Jetzt mal ehrlich Mama…heute zu Gast: Katrin vom Blog „Frühlingskindermama“ #malehrlichmama

Eine unglaublich sympathische und empathische Mami habe ich heute zum „Mal ehrlich Mama"-Interview bei mir zu Gast. Ich kenne ihren Blog schon eine ganze Weile und bewundere sehr, wie sie mit ihrer eigenen und der Hochsensibilität ihres großen Sohnes umgeht und wie wunderbar treffend und empfindsam sie Worte für die unterschiedlichen Temperamente ihrer Kinder findet.

Auf ihrem Blog werdet Ihr keine perfekte Heile-Familienwelt finden (obwohl sie natürlich auch über schöne Erlebnisse schreibt), sondern das reale Leben als Mama. Mit allen Höhen und Tiefen. Und genau deshalb ist er so lesenswert - weil wir uns alle irgendwo wiederfinden können.

Also: habt Ihr Lust auf eine neue Runde „Mal ehrlich Mama"? Dann geht´s jetzt los...

Über die Mama und den Blog

Ich bin 42 Jahre alt, wohne in Berlin, habe 2 Kinder im Alter von 6 und bald 4 Jahren und blogge als Frühlingskindermama über unser Leben mit Höhen und Tiefen und den Herausforderungen, die die Mutterschaft für mich mit sich bringt. Mein spezielles Thema ist Hochsensibilität bzw. hochsensible Kinder und ich rezensiere auch ab und zu neue Bücher zu diesem Thema. Außerdem schreibe ich gern kleine Reiseberichte.

Vor allem ganz anders als erwartet. Viel anstrengender. Viel lehrreicher. Viel umwälzender als gedacht. Ein Lernprozess für beide Seiten, Eltern und Kinder.

Alleinsein und in der Natur.

Jetzt mal ehrlich liebe Katrin...

Dass ich so ungeduldig bin, mag ich nicht. Meine Kleine kommt damit recht gut klar, der Große fühlt sich unter Druck gesetzt. Das ist ungünstig. Was ich sehr mag, ist mein großes Einfühlungsvermögen. Ich fühle ihre Emotionen oft, als wäre ich selbst das Kind. Das kommt mir oft zugute.

Eigentlich nicht. Ich war schon immer eher der spießige Typ. Im Grunde bin ich durch die Kinder eher chaotischer und lockerer geworden. Eine gewisse Ordnung ist mir aber immer noch sehr wichtig, sonst werde ich unruhig.

Mein Großer bringt mich am meisten auf die Palme, wenn er so langsam und begriffsstutzig ist. In manchen Phasen ist das wirklich schlimm. Meist steckt er dann in einem Entwicklungsschub. Meine Kleine ist sehr quirlig, unvorsichtig und übermütig. Wenn sie Dinge aus Unachtsamkeit kaputt macht, kriege ich die Krise.

An meinem Großen mag ich sein vorsichtiges, bedachtes Wesen und dass er so eine enorme Entwicklung gemacht hat. Ich mag nicht seine mangelnde Frustrationstoleranz und dass er seine Bedürfnisse überhaupt nicht gut wahrnimmt und vermitteln kann. An der Kleinen mag ich ihre Fröhlichkeit, ihr positives Wesen und ihre Anschmiegsamkeit. Dagegen weniger ihre Unvorsicht und Tollpatschigkeit.

Haben Deine Kinder Dich schon einmal in eine peinliche Situation gebracht? In welche?

Die typischen Klassiker („Mama, der Mann hat einen dicken Bauch!") sind mir bisher erspart geblieben. Trotzanfälle in der Öffentlichkeit empfinde ich weniger als peinlich, sondern vielmehr als hilflos. Der Große spricht nicht viel von dem aus, was er beobachtet. Die Kleine platzt eher mal mit lustigen Dingen heraus, aber alles im Rahmen.

Verzichten können hätte ich auf den Ratschlag „Entspann Dich mal, dann wird das schon!". Dies hörten wir sowohl in Bezug auf unseren Kinderwunsch als auch später mit dem Schreibaby, dem Großen. Gute Ratschläge habe ich wenige bekommen, im realen Leben so gut wie gar nicht. Erst im Netz bin ich auf Gleichgesinnte gestoßen, die mir nicht mit Tipps, aber mit ähnlichen Erfahrungen halfen.

Ruhig bleiben. Nicht eskalieren. Zeit und Geduld mitbringen. Dem Kind ein sicherer Hafen sein, statt selbst labil zu werden. Musste ich auch erst lernen...

