JEAN GIROLLE

Von Cousteau
Catherine kam mit schwarzen Fäden an den Fingern ins Wohnzimmer zurück und streifte sie in die Holzkiste ab. „Hast Du schon mal in die Ecken gesehen?“ Sie drehte ihren Kopf zu Albert, aber der war im Sessel eingeschlafen. Das hatte Jean noch gar nicht bemerkt. Es hatte nichts zu heißen, wenn sie eine Weile zu zweit in einem Raum saßen und nichts miteinander redeten.
Mit Margot, Catherines Mutter, war das anders. Es gab etwas, nach dem man, wenn man es kennt, unwillkürlich alles neu deuten muss. Den Gesichtsausdruck, mit dem Margot Jean empfing, als er aus dem Haus kam, um ihr von den Spinnweben zu erzählen. Wie sie die Beeren vom Strauch zupfte, und sagte, sie müsse das genau so tun, wie sie es tat. „Siehst Du, mein Junge?“. Oder wie sie die Beeren zerdrückte. 
Nachdem eine Weile vergangen war, ohne dass Jean wiederkehrte, rief Catherine seinen Namen.  Aber sie bekam keine Antwort. Dafür kam Margot mit rot verschmierten Händen durch die Verandatür und strahlte ihrer einzigen Tochter entgegen. „Mein kleines Mädchen. Hast Du schon von den Mirabellenplätzchen gekostet?“ Sie zeigte auf den Tisch. Catherine sah sie irritiert an. „Welche Mirabellenplätzchen? Wo sind denn hier Mirabellenplätzchen?“, fragte sie und sah sich um. Aber da war nichts. Und trotzdem schlief sie sofort ein, kaum dass sie und Jean im Gästebett lagen. Jean dagegen blieb noch lange wach. Auch wenn er die Tür zu ihrem Zimmer abgeschlossen hatte, bekam er es nach diesem Tag doch mit der Angst zu tun. Von draußen hörte er den Beerenstrauch rascheln, und unten im Flur schien wieder jemand zu sein.