Justine privat - #Chicagolovestory (Part 1)

Justine privat - #Chicagolovestory (Part 1)Ich sage immer wieder, dass ich mein Herz in Chicago verloren habe, doch wie wahr dieser Satz ist wissen die wenigsten. Die Stadt war schon immer mein Traum und ich konnte ihn mir zum Ende der Ausbildung erfüllen. Eine Bildungsreise in die Stadt meiner Sehnsucht. Warum ich so fixiert auf Chicago war, kann ich noch immer nicht sagen, vielleicht lag es am Jazz oder an den Serienmorden - ich weiß es nicht. Aber es war so weit, ich flog in die USA. Sobald ich einen Fuß aus dem Flugzeug gesetzt hatte, fühlt es sich an als würde ich nach langer Zeit endlich nach Hause kommen. Alles war gigantisch groß, fast schon erschlagend - aber auf eine wundervolle Art. Daran konnten nicht einmal die Kakerlaken in meinem Hostel etwas ändern.An der Thomas Morris Universität erhielt ich meinen Sprachkurs für medizinisches Englisch. Meine Abende verbrachte ich zum größten Teil mit den anderen Mädels in einer Bar. Die Bar, in der sich alle Mädchen fast sofort verliebten. Und ich auch. Ich war zu dieser Zeit vergeben. Mein Freund wartete in Hamburg darauf, dass ich wieder kam, wir telefonierten zuerst noch recht viel und dann fast gar nicht mehr. Es lief schon länger nicht mehr gut. Die wenigsten ersten Lieben überstehen die Realität des Alltags.Dennoch war ich glücklich. Ich fühlte mich so frei wie nie zuvor in meinem Leben. Obwohl die meisten aus unserer Gruppe noch keine 21 Jahre alt waren, konnten wir in unserer Stammbar die Nacht zum Tag machen und eine Unmenge an Cocktails trinken. Vielleicht lag es dran, dass unsere Mädchengruppe sich so schnell in die Kellner verguckte. Ich erinnere mich gut daran, wie ich innerlich den Kopf schütteln musste, denn es ist schon naiv zu glauben das Kellner sich tatsächlich in eine Touristin verliebt und nicht nur eine schnelle Nummer im Kopf hat. Doch dieser Gedanke half mir wenig, als ich ihn das erste Mal sah.Justine privat - #Chicagolovestory (Part 1)
Mein Herz schlug sofort viel zu schnell, und obwohl mein Englisch inzwischen recht gut war, brachte ich meine Bestellung nur stotternd heraus. Er war groß, das enge dunkelgraue Shirt lag eng an seinen muskulösen Armen an und der irische Akzent macht machte mich von der ersten Sekunde an wahnsinnig. Vielleicht war es Einbildung, aber ich hatte das Gefühl in den tiefen dunklen Augen einen Funken zu sehen. Meinen Freundinnen entging mein Blick nicht und sie zogen mich damit auf, dass ich rot geworden war, während ich meinen Whiskey Cola bestellte. Den gesamten Abend konnte ich nicht aufhören ihn anzustarren, und jedes Mal wenn er in meine Richtung sah, schreckte ich zusammen als hätte man mich bei etwas schrecklich verbotenen erwischt. Und das nervte mich gewaltig.Ich war nicht in Chicago um mich in den erst besten Kellner zu verlieben. Vielleicht war das der Grund dafür, dass ich mich über meine Essenbestellung beschwerte und sie zurückgehen ließ. Ich erinnere mich an seinen Blick. Wütend und irgendwie enttäuscht starrte er mich an, während seine dunklen Haare ihm ins Gesicht hingen. Doch ich ließ mich nicht beirren, und gab ein unverschämt niedriges Trinkgeld. Zwei Abende spielten wir dieses Spiel. Am dritten Abend brachte er mir einen Whiskey Cola und sagte: „Beschwerst Du dich, auch wenn ich dir einen ausgebe?“ „Nur wenn es ein schlechter Drink ist.“ „Ich mag Frauen die mich herausfordern.“Er lachte und ich erkannte kleine Grübchen in seinen unrasierten Wangen. Alles in mir zog sich zusammen, als hätte mich ein Blitz getroffen. Wie es der Zufall wollte, war er natürlich mit den Flammen meiner Freundinnen befreundet. Wir saßen auf der Außenterrasse, tranken und lachten, während er den Laden schloss. Als er zu uns heraus kam, hängte er mir eine Rolle des Quittungspapieren um den Hals und meinte grinsend: „Damit Du zu deiner Beschwerde noch deine Telefonnummer notieren kannst.“ Ich versuchte locker zu tun, doch innerlich kochte ich und verfluchte mich selbst dafür, wie ich mich neben ihm fühlte. „Ich bin Dan.“Fast hätte ich mich an meinem Bier verschluckt. Der Name löste etwas in mir aus, dass wohl niemand verstehen wird, der mich nicht kennt. Dan hieß die Hauptfigur der ersten Geschichte, die ich jemals geschrieben hatte. Meine erste große Liebe - schriftlich gesehen. Er sah nicht nur aus wie mein Traummann, er hieß auch noch so. Konnte das ein Hauch von Schicksal sein? Wir verlagerten die Party in die WG der Jungs. Es dauerte nicht lange, bis alle wild um uns herum knutschten, nur wir beide saßen nebeneinander und teilten uns einen Joint.„Kommst du mir auf´s Dach?“ „Willst du versuchen, mich zu der Skyline zu verführen?“ „Würde es klappen?“ „Nein. Ich habe einen Freund.“ „Leider …“ Dennoch ließ ich es zu, dass er nach meiner Hand griff und mich nach draußen zog. Diese völlig unschuldige Berührung ließ tausende von Flammen zwischen meinen Beinen lodern. Dennoch blieb ich stark. Wir saßen in der Nacht und starrten auf die wunderschöne Skyline von Chicago. Doch mehr geschah nicht. Am nächsten Tag erhielt ich eine SMS: Let me be your birthday present.-----Der zweite Teil erscheint in einer Woche. 

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