Ist eine Karenzphase bei einer Fruchtzucker Unverträglichkeit wirklich nötig?

Ist eine Karenzphase bei einer Fruchtzucker Unverträglichkeit wirklich nötig?

Alle Zucker werden von unserem Körper aufgenommen und dienen uns als Energiequelle. Zucker kann man in diverse Einfachzucker unterscheiden und auch ihre Transportwege differieren in unserem Körper. Fruchtzucker beispielsweise benötigt ein Transport-Protein namens GLUT5 um in die Darmzellen sowie den Blutkreislauf zu gelangen. Die Aufgabe dieses Transporters ist es Fruktose aus unserer Nahrung aufzunehmen und es in unser Blut zu transportieren. Weitere Transportproteine wie beispielsweise GLUT2 oder GLUT4 sind für die Beförderung von den anderen Einfachzuckern Glukose oder auch Galaktose zuständig und verteilen diese im ganzen Körper. Fruktose wird im Gegensatz dank seiner spezifischen Transporter nur in den Dünndarm, in die Hoden des Mannes (schräg, oder?) und ebenso in die Leber transportiert. Studien in Ratten zum Thema GLUT5 haben ergeben, dass die Menge an GLUT5 im Dünndarm mit der Menge an Fruchtzucker zusammenhängt die konsumiert wird. Sobald die Ratten eine fruktosereiche Ernährung gestartet haben, hat sich auch die Menge der GLUT5 Transporter verfünffacht. Im Grunde lässt dies die Schlussfolgerung zu, dass unser Körper Fruktose nur in Anwesenheit von GLUT5 verarbeiten kann und dieses ausreichend zur Verfügung steht sobald wir Fruktose konsumieren. Wird also kein Fruchtzucker konsumiert, wird auch kein GLUT5 gebildet. Unser Alter beeinflusst auch die Produktion von GLUT5. Ratten und auch Hasen haben beispielsweise kaum GLUT5 Proteine bevor sie abgestillt sind. Kinder von 1 bis 3 Jahren verfügen ebenso über nur eine minimale Menge an GLUT5. Ergo - diese Quetsch Dinger mit viel Obstmus sind eher suboptimal. Nicht nur deshalb sondern auch weil sie generell ziemlich ungesund sind. Mehr dazu hier. Die Symptome eines GLUT5 Mangels gehen einher mit den Symptomen einer Laktose Intoleranz bei welcher das Enzym Laktase zur Verarbeitung von Laktose (Milchzucker) fehlt. Die Folgen sind in beiden Fällen Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen. Bei einer Fruchtzucker Intoleranz besteht ein Mangel an GLUT5 und somit kann es bei einem übermäßigen Verzehr zu selbigen Beschwerden kommen.

Es ist also anzunehmen, dass die bei einer Fruchtzucker Unverträglichkeit üblicherweise empfohlene Karenz in welcher komplett auf fruchtzuckerhaltige Lebensmittel verzichtet wird eher kontraproduktiv sein könnte und vielmehr die Beschwerden nach Ende der Diät verstärken könnte. #bam

Persönlich hab ich genau diese Erfahrung gemacht. Auch die Erfinderin der sogenannten GAPS Diät - diese hat ähnliche Strukturen wie die FODMAPS Ernährungsweise - empfiehlt viel eher den Fokus auf die Heilung des Darms zu legen. Genau dort sitzt nämlich auch der Ursprung der Nahrungsmittel Unverträglichkeit. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben.

Ich bin ja da einer Meinung mit dem guten alten Hippokrates: Der Ursprung einer jeden Krankheit sitzt im Darm. Der Ursprung der Gesundheit übrigens auch.

Achso, und noch ein Tipp. Üblicherweise bekommt man vom Arzt dann meist einen Zettel mit tollen Alternativen mit, die wenig Fruchtzucker enthalten. Oft steht da auch Aspartam als Zuckeralternative mit drauf. Wer potentielle Gehirnschäden und Sehstörungen vermeiden möchte, der ignoriert diese Empfehlung einfach. Warum? Mehr dazu hier.

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