Ironman Frankfurt: Bike Check-In & Schwimmen – Teil I

Bei über 30° sorgten rund 4000 Helfer mit ordentlich Verpflegung, gut 10 Tonnen Eis und Unmengen von Getränken dafür, dass es uns Triathleten während des Ironman Frankfurt eigentlich an nichts mangelte und wir uns auf den vermutlich längsten Tag des Jahres konzentrieren konnten. Dazu waren wir auf einer Strecke unterwegs, die vor allem durch ihren Marathon und die Zuschauer, die Meter um Meter den Main entlang säumten, geprägt war.

In vielerlei Hinsicht war der Ironman Frankfurt sicher nicht nur für mich ein unvergessliches Erlebnis. Ein Erlebnis, das mit einer unglaublichen Medaille gekrönt wurde, die ich mir so ersehnt und hart erkämpft habe. Der Kampf begann sprichwörtlich mit der ersten Disziplin, dem Schwimmen! Ich bin heute noch erstaunt, dass ich nicht die Flucht ergriffen oder komplett entnervt einfach aufgehört habe. Ich musste noch nie so eine Prügelei einstecken. Selbst bei einer Sprintdistanz während eines Massenstarts mit Männern zusammen ging es bis jetzt bei mir sehr viel entspannter zu. Dennoch konnte ich mich wirklich selbst überraschen. An diesem Tag allein während des Schwimmens sogar gleich zwei Mal!

Ich zeigte vermutlich das erste Mal in meinem kurzen Triathletenleben richtig Ellbogen und konnte deutlich eher als letztes Jahr aus dem Wasser steigen.

Was da passierte, verstehe ich bis heute nicht so ganz. Vermutlich ist es eine Kombination aus tatsächlich mal die Distanz zu schwimmen, die man sollte. Nämlich ohne relativ große Umwege einfach 3,8km. Dazu eventuell der Neoprenanzug, der einen super Komfort hat und ja, vielleicht auch ein etwas besserer Trainingszustand mit weniger Trainingskilometern in den Armen...

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Während der Langener Waldsee noch im Dunkeln lag, hieß es für mich um kurz vor vier aufstehen und mit Banane und Haferbrei das übliche Wettkampffrühstück zu löffeln. Denn endlich hieß es wieder: Guten Morgen, Triathlon! Guten Morgen, Ironman Frankfurt. Guten Morgen, zweite Langdistanz.

Nicht, dass mir das Aufstehen und Frühstücken leicht gefallen wäre. Aber als Triathlet ist man einiges gewohnt, auch wenn dieses frühe Aufstehen an diesem Tag nicht meine Lieblingsdisziplin war. Nach einer wirklich schlaflosen Nacht, eierte ich mehr schlecht als recht mit meinem Löffel umher. Mein einziger Gedanke galt meinen Schläuchen und dem Fuji, das einen halben Tag allein am See in der Mittagssonne brutzelte. Ich hatte es wie alle Teilnehmer am Vortag in der Wechselzone 1 abgeben müssen. Man konnte wahlweise selbst anreisen oder einen vom Veranstalter gestellten Shuttle Busse nutzen. Von denen ich aber am nächsten Morgen von einigen Athleten hörte, dass es ein etwas aufwendigeres Prozedere mit sehr langen Wartezeiten war.

Ironman Frankfurt: Bike Check-In & Schwimmen – Teil I

Der Check-In des Rades mit entsprechender Kontrolle des Zubehörs und Rads selbst ging trotz der langen Schlange am Eingang zügig. Meine Freude, mein Fuji und alles andere bald an Ort und Stelle zu wissen und endlich alle Vorbereitungen abgeschlossen zu haben, wuchs und wuchs. Nachdem das obligatorische Foto zur Sicherheit nach dem Eintritt von mir und meinem Rad gemacht wurde, brachte mich ein Helfer zu meinem Standplatz. Er war routiniert bei der Sache. Kein Wunder. Mehr als zehn Jahre unterstützt er den Ironman Frankfurt nun schon und freut sich mit jedem Athleten, der das Ziel erreicht, hört sich ihre Geschichten an und spricht selbst ganz begeistert von der Veranstaltung.

Was wären die Veranstalter und wir Athleten ohne die zahlreichen freiwilligen Helfer?!

