Kampf der Universitäten: Die Welt der Hochschul-Rankings

Schon bald sollte sich auch der letzte Maturand für eine Universität entschieden haben. Wer noch unschlüssig ist, kann auf eines der zahlreichen Hochschul-Rankings zurück greifen. Doch was steckt eigentlich hinter einem solchen Ranking und wie schneidet die Schweiz dort ab? Und eigenen sich die Rankings überhaupt für eine solche Entscheidung oder sind sie bloss heisse Luft?

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Hochschul-Rankings sind so eine Sache. Sie werden häufig kritisiert, vorallem wegen Mängeln bei der Datenerhebung und bei der Methodik. Genauer gesagt wird bei unterschiedlichen Studien nicht klar beschrieben, wie die Daten erhoben werden. Auch die Zahlen selbst sind häufig nicht ersichtlich. Warum eine Hochschule also genau jenen Platz belegt, bleibt für Aussenstehende ungewiss. Manche Kritiker gehen auch davon aus, dass die Rankings starke negative Einflüsse haben können: Universitäten, die tiefere Plätze belegen, fürchten sich, dass der Zulauf an Studenten abnehmen wird, Studierende fürchten sich, dass zukünftige Arbeitgeber vom tiefen Ranking abgeschreckt werden.

Rankings Was halten Sie von Hochschul-Rankings?
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  • Rankings sagen wenig aus, helfen aber bei der Orientierung.
  • Rankings geben einen falschen Eindruck und sagen nichts aus.
  • Rankings sind mir egal.
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Trotz der Kritik und der potentiellen Einflüssen von Rankings, haben sie doch eine gewisse Anziehungskraft. So wird jährlich über die neuesten Rankings in den Medien berichtet und viele Studenten fühlen trotz allem einen gewissen Stolz, wenn die eigene Universität gut abschneidet. Aus diesem Grund werden hier Ergebnisse aus drei verschiedenen Rankings aus dem Jahr 2013 vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf die Platzierung der Schweizer Unis und auf allgemeine Aussagen über die einzelnen Rankings. Sämtliche Daten stammen von UniversityRankings.ch.

Shanghai Ranking

Das Shanghai Ranking wird seit 2003 von der Universität Jiaotong durchgeführt. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei Leistungen innerhalb der universitären Forschung. Es wird also verglichen wie viele Nobelpreise, Veröffentlichungen und Zitierung die Wissenschaftler der Universitäten hatten. Mögliche Kritik wird hier schnell offensichtlich: Vergangene und aktuelle Leistungen werden vermischt. Eine Universität, die vor vielen Jahren durch wissenschaftliche Erfolge auf sich aufmerksam machte, aber heute auf keinen grünen Zweig mehr kommt, könnte theoretisch einen besseren Platz belegen, als eine aufstrebende junge Universität. Zudem lässt sich diskutieren, ob die Leistungen innerhalb der Forschung Einfluss auf die Qualität des Studiums haben.

Das Shanghai-Ranking eignet sich also weniger als Hilfe bei der Studienwahl, gibt aber ein gutes Bild über die Erfolge der Universitäten. Gleich vier Schweizer Unis haben es in die Top 100 geschafft:

  • ETH Zürich: Platz 20 (2012: Platz 23)
  • Universität Zürich: Platz 60 (2012: Platz 59)
  • Université de Genève: Platz 69 (2012: Platz 69)
  • Universität Basel: Platz 83 (2012: Platz 85)

Ab Platz 100 und höher gibt es bei diesem Ranking leider keine genaue Einteilung mehr. Weitere Schweizer Universitäten waren also trotzdem noch im Ranking drin, jedoch ohne genaue Nennung des Platzes. Die EPFL lag auf einem Platz zwischen 101 und 150, die Universität Bern auf einem Platz zwischen 151 und 200 und die Université de Lausanne zwischen 201 und 300.

QS World University Rankings

Die QS Rankings werden seit 2004 durchgeführt. Die Indikatoren dieses Rankings erscheinen auf dem ersten Blick vielfältiger, als die des Shanghai-Rankings. Zwar spielen auch hier wissenschaftliche Erfolge eine Rolle (gemessen anhand der Pro-Kopf-Zitationsrate), es werden aber auch andere Faktoren mit einberechnet. So beurteilen Experten die einzelnen Forschungsbereiche, das Verhältnis zwischen Fakultätsmitgliedern und Studierenden wird gemessen und Personalchefs werden weltweit nach ihrem Eindruck gefragt. Vor allem durch den Fokus auf die Gegebenheiten der Fakultäten scheint das QS-Rankings besser als Entscheidungshilfe geeignet zu sein.

Die Schweiz belegt gleich 7 Plätze in der Top 200 dieses Rankings. Zusätzlich ist die Universität St. Gallen auf einem Platz zwischen 411 und 420.

  • ETH Zürich: Platz 12 (2012: Platz 13)
  • ETH Lausanne: Platz 19 (2012: Platz 29)
  • Université de Genève: Platz 71 (2012: Platz 74)
  • Universität Zürich: Platz 78 (2012: Platz 90)
  • Universität Basel: Platz 110 (2012: Platz 121)
  • Université de Lausanne: Platz 111 (2012: Platz 115)
  • Universität Bern: Platz 154 (2012: Platz 149)

 Leiden Ranking

Das Leiden Ranking geht von der Idee her wieder in eine ähnliche Richtung wie das Shanghai Ranking und wird seit 2005 publiziert. Es bezieht sich ausschliesslich auf bibliometrische Daten, misst also die Publikationen und Zitate der Universitäten. Somit gibt es also wieder eher einen Eindruck von dem wissenschaftlichen Stand, als von der Qualität des studentischen Lebens.

Die Schweiz belegt hier gleich sieben Plätze in der Top 200, sechs davon befinden sich sogar in der Top 100:

  • ETH Lausanne: Platz 13 (2012: Platz 12)
  • ETH Zürich: Platz 26 (2012: Platz 18)
  • Université de Genève: Platz 59 (2012: Platz 81)
  • Université de Lausanne: Platz 68 (2012: Platz 82)
  • Universität Zürich: Platz 70 (2012: Platz 72)
  • Universität Basel: Platz 85 (2012: Platz 77)
  • Universität Bern: Platz 177 (2012: Platz 154)

Natürlich sind die drei vorgestellten Ranglisten nur ein Bruchteil aller Rankings. Zwei Schlüsse lassen sich aber trotzdem daraus ziehen. Zum einen sind Rankings sehr vielfältig und betrachten Universitäten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Als Entscheidungshilfen sind die meisten wohl eher ungeeignet, denn sie sagen nur wenig über das studentische Leben und die Umstände aus. Trotzdem geben sie einen guten Überblick über die verfügbaren Hochschulen des eigenen Landes. Als Zweites muss man sagen, dass die Schweiz in jedem Ranking sehr gut vertreten ist. Mit einem Abschluss von einer Schweizer Universität muss man sich also vor keinem Arbeitgeber verstecken.

Quellen: www.universityrankings.ch

Autor: Mario Egloff


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