Die Kleine lässt sich recht gut motivieren,, sie braucht meist nur kleine Anreize. Beim Großen ist das sehr schwer. Wenn er nicht rausgehen will, wartet die ganze Familie manchmal 45 Minuten, bis er endlich bereit ist. Das ist sehr anstrengend.

Mich nerven am meisten die Eltern, die denken, was bei ihren Kindern funktioniert hat, funktioniere bei allen Kindern. Und diejenigen, die denken, es sei ihr Verdienst, wenn ein Kind gut schläft/ isst/ pflegeleicht ist/ nicht trotzt/ keine Trennungsängste hat etc. Denen wünsche ich manchmal ein zweites Kind, das ganz anders ist.

Ja, ich finde altkluge, besserwisserische Kinder sehr nervig und gewaltbereite Kinder, vor allem dann, wenn die Eltern damit kein Problem haben.

Wenn ich schreie, habe ich natürlich Gewissensbisse und entschuldige mich hinterher. Für eine schlechte Mama halte ich mich nicht, allerdings wird mir manchmal alles zuviel und dann brauche ich Abstand.

Kann ich mich nicht erinnern...

Ich möchte meine Kinder in ihren Emotionen und Bedürfnissen ernst nehmen und auffangen. Das hat die Generation unserer Eltern wohl nicht (genügend) gemacht. Insgesamt möchte ich vieles anders machen als meine Eltern.

Dreckiger: beide gleich. Ängstlicher bin ich, weil ich viele Gefahren voraussehe. Konsequenter versucht der Mann zu sein (funktioniert meist nicht). Gesunde Ernährung: Ich.

Was kannst Du von Deinen Kindern lernen?

Oh, ich habe soviel über mich gelernt, vor allem in der Beziehung zu meinem Großen. Auf der Suche nach Erklärungen für seine Eigenheiten bin ich auf die Hochsensibilität gestoßen und erkannte mich sofort. Seitdem habe ich soviel erfahren, was mein und sein Leben erklärt und erleichtert. Und ich habe gelernt, wo meine Grenzen liegen und dass ich sie beachten muss.

Ja klar, das machen, glaube ich, alle Eltern.

Was beide übernehmen können, teilen wir uns auf. Stillen konnte natürlich nur ich.

Die größte Lüge seit ich Mama bin ist...

Dass man als Mutter automatisch und immerzu glücklich sein muss. Nein!

Beim Großen war ich bei meiner Hebamme und bekam eine 90-minütige Massage. Bei der Kleinen war es, glaube ich, ein Gang zur Apotheke.

Was ist Familienglück für Dich (neben den allgemeingültigen Dingen wie Gesundheit o.ä.)?

Gemeinsame Erlebnisse und daraus entstehende gemeinsame Erinnerungen, von denen man zehren kann.

Dein bisher schönstes Mama-Kind-Erlebnis war...

Was das schönste Erlebnis war, weiß ich nicht, aber ich erinnere mich eindrücklich an eine gemeinsame Fahrradtour von mir und meinem Großen (der Mann und die Kleine waren krank), die zu einem See führte und ein ganz besonderes Band zwischen uns schuf.

Wann hast Du Dir das letzte Mal die größten Sorgen um Dein Kind / Deine Kinder gemacht?

Zuletzt bei der Operation unter Vollnarkose, die meine Kleine im Januar 2017 hatte. Zum Glück ist alles gut gegangen.

Ich will ihnen ein gesundes Selbstbewusstsein und Sozialkompetenzen mitgeben sowie die Fähigkeit, ihr Leben nach ihren Eigenschaften, Überzeugungen und Bedürfnissen zu gestalten.

Das ist keine bestimmte Mama-Sache, aber ohne Geschirrspüler wären wir wirklich aufgeschmissen. Ohne geht es im Alltag nicht!

Am liebsten einen Wochenend-Kurztrip in die Umgebung von Berlin, wo es viel zu entdecken gibt, oder an die Ostsee.

Wenn Du Lust hast, hinterlasse hier noch den witzigsten "Kindermundspruch" Deiner Kinder

Lustig und ernsthaft zugleich war kürzlich dieser hier von meinem Großen: „Mama, warum dürft ihr eigentlich schimpfen, wenn wir uns streiten, und wir dürfen nicht schimpfen, wenn ihr euch streitet?"

***

Liebe Katrin, vielen Dank dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten.

Die Frühlingskindermama findet Ihr übrigens auch bei facebook:

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und Instagram:
https://www.instagram.com/fruehlingskindermama/

Wie immer also viel neuer Lesetoff für Euch 🙂

Ihr habt auch Lust mitzumachen und Rede und Antwort zu stehen? Dann schickt mir eine kurze Mail an familiemotte@email.de - ich freu´ mich auf viele spannende Antworten ...

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende

Eure Anna


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