Während für mich die Wechselzone 1 des Ironman Frankfurt einem Irrgarten gleicht, führte mich der Helfer vom Rad durch die Umkleide-Zelte weiter zu den Ständern für die Rad Wechselbeutel. Ich hatte das unglaubliche Glück, direkt den ersten Haken in meiner Reihe zu haben. So konnte ich vermutlich ohne viel Gewühl am Sonntagmorgen nach dem Schwimmen schnell und sicher den richtigen Beutel greifen. Ein letzter Blick, vermutlich der fünfte, hinein ob wirklich auch noch alles so wie beim Zusammenpacken enthalten war, musste einfach sein. Es ging weiter zum LKW und den Helfern, die die Lauf-Beutel entgegen nahmen. Da ich nicht noch einmal in die Innenstadt zum Römer in die Wechselzone 2 wollte, um dort meinen Lauf-Beutel abzugeben, überreichte ich ihn vertrauensvoll am LKW und hoffte, dass ich ihn am nächsten Tag auch tatsächlich nach der Radrunde finden würde. Nicht, dass ich nicht in die Helfer vertrauen würde, aber man weiß ja nie...

Zum Abschluss gab es noch den obligatorischen Chip, den man bis zum nächsten Morgen besser nicht verliert. Obwohl Panik darum auch überbewertet wird. Denn für irgendwie alles bietet der Service des Ironman mit freundlichen Helfern Ersatz. Nun war alles erledigt und dem Ironman Frankfurt sollte nichts mehr im Weg stehen.

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Als das Frühstück um kurz nach fünf endlich alle war, traf ich die letzten Vorbereitungen. Ich fühle mich an dem Wochenende immer in etwa so, als hätte ich das Haus verlassen und wäre unsicher, ob der Herd tatsächlich aus ist. Ständig geistert irgendetwas im Kopf herum, was nicht richtig laufen könnte oder was ich vergessen hätte. Zum Glück war ich mir recht sicher, dass ich zumindest die wichtigsten Utensilien wie Helm, Rad und Laufschuhe hatte. Irgendwann trottete ich wenige Meter vom Hotel zur Shuttle Busstation, wo die Stadtbusse wahlweise mit der Aufschrift Ironman Frankfurt oder Langener Waldsee aneinander gereiht standen. Der erste war gerade weg und es bildete sich ein Knäuel mit Athleten und deren Angehörige rund um die Busstation. Ordner sorgten aber zügig dafür, dass die wartenden Busse gefüllt wurden und abfahrbereit waren. Die Sonne sorgte derweil zumindest für so viel Helligkeit, dass ich nicht gleich wieder einschlafen wollte. Am Langener Waldsee angekommen stieg die Nervosität. Ich eilte umgehend zum Fuji, das noch voll aufgepumpt dort hing, wo ich es am Vortag abgestellt hatte. Damit konnte endlich der Tag so richtig beginnen! Nachdem die Flaschen aufgefüllt waren, kontrollierte ich abermals meinen Radbeutel. Da kommt man sich schnell mal vor, als würde man unter Zwängen leiden... Mit der Gewissheit, das alles Nützliche und Unnütze im Beutel war, zog ich mich um, denn es gab die Freigabe für den Neoprenanzug. Einige Helden des Tages beließen es dabei, ohne zu schwimmen. Bei anderen brach spontaner Jubel aus. Ich nahm es hin, wie es war. Nachdem ich mich Tage davor damit abgefunden hatte, dass ich ohne Neo unterwegs sein würde, war es mir irgendwie gleich. Einen großen Vorteil hatte es nur. Dieses Mal entschied ich mich dafür, meinen Tri Suit direkt unter dem Neo zu tragen. Die zu erwartenden Temperaturen sorgten bei mir für sehr großes Wohlbefinden. Ich war mir sicher, dass ich vermutlich nicht einen Kilometer frieren müsste, selbst wenn ich tropfend nass aufs Fuji steigen würde.

Tropfend nass musste ich mitten beim Umziehen auch noch schnell meinen Arm machen, um meine Startnummer wenigstens dort anbringen zu können. An den Beinen war es recht unnütz, weil ich wusste, dass ich garantiert Kompressionsstrümpfe anziehen werde. Während ich also mