Jeder in seinem eigenen Fitness. Wahnsinn!

Ich bekenne mich hiermit offiziell dazu, so eine olle Fitness-Alte zu sein. Ich gehöre eingesperrt. Auf der Stelle! Wer Sport macht, liebt sich nicht selbst. So eine Scheiße habe ich schon so oft gehört. Kriegt euch wieder ein! Ich stehe dazu, dass ich Bock auf ’nen knackigeren Hintern habe und mich einfach besser fühle, seit ich regelmäßig Sport mache.

Aber jetzt kommt’s: Ich bin keine elegante Tänzerin oder betreibe Sport als Hobby in einem Sportverein, nein. Ich gehe stumpf pumpen. Pumpen im Fitnessstudio neben Schwarzenegger für Arme und der Brillenschlange aus’m Büro, von der man wirklich nicht geglaubt hätte, dass sich ein Sixpack unter ihrer Spießerbluse versteckt.

Ich verstehe, wenn Leute es NICHT verstehen, wie man regelmäßig im Fitnessstudio Sport machen kann. Gibt es etwas Langweiligeres? Der Trainingsalltag sieht schließlich aus wie folgt: pumpen, warten, pumpen, warten, pumpen, warten, … Pumpen = geil, nur manchmal etwas eintönig. Warten = langweilig. Was also machen während man wartet? Man beobachtet. Man beobachtet die anderen gelangweilten Pumper im Studio und fängt an Muster zu entdecken. Und ich rede nicht vom zeitlichen Sportrhythmus der einzelnen Fitnessstudio-Besucher sondern von den verschiedenen ARTEN der Fitnessstudio-Besucher. Ich habe mir den Spaß gemacht, meine langweiligen Pump-Pausen damit zu füllen, die einzelnen Sportler-Exemplare in einem üblichen Fitnessstudio zu kategorisieren. Haha, oh ja. Das hab ich.

Jeder in seinem eigenen Fitness: Langhantel-Training

»Die Mützen«

oder genauer gesagt »die Styler«. Ich finde es absolut nachvollziehbar, dass man auch im Sport seine Modeliebe zum Ausdruck bringen möchte. Ich quetsche mich schließlich auch jedes Mal in eine Nike-Leggings statt die lumpigste Jogginghose aus dem Kleiderschrank zu kramen, die ich besitze. ABER! Mützen? Und ich rede sowohl von Mützen im Sinne von Cappies, wie sie normalerweise die dicksten Ganxta-Rapper tragen, als auch von Wollmützen. Ja, ihr habt richtig gehört. Es gehen Menschen mit Winterkopfbedeckung zum Sport – Meistens Hipster-Mützen, diese, die nie richtig sitzen, sondern nur halb, und wo mehr Luft über dem Kopf gewärmt wird als Kopf selbst. Häufig farblich passend zu nicht-sport-taugenden Converse-Sneaker oder die dicksten Turnschuhe, in denen selbst die dicksten Waden dünn aussehen.

»Die Schulschwänzer«

Okay, ich kann nicht genau sagen, ob diese Art von Pumpern wirklich Schule schwänzen, aber jedes Mal, wenn ich diese Sorte Sportbetreibende sehe, denke ich: »Müsst ihr nicht in die Schule?«

Dass ich im Plural spreche, ist Absicht. Denn die jungen pubertierenden Schulschwänzer kommen NIE allein! Alleine Schule schwänzen ist schließlich derbe uncool. Meistens sind sie zu Dritt, manchmal auch ein bis zwei Schwänzer mehr im Schlepptau, aber mehr als fünf sind es nie. Könnte auch schwierig werden mit der abwechselnden Trainingsgerätnutzung.

Meistens ist ein »Kenner« dabei, der die Geräte seinen Anhängern (meistens falsch) erklärt. Zur Gruppe gehört auch häufig ein Handtuch-Vergesser, einer, der einen seiner Kumpels darum bittet, SEIN Handtuch mit vollschwitzen zu dürfen. Die anderen brüllen in regelmäßigen Abständen ihrem Teamchef zu, dass er mal das Gerät richtig erklären soll. So oder so ähnlich laufen die schulschwänzenden Pubertierenden durch’s Studio. Oh, und selbstverständlich Hühnerbrust-aufplusternd.

»Die Schulschwänzerinnen«

Ja, ich trenne hier ganz klar die Geschlechter, denn die Schulschwänzerinnen unterscheiden sich elementar von den Schulschwänzern.

Gemeinsam haben die beiden Gruppen nur, dass sie laut sind und ihre Ernsthaftigkeit, mit der sie ihrer Tätigkeit nachgehen, ernsthaft in Frage gestellt werden kann.

Die weiblichen Pubertierenden lachen viel. Die weiblichen Pubertierenden machen ihre Übungen eigentlich IMMER falsch. Die weiblichen Pubertierenden quatschen mehr, als sie trainieren. Besser ist das vielleicht, denn das machen sie wenigstens nicht falsch … allerdings laut.

