Kachelmues - Kulinarische Streifzüge durch das Elsaß

Von Nokitchenforoldmen

Heute ist wieder Mittwoch und für mich heißt das, dass ich mich wieder dem Thema Kochbücher widmen darf. Bevor ich mich beim nächsten Mal einem etwas neueren Buch widmen werde gibt es heute wieder etwas aus der Kategorie "Dein Kochbuch das unbekannte Wesen" machen und als Beitrag für den Blogevent von Foodfreak einreichen.
Das heutige Buch ist der Start zu der Kochbuchreihe mit dem Titel Kulinarische Streifzüge durch... Und wie der Titel bereits verraten hat streifen wir heute durch das Elsass - zusammen mit Georg Richter, Autor des Buches, und Hans Joachim Döbbelin, dem Fotograf. Kulinarische Streifzüge durch das Elsaß aus dem Hause Sigloch stammt aus dem Jahr 1985 und hat neben 75 Rezepten aus dem Elsaß auch eine Menge an Informationen zu bieten. Auf den ersten 50 Seiten des Buches nimmt der Autor den Leser mit auf eine kurze Reise durch das Elsaß und dessen Geschichte, Traditionen und Menschen, sowie kulinarische Besonderheiten. Aufgewertet und unterstützt wird dieser Trip durch einige alte und doch schöne Fotos von zumeist schönen Fachwerkhäusern und Gassen in dieser Region.
Die Rezepte lesen sich wirklich sehr gut, können aber an der ein oder anderen Stelle sicher etwas "modernisiert" werden. Natürlich findet sich in dem Buch ein Rezept für Flammkuchen, den wir sicher alle sofort mit dem Elsaß assoziieren. Ansonsten ist die Bandbreite an Rezepten sehr groß. Vom Bäckeofe, einem Schmortopf aus der Hausfrauenküche, über Froschschenkel in Rieslingsauce und Schneckensuppe bis hin zu Rehsattel in rotem Früchtesenf findet man Gerichte für die verschiedensten Anlässe. Auch Fischliebhaber kommen auf ihre Kosten und können verschiedene Rezepte zu Zander und Hecht versuchen. Zu jedem Gericht findet man eine kleine Anekdote, woher das gericht stammt oder wie es zu seinem Namen kam. Alles in allem ein sehr schönes Buch, das bei einer etwas moderneren Interpretation der Gerichte durchaus Spaß machen kann. Ein Spaß, den ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Und nachdem ich mir meine Lieblingsrezepte gescannt habe gibt es für euch die Möglichkeit selbst in dieses Buch hineinzuschnuppern und das kulinarische Elsaß der 80er Jahre zu erkunden. Letztlich kann es aber nur einen geben, der dieses Buch bekommt und wer das sein wird entscheidet wieder das Los. In den Lostopf kommen alle Leser, die bis einschließlich Freitag einen Kommentar zu diesem Beitrag abgegeben haben.
Den Praxistest habe ich mit einem Rezept durchgeführt, an dem die Zwiebelfetischistin Kamerafrau ihren Spaß haben sollte, aber auch einem Horst Lichter wäre es bei den Mengen an Butter und Sahne sicher warm ums Herz geworden. Die Auswhl fiel auf dieses Rezept, weil es etwas schön deftiges für einen kalten Wintertag ist und zudem schnell und einfach herzustellen ist. Die Rede ist von Kachelmues, einem traditionellen Gericht aus dem Tal von Villé. Der Autor empfiehlt zur Abrundung dieses rustikalen Gerichts etwas Ziegenkäse und einen Birnenschnaps. Bei dem Rezept handelt es sich wohl um die Originalrezeptur aus dem Mittelalter. Und wenn sich ein Rezept so lange hält kann es so schlecht nicht sein.

Kachelmues
Zutaten:
1 kg geschälte Zwiebeln
100g Butter
Salz
handgemahlener Cayennepfeffer
1 Eßlöffel Mehl
1/8 Liter Milch
1/8 Liter frischer Rahm
4 hartgekochte Eier
Die gehackten Zwiebeln in der Butter hellbraun anschwitzen, salzen, pfeffern. Dann das Mehl darüberstreuen. Die kalte Milch vorsichtig einrühren, dabei Klümpchen vermeiden. Einige Minuten bei kleiner Flamme kochen lassen. Den frischen Rahm lamgsam untermischen, die Sauce sollte nicht zu flüssig sein. Die hartgekochten Eier, in dicke Scheiben geschnitten, beifügen. Das Gericht mit warmen Pellkartoffeln auftragen, die in einer mit einer Serviette ausgeschlagenen irdenen Schüssel warmgehalten werden. Am besten paßt ein kühles, helles Bier oder ein leichter Rotwein dazu.
Quelle: Kulinarische Streifzüge durch das Elsaß, Georg Richter, Sigloch Edition, 1985/1988, S. 104.Rezept drucken
Kachelmues ist ein sehr schmackhaftes, einfaches und rustikales Gericht. Für mich war die Süße der Zwiebeln etwas zu dominant, weshalb ich beim nächtsen Mal ein paar Veränderungen vornehmen werde. Nichts großartiges. Aber ich denke, dass ein wenig Speck oder auch Käse, sowie Thymian oder Majoran dem Gericht sehr gut tun würden. Versucht es selbst.