonders lobend wurde allerdings seine Eloquenz hervorgehoben, gerne, frei und viel. Davon lieferte er gleich nach seiner Wahl in einem Interview ein überzeugendes Beispiel: er wolle sich auf das Zentrum konzentrieren. Na, jetzt wissen ja alle Bescheid.

Etwas ins Schleudern geriet er auf die Frage nach seiner Ämterhäufung in Brüssel, Rom und jetzt auch in Deutschland. Da hatte er noch keine Lösung parat. Er fabulierte nur vage, dass er nicht nur Ämter oder Teile davon, sondern auch die damit verbundene Verantwortung delegieren wolle. Na, das kann ja ein schönes Chaos werden. Wohl nicht wird er darum herumkommen, seine Schnörkel-Futzel-Ämter abzugeben, mit oder ohne Verantwortung, wie z.B. sein Amt als Aalkönig und ähnliche.

Und was der Mann alles kann und schon angepackt – aber auch nicht vollendet – hat. Besonders wird man auf seine Kompetenz als Sozialethiker achten und voller Spannung auf den ersten Ethikgrundsatz warten, der seinen Ursprung im christlichen Glauben haben könnte. Seine Einstellung zum Mindestlohn ist zumindest ambivalent und in eindeutiger Tradition seines Namensgebers Markus und somit direkt des Paulus von Tarsus: wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen (2. Thess). Und wie steht der stramme Marx zum Jesuswort zur Ehebrecherin: “Auch ich verurteile dich nicht. (auch ohne Busszeit und Steinewerfen) Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!” (Joh. 7,53-8,11)

Durch seinen Status nun als Koordinator aller Co-Oberaufseher ist er auch in eine höchstnotpeinliche Kontroverse zwischen den Hardlinern und den Progressiven geraten, wobei die Hardliner aus Rom vom Grossinquisitor und dem Diener zweier Herren Rückendeckung erhalten. Und auch Laienorganisationen reagieren skeptisch auf die Murx-Wahl mit nur knapper Mehrheit und erst im vierten Wahlgang. Da muss der neue Mann an der Spitze der deutschen Catholica wohl höllisch aufpassen.

Nicht hinnehmbar sind seine Pläne zur noch stärkeren Einmischung der Catholica in die Politik. Obwohl es bereits ein umtriebiges Lobby-Büro in Berlin gibt, will er die Stärkung der katholischen Präsenz im politischen Berlin. Hier zeigt sich die anti-demokratische Grundeinstellung dieses Kirchenmannes. So wie sich der Staat nach unserem Grundgesetz neutral gegenüber Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen verhalten muss, müsste sich auch die Catholica entsprechend neutral gegenüber dem Staat verhalten. Aber da muss der Kirchenmann wohl noch nachsitzen. Wir bleiben ihm am Rockzipfel.

[Erstveröffentlichung Freigeist Weimar]

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Nic Frank Nic Frank

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