»Die Knobis«

Ich sehe sie nie. Ich rieche sie nur.

»Die Träumer«

oder auch »Einzelgänger«. Ich bin großer Fan von den pumpenden Einzelgängern in Studios, denn ich habe selbst ein solches Exemplar bei mir zu Hause sitzen.

Diese Sorte Sportler kommt ausschließlich alleine zum Training, um sich a) besser konzentrieren zu können und b) weil es schließlich keine Freizeitveranstaltung ist, sondern einzig und allein der Gesundheit dient.

Diese Pumper sind meistens nur dezent aufgepumpt, sprich schmal und definiert. Ja, Mädels, genau von diesen Sahneschnitten ist die Rede. Die, die konzentriert aber auch leicht verträumt ihre Geräte abklappern und wirklich verdammt gut dabei aussehen. Diese Fitnessstudio-Besucher mögen wir doch alle. Vor allem, wenn sie in der Pumperpause Stoff zum Beobachten liefern. Danke dafür.

»Die Poster«

Also nicht die Dinger, die man an die Wand klatscht (würde man vielleicht manchmal gerne, aber die sind wirklich nicht gemeint), sondern die die etwas online »posten«. Wir können sie auch »PoserInnen« nennen, denn das passt auch ganz gut.

Die Rede ist von dieser Art Sportler und Sportlerinnen, die, ähnlich wie die Mützen, top gestylt ins Fitnessstudio kommen, allerdings kaum trainieren, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt sind, zu posten, dass sie Sport machen. Seflie hier, Selfie da, meistens »versteckt« in den Umkleidekabinen vor oder nach dem vermeintlichen Training und dafür haben sie letztendlich zwei Sit-Ups gemacht und eine Stunde vorm Spiegel gestanden. Gratulation zu dieser Leistung. Sport machen, um posten zu können, dass man Sport macht, ohne wirklich Sport zu MACHEN!

»Die eventuellen Poster«

Das sind die, die non-stop ihr Handy in der Hand halten. Was sie mit diesem Handy tun (posten, snappen, cappen, chatten, tweeten, bloggen, patten, latten, … – welche Wörter gibt es davon wirklich?) ist in dem Fall irrelevant. Wichtig ist nur, sie tun es STÄNDIG. Meistens können sie snappen und pumpen gleichzeitig. Während Menschen wie ich beim tatsächlichen Pumpen die Augen zusammen kneifen, das Gesicht verziehen und die Hände an den Griffen fixieren, sitzen die »eventuellen Poster« locker flockig an ihren Geräten und »trainieren«. Anstrengend kann DAS nicht wirklich sein.

Ich habe auch schon Menschen beobachten dürfen, die SO von ihrem Handy abgelenkt sind, dass sie einfach nur da sitzen und zwanzig Minuten alles um sich herum vergessen.
»Wolltest du nicht Sport machen?« – »Was? Nee, heute nicht.« – »Darf ich dann bitte an das Gerät, dass du gerade besetzt?«

»Die Schönen«

Ohja, »Die Schönen«, die gibt’s natürlich auch noch. Die, die nicht nur bildschöne Gesichter haben, sondern auch an allen Geräten eine Top Figur machen. Ich rede in diesem Fall ausschließlich von Frauen. Frauen die im Lady-Gym-Bereich mal eben einen Spagat machen, um sich »leicht« zu dehnen, oder mal eben 100 Kilo an der Beinpresse drücken, um den Knackarsch NOCH knackiger zu machen. Ja, die Welt braucht auch diese Sorte Menschen.

»Die Stöhner«

Ich sehe sie nie. Ich höre sie nur.

»Die Alten«

Hach, die Alten. Ja, Senioren machen auch Sport! Und sie sehen dabei so wunderbar unbeschwert aus. »5 Kilo mit dem oberen Rücken stemmen: reiiiicht! Wozu unnötig Umstände machen? Die wenigsten in meinem Alter machen ÜBERHAUPT Sport! Ich gehe es gaaanz langsam an!«

Jawohl, macht das. Sei euch gegönnt. Vereinzelt tauchen hier und da mal solche sportlichen Greise auf und ich freue mich immer wieder über den dadurch gesteigerten Altersdurchschnitt.

Jeder in seinem eigenen Fitness: Joggen

Dann gibt es natürlich noch die pumpigsten Pumper durch und durch. Diese, die aufgeplustert in ihren Muskel-Shirts vorm Spiegel posen, aber auf diese muss ich wohl nicht weiter eingehen.

So viel zu meinen persönlichen Beobachtungen im Fitnessstudio. Ihr glaubt mir nicht? Schaut gerne im Studio Fit X nach, ob ich Recht habe. Oder habe ich eine Sorte Menschen vergessen? Dann dürft ihr mich gerne ergänzen. Kommt mir aber nicht mit den normalen Sportlern wie du und ich. Das will doch keiner lesen sowas.


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