Julia Schulz-Dornburg: Moderne Ruinen

Ausstellung in der Galerie Aedes: Moderne Ruinen – Eine Topografie der Bereicherung Eine fotografische Bestandsaufnahme von Julia Schulz-DornburgJulia Schulz-Dorn­burg lebt und ar­beitet als Archi­tektin in Barce­lona. Zwischen 2010 und 2012 hat sie auf einer 10.000 Kilometer langen Er­kun­dungs­reise durch Spanien auf­ge­gebene und un­voll­endete Speku­lations­bauten – Denk­mäler der ge­platz­ten Immobilien­blase – foto­grafiert. Ihre Bilder, ergänzt um Werbe­slogans und Werbe­videos der In­ves­toren, werden ab 22. März 2013 in der Berliner Galerie Aedes am Pfeffer­berg gezeigt. 

Ausstellungsbeschreibung

Die Ausstellung „Moderne Ruinen – eine Topografie der Bereicherung“ ist das Ergebnis einer zweijährigen Recherche von Julia Schulz-Dornburg. Seit 2010 arbeitet sie an einer fotografischen Bestandsaufnahme von aufgegebenen Spekulationsbauten in Spanien, die die zerstörende Wirkung der globalen finanzpolitischen Spekulation auf die Umwelt deutlich vor Augen führt. Gezeigt werden Landschaften mit unvollendeten, im Stich gelassenen Baukomplexen. Diese massive Errichtung von Freizeitenklaven, Tourismus- und Wohnkomplexen aller Art hat nicht nur ausgedehnte Regionen an der Küste verändert, sondern ist bis in die Binnenprovinzen des Landes vorgedrungen. Der vorzeitige, durch das Platzen der Immobilienblase ausgelöste Niedergang und Verfall dieser Ansiedlungen erzeugt Bilder von bedrohlicher Schönheit, in denen das Missverhältnis zwischen der Kurzatmigkeit des Spekulationsprojektes und der Dauerhaftigkeit der Folgen ins Auge fällt. Eloquent und sichtbar symbolisieren sie das komplexe Netzwerk sozialer, wirtschaftlicher und politischer Kräfte, die ohne Ermüdungserscheinungen das Wachstum als einzige Grundlage für den Erhalt unseres Wohlstandes predigen.

Die Ausstellung ist weder eine Bestandsaufnahme gescheiterter Bauvorhaben, noch ist diese Sammlung der Bauruinen repräsentativ, es handelt sich vielmehr um eine persönliche Auswahl von den sechzig Orten, die auf der 10.000 Kilometer langen Erkundungsreise besichtigt und aufgenommen wurden. Die technischen Informationen zu der fotografischen Bestandsaufnahme stammen ausschließlich von den Bauträgern, aus den Gemeindearchiven und den Amtsblättern. Die fotografischen Dokumente der Spekulationsbauten werden zusammen mit ihren Werbeslogans, der von der Autorin rekonstruierten Entstehungsgeschichte und dem Erschließungsplan mit der bewilligenden Gemeinde gezeigt. Das großformatige Satellitenbild und die Lagepläne einer dicht bebauten Topografie mit 19 Golf- und Freizeit-Enklaven in unterschiedlichen Planungsphasen werden mit einer umfangreichen Auswahl von Werbevideos und fiktiven Vogelperspektiven ergänzt. Nur aus dieser vielschichtigen Interpretation, der Wechselbeziehung zwischen Wirklichkeit und Fiktion kann das Unbeschreibliche verstanden, das Unwahrscheinliche rekonstruiert und die eigenen Schlüsse gezogen werden.

Julia Schulz-Dornburg, geboren 1962 in München, hat ihr Architekturstudium an der Architectural Association in London absolviert. Seit 1991 lebt und arbeitet sie als Architektin in Barcelona. Ihr Büro wurde u.a. mit dem Preis der Stadt Barcelona, dem Premi Triennal d’Arquitectura del Maresme, und zweimalig mit dem FAD Preis für temporäre Installationen ausgezeichnet. Sie ist die Autorin der Bücher “Art and Architecture: New Affinities”, erschienen im Jahr 2000 bei Edition Gustavo Gili, und “Ruinas Modernas, una topografia de lucro”, erschienen im Jahr 2012 bei Ámbit.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Quelle: Aedes am Pfefferberg

- Website der Architektin Julia Schulz-Dornburg

 

Wann und wo

Aedes am Pfefferberg
Christinenstraße 18-19
10119 Berlin

22. März bis 9. Mai 2013
Eröffnung am 22. März um 18:30 Uhr

Zur Eröffnung sprechen:
Dr. h.c. Kristin Feireiss, Aedes Berlin
Nikolaus Bernau, Journalist, Berlin
Julia Schulz-Dornburg, Architektin, Barcelona


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