Jahreswechsel unter fremden Himmeln

Von Frauaufreisen

Nachdem ich diverse Jahre am Stück keine ganz zufriedenstellende Eingebung hatte, wie die Silvesternacht in gewohnter Umgebung am besten zu verbringen sei, schwor ich mehr als einmal zum Jahreswechsel: Nächstes Jahr bin ich fort. Und der Schwur vom 31.12.2016 führte dann endlich am vergangenen Jahresende mal wieder zum Ortwechsel an Silvester. Im September hatte(n) erst ich, dann wir entschieden: Es geht nach Rom!

Warum Rom? Die Reise war auch als Geburtstagsgeschenk gedacht und es schien mir, als passte Rom zum beschenkten Skeptiker mit seinen gleichwohl katholischen Reminiszensen und Romantizismen. Natürlich auch, als könnten dolce vita, italienisches Essen und etwas wärmere Lüfte zum Jahreswechsel keine schlechte Idee sein. Drittens hatte ich viele Monde zuvor ein Jahr in Italien begonnen, damals in Florenz. Zur Mitternacht tanzten die Menschen Walzer und stießen mit Spumante an, „Auguri“ schallte es durch die Lüfte und ich war beeindruckt. Kein schlechtes Omen also.

Lichter der Nacht, dieses Mal in Rom

Ganz so spektakulär war der Silvesterabend dieses Mal nicht: Wir waren extrem früh am Morgen aufgebrochen und am späten Nachmittag in unserer Herberge, einem gastlichen B&B eingetroffen. Und vor Mitternacht gerade noch so auf den Beinen, um uns auf die Spanische Treppe zu begeben, wo nicht getanzt wurde, sich aber flanierende Römer und Touristen mit Rosen- und Sektverkäufern ein Stelldichein gaben. Es gibt sicher eine ganze Reihe angesagter Orte, um direkt das offizielle Feuerwerk zu sehen: Zum Beispiel den Piazza del Popolo oder, vielleicht noch eindrucksvoller, einen der römischen Hügel. Ich indes machte schlicht schlapp und so fanden wir uns in der Nähe der Unterkunft am Rei di Roma ein, einem großen Kreisverkehr, in dessen Mitte eine Schlittschuhbahn aufgebaut war, die Bewohner*innen des Quartiers sich trafen, ein paar private Böller abschossen, was in Rom offiziell verboten ist… Wir erlebten Silvester wie einige Einheimische in einem Stadtviertel in der City von Rom … und das war nicht das Schlechteste.

Spaghetti frutti di mare im römischen Silvestermenü

Zuvor hatten wir bereits in „unserem Viertel“ San Giovanni ein Silvestermenü zu eher günstigen Konditionen gebucht und durchaus auch genossen (hier). Man kann sich in diversen römischen Restaurants einen Platz für das Dinner am letzten Abend des Jahres reservieren, natürlich auch richtig Geld ausgeben – und die etwas exklusiveren Häuser wünschen dann doch auch eher Vorauszahlung. Aber, wie häufig geraten wird, dass man es unbedingt muss, um nicht noch am letzten Abend des Jahres zu verhungern … das schien uns nach persönlichem Augenschein an diesem Abend dann doch übertrieben. Ein Stück Pizza kriegst Du immer irgendwo und sicher auch einen Drink…

Es war ein guter Einstand in ein neues Jahr – und die Entdeckungen, die Rom zu bieten hatte, machten wir vor allem in den vier Tagen danach. Für heute, wo der nächste Jahreswechsel ins Haus steht, kann ich vom letzten nur ein paar Bilder anfügen … zu mehr reicht die Zeit leider nicht, denn wir packen gerade wieder die Koffer. Nach dem Genuss der römischen Impressionen gibt es dann noch ein paar Ausblicke!

Friedenstaube (oder -möwe?!) auf dem Petersplatz. 1.1.2018

Engelsburg zur blauen Stunde

Largo di Torre Argentina: Treffpunkt für Touristen und Katzen

Ostia träumt sich dem Sommer entgegen

2019 steht vor der Tür! Und in dem ich nun, am vorletzten Abend in 2018, dem Blog tatsächlich den ersten und einzigen Artikel des ablaufenden Jahres spendiere … soll dieser die Hoffnung nähren, dass hier ab sofort und pronto und 2019 wieder mehr passiert!

Die Frau war auch 2017 und 2018 auf Reisen und aus beiden Jahren liegen Fotos und Geschichten auf Halde … Streifzüge in Rom und Tipps für den Aufenthalt in der Hauptstadt Italiens würde ich gerne nachreichen … und natürlich viel schneller als nach 364 Tagen Euch von unserem diesjährigen Silvestertrip berichten.
Wir lassen uns nämlich morgen (tata!) mit dem TGV nach Marseille bringen. Wir werden sehr spät dort ankommen (gegen 22 Uhr), in einem Hotel in direkter Bahnhofsnähe einchecken, möglichst entspannt das neue Jahr begrüßen und dann tagelang Marseille und hoffentlich auch das Meer entdecken. So ist der Plan!

Die Fahrt mit dem TGV ist bisweilen erstaunlich günstig zu buchen – und nach weniger als acht Stunden sind wir hoffentlich, ohne Umsteigen, in Marseille, in der Hauptsatdt der Provence, am Mittelmeer. Naturallemente wird dann Silvester auch ganz spontan und unspektakulär und dient der Begrüßung eines neuen Jahres unter fremden Himmeln. Diese Zugreise ist aber auch eine Einübung in etwas, was ich mir für 2019 vorgenommen haben: Wo immer es geht, Alternativen zu Flugreisen zu suchen, am besten zu zelebrieren. Die ökologischen Gründe liegen auf der Hand und vielleicht ist ja auch die Slow-Travel-Entdeckung-der Langsamkeit etwas wirklich Schönes.

In diesem Sinne: Bonne année 2019!