Joschi vor neuen Herausforderungen

was soll ich sagen. auch ein hundeleben ist ständigen veränderungen unterworfen. so sah sich mein joschi, allgemein bekannt als mittelgroßer, wuscheliger, schwarzer hütehund, im vergangenen jahr von einem tag auf den anderen mit einem neuen familienzugang konfrontiert: lola, marke oldenburger stute. und mit lola gleichzeitig auch mit einer neuen lebenssituation: reitbegleithund, pferdehütehund, eifersüchtiger pferdehütehund, der darauf besteht, sich striegeln und die pfoten auskratzen zu lassen.

als waschechter tibet terrier hatte joschi zunächst die irrige vorstellung, chef aller anwesenden hofhunde zu sein. kurze zeit und diverse hunderaufereien später musste er sich von dieser vorstellung verabschieden und fand sich als unterste sprosse einer langen leiter der rangordnung wieder. so kanns gehen 

und nun, nur 1 jahr später, steht er vor einer neuen herausforderung. ich habe vor 2 wochen den reitstall gewechselt. große aufregung, kann ich nur sagen. lola, die sich nach 14 jahren in eine neue umgebung, und vor allem in eine neue herde, einleben muss, tat sich zunächst sehr schwer. wenn man beobachtet, wie eine stute versucht, ihren platz in einer neuen herde zu finden, versteht man den begriff stutenbissigkeit sehr genau. mir hat das herz geblutet, als ich über tage mit ansehen musste, wie sie gemobbt wurde und sich vergeblich darum bemühte, die gunst der leitstute zu gewinnen. wer einmal erlebt hat, wie sein pferd einsam und todunglücklich, weitab von der herde, unter einem apfelbaum steht und sehnsüchtig zur herde schaut, die ihr konsequent den hintern zudreht, der versteht, was wahres leid ist. aber, meine lieben, mein liebes pferdchen hat es seit vorgestern tatsächlich geschafft und ist jetzt offizielle freundin der leitstute. ich habe im leben noch kein glücklicheres pferd gesehen *korken knall*.

joschi indes hat gänzlich andere probleme: viele, neue stallhunde. es gibt derer wirklich sehr viele. große, kleine, mini, lieb, böse. die meisten hat er bereits getroffen und es ging ohne blessuren vonstatten. ich bin fast ein wenig erstaunt. entweder joschi wird langsam älter und ruhiger oder er hat dazugelernt.

da wäre egon, der hofhund und chef. der pate unter den hofhunden sozusagen. unkastrierter rüde, groß, schwarz, mächtig, imposant, dominant und 100% souverän. mir rutschte das herz noch tiefer in die hose als joschi, als ich egon sah. die hofbesitzer sagten mir, egon sei brav, es sei aber wichtig, dass joschi ihm nicht in sein revier käme und ihn als chef akzeptiere. darin ist joschi in der regel nicht so gut, knurrt er doch mit vorliebe größere, und vor allem schwarze hunde an. aber siehe da, es genügte eines beeindruckenden aufblitzens des schneeweißen gebisses, was bei einem pechschwarzen hund besonders beeindruckend ist und eines langen, tiefen blickes, und joschi verstand die botschaft: „piss nicht in mein revier, du tibetischer zottel, sonst zieh ich dir deine rastalocken glatt.“ puh. ich hoffe, es bleibt dabei.

eine weitere gefahrenzone ist tarzan, der ungelogen größte kampfhund, den ich je gesehen hab. ein mix aus allem, was groß, böse und kämpferisch ist. und unkastriert. uff. warum haben menschen solche hunde? das gute an tarzan ist, dass er auf dem hof absoluten leinenzwang hat. ihm sind wir bislang 3x begegnet. jedesmal fing er bei joschis anblick an zu sabbern und zu zittern.

das wären vorläufig alle gefahrenzonen, die übrigen hunde sind klein und überwiegend freundlich. obwohl, da wäre noch heinz, der braune pudel. den hat joschi kürzlich den hof einmal rauf- und wieder runtergerauft. ich kann es mir nur so erklären, dass joschi ihn als egon-frust-ventil missbraucht hat. heinz war völlig geschockt deswegen und versteckte sich danach im kuhstall. hat gott-sei-dank keiner mitbekommen.

es gibt auch einige kleine, wunschelige hündinnen, die joschi bekanntlich ja besonders liebt. derzeit verhält er sich aber überraschend zurückhaltend, was ich eindeutig auf egons präsenz zurückführe. vor egon hat joschi die hosen voll. als ich vor einigen tagen mit ein paar anderen reitern bei einer limo zusammen saß, schlich egon um uns herum und terrorisierte joschi aus allen denkbaren winkeln mit abgrundtief bösen blicken. joschi schrumpfte immer weiter in seinem fell zusammen. bis es ihm zu bunt wurde. still und unauffällig verdrückte er sich. als ich ihm hinterherging, sah ich, wie er sich in lolas leere box schlich und sich dort gemütlich und sicher ins heu legte. man muss sich nur zu helfen wissen.

 


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