Jean-Claudes letzter Sommer

Jean-Claudes letzter Sommer"Von Mitte August an kann jedes Gewitter leicht ausarten, kann tagelang dauern, und dann ist es vorbei mit dem Sommer." schrieb Herrmann Hesse. Genau das passiert gerade. In Berlin kommt nicht so viel davon an, aber es passiert. Noch am Montag, dem "letzten im August", war es unerträglich schwül. Am gestrigen Dienstag kam tagsüber der Umschwung. In Berlin war es angenehm kühl von der Nacht. Am Mittellandkanal merklich wärmer und schwüler. Tagsüber wurde es dunkel und der Regen kühlte die Luft um fast 10°C ab. Auf dem Heimweg waren wir alle im kurzen Hemd und ohne Schirm und stiegen triefend nass in den klimatisierten Zug ein.
Wetter wandelt die Gesichter von Stadt und Land. Das Draußen wird zum Drinnen, wenn es sommerlich warm ist. Man zieht sich nicht um, im Garten braucht man nicht mal Schuhe. Man isst draußen. Die "Outdoor"-Möbel verlängern das Wohnzimmer. Der Sternenhimmel die Zimmerdecke. Vor drei Wochen stand ich noch nachts mit Stativ und Kamera im Garten und wollte Sternschnuppen einfangen. Um mich herum flogen Fledermäuse und Mücken. Das einzige Problem war das Streulicht des Mondes. Heute Morgen bin ich froh, wenn ich mir gestern keine Erkältung eingefangen habe.
Schule hat begonnen, und der meteorologische Herbst auch. Um sechs Uhr erst wird es draußen allmählich hell. Wir quälen uns ins Büro und sind froh, wenn die anderen noch eine Weile mit sich selbst beschäftigt sind. Die postholidare Traurigkeit, die einem klar macht, dass sich die Erde immer dreht, auch wenn wir sie gerne stillstehend hätten. Bei uns sind neue Kästchenbilder geschrieben worden. An der Börse ist auch schon Herbst und der Aktienkurse fallen wie reife Kastanien. Es ist vorbei mit dem Sommer. Noch mehr schüttelt er das Unternehmen im Westen, wo ich meinen ersten Job hatte. Die Politik, mit all ihrer Schizophrenie, ist dabei RWE gleichzeitig das Genick zu brechen und hohe Dividenden einzufordern, damit die kommunalen Kassen nicht versiegen. Die Ruhr-SPD wird zur Heuschrecke.
Eine ähnliche Entwicklung kann ich mir auch für den einen oder anderen Autohersteller vorstellen. Die Politiker vor Ort danken auf Betriebs- und Hauptversammlungen gerne für Jobs und Steuern. Die Politiker in Berlin würgen derweil nach Kräften den Motor ab. In ein paar Jahren werden sie Verbrennungsmotoren in großen Innenstädten verbieten. Sie werden Staats- und Einsatzkarossen von den Pflichten ausnehmen. Sie werden Quoten einführen und neue Behörden errichten und zu deren Finanzierung die Steuern erhöhen. Sie werden es schon immer gewusst haben und es dann nicht hinkriegen.
Jean-Claudes letzter Sommer
Bis dahin werden im Mittelmeer die ersten der neu entdeckten Gasvorkommen erschlossen. Griechenland und Zypern werden entschuldet sein und sich an neuen Einnahmen aus dem Gasgeschäft mit uns, ihren vom Glauben abgefallenen Gläubigern, erzeugen. Dann werden wir auch mit Syrien, Libyen, Irak, Kurdistan usw. über die Rückkehr all der Flüchtlinge "verhandeln". Bundeskanzler Steinmeier wird die Augen zusammenkneifen und durch seinen Strichmund sagen, dass Frieden besser als Krieg ist. Nach Saudi-Arabien wird er sich nicht trauen. Das wird er Präsident Jeb Bush überlassen. Aber der wird mit den Sauds allenfalls darüber beraten, ob das erfolgreiche ISIS-Geschäftsmodell nicht allmählich reif für die Börse ist:
- Der ISIS-Terror erobert Länder.
- Mit deren Flüchtlingen verdient die Business Unit "Schleusen" ("Traffickers") Einnahmen.
- Mit den Einnahmen rekrutiert und bezahlt man junge, verwirrte arabische Männer aus dem Westen.
- Die jungen Dschihadisten führen Kriege für das ISIS-Management und liefert obendrein seine europäischen Pässe ab.
- Ausgerüstet mit diesen Pässen reisen Attentäter zurück nach Europa, um ihres Amtes zu walten.
- Die ISIS Truppen erobern Ländereien mit Öl- und Gasquellen.
- Die ISIS-Attentäter machen aus Europa eine touristische Kolonie.
- Der Ankerinvestor von ISIS sind die saudischen Wahabiten, denen Frauen am Steuer und an der Wahlurne ein Gräuel sind. Denen auch Bibliotheken ein Gräuel sind. Denen Panzer und pornöse Sportwagen und Luxuslimos über alles gehen.
Warum also nicht das Wachstum von ISIS über die Börse finanzieren lassen? Jean-Claude Juncker wird bis dahin Berater am "Finanzplatz" Luxemburg sein und sehen, was sich machen lässt.
Gute Wachstumsstories regen die Phantasie an, schaffen Aufbruchstimmung. Herbststürme wirken dann aufpeitschend auf die Börse. Ich mag den Herbst. Ich mag den Jean-Claude. Wo steckt der überhaupt..?

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