Jeab Teil 17

Von Eric
Die ersten zwei Tage, verliessen wir das wohlige Nest nur, um uns mit feinen italienischen Gerichten zu stärken und damit Jeab ihr Ego ein wenig pflegen konnte. Schliesslich schienen ihr die Italiener wo immer sie hin kam, zu Füssen zu liegen und wie ihr wisst, brauchte Jeab diese Aufmerksamkeit, wie der Italiener seinen täglichen "Vino da Pasto".Da eine Woche sehr kurz ist und Jeab als Modefreak nur Mailand als Stadt in Italien kannte, wollte sie auch unbedingt dahin zum shoppen. So standen also zum Abschluss drei Tage Mailand auf dem Programm und die Fahrt sollte mit der Autofähre von Intra auf die andere Seeseite gehen, um dann via Varese nach Mailand zu fahren. So parkierte ich auf den Wartefeldern bei der Fähre um die Tickets zu kaufen und Jeab wartete im Wagen und sonnte sich wieder in Aufmerksamkeit. Die Fähre legte gerade an und die italienische Crew, pfiff schon vom Führerstand aus die fröhliche "Bauarbeiter-Melodie", welche man früher immer hörte, wenn eine hübsche Frau an einer Baustelle vorbei lief. Da ich ja "eifersuchtsfrei" bin, machten mir solche Bekundungen nichts aus und ich freute mich mit Jeab, dass sie es genoss. Kaum waren wir auf die Autofähre gefahren, da stand auch schon der Kapitän neben uns und fragte; "ob wir nicht zu ihm auf die Kommandobrücke kommen wollen" - also eigentlich meinte er wohl nur Jeab...Wie zu erwarten, durfte beim ablegen des Schiffes, Jeab am Ruder drehen, unter fürsorglicher Aufsicht der halben Crew und sie kurbelte derart vehement am Ruder, dass das Schiff gleich einen fröhlichen Schwenker machte. Als wir wieder von der Fähre fuhren, winkte die ganze Mannschaft hinterher - ja so sind sie die Italiener.In Mailand parkte ich den SL gleich mal bis zur Heimfahrt in der Tiefgarage des Hotels, wie sagte mein Schwager "Moreno" (Italiener) doch später mal - "die Italiener sind die Thais Europas und genau so fahren sie in der Stadt Auto".Das Hotel hatte u.a. ein japanisches Restaurant und so war klar, was es zum Abendessen geben sollte. Am kommenden Tag stand ganz klar Shopping auf dem Programm und wer eine Frau hat weiss, "wie toll es ist" von Morgens bis Abends durch die teuren Boutiquen zu rennen.Logisch stand auch ein Besuch in der Galeria Vittorio Emanuele an, aber es gab auch ein wenig Sightseeing für Jeab und mich.Jeab kaufte mir dann in einer der vielen, vielen Edel-Boutiquen noch ein schwarzes Polo-Shirt, welches glaube ich sagenhafte 350.-CHF. kostete und später nach einmal waschen (*grins*) schon hin war! Insgesamt waren die Tage in Mailand ordentlich kostspielig, doch man gönnt sich sonst ja nichts... *grummel*Der Tag der Heimreise kam und die Stimmung wurde wieder schlecht. 
Als wir die Grenze passiert hatten, schaltete Jeab ihr Handy ein und es dauerte keine halbe Stunde, da rief auch schon "Dany" an. Das Gespräch soweit ich es verstand, schien recht sachlich zu verlaufen und als Jeab aufgelegt hatte, teilte sie mir mit, dass Dany sie am kommenden Tag abholen würde, damit sie wieder "Heim" nach Genf komme. Schweigend fuhren wir weiter, diesmal auf der Autobahn in Richtung Luzern - das Wetter wurde mit jedem Kilometer trüber und passte sich unserer Stimmung an. Wir beide wussten, dies war wohl das Ende unseres Abenteuers...Ich setzte Jeab bei ihrer Schwester ab und nach einer kurzen, jedoch leidenschaftlichen Verabschiedung, fuhr ich Heim.Es war später Sonntagnachmittag und  zur Ablenkung, stapelte sich ein Haufen Post und Arbeit bei mir Zuhause in meinem Office.Die Gedanken kreisten und ich wusste nicht, sollte ich traurig sein oder mich einfach freuen, dass ich ein paar schöne und abenteuerliche Monate mit Jeab erleben durfte. So arbeitete ich mich durch die angestaute Post, doch dann klingelte es an der Wohnungstüre und völlig sorglos ging ich zur Tür, um diese zu öffnen - wohl wissend auch, dass ich zwar keinen Türspion hatte - normalerweise aber mein Besuch vor der verschlossenen Eingangstüre vorm Haus stand So öffnete ich also schwungvoll meine Wohnungstüre und blickte in den dunklen Lauf einer Sig Sauer P226 Pistole...Nun stand ich also Auge in Auge "Dany" gegenüber, er sprach sehr eindringlich auf mich ein, doch ich musste gar nicht zuhören - alles war irgendwie surreal - ich wusste ja was er wollte...und so unvermittelt wie er aufgetaucht war, verschwand er auch wieder.  "Jeab" sah ich nach sechs Jahren wieder - als sie - aus welchen Gründen auch immer, meine damalige Freundin ärgern wollte...Dies ist aber eine andere Geschichte, die mit einer sehr heissen Tasse Kaffee in Jeabs Gesicht endete. Ein Jahr später....es war Sommerflaute im Geschäft, reiste ich das erste mal aus Neugierde, "last minute" für 10 Tage nach Thailand.Auch das begann schon mit einem abenteuerlichen Flug mit der Pakistan International Airways (PIA) - 21 Stunden hin und 24 Stunden zurück - Stopps in Athen (Flieger putzen und Reparaturen), Karatschi (ein funktionierender Schalter für alle Weiterflieger - Ticketing), Zwischenlandung in Rangun auf einer extremen Dschungel-Landebahn... etc.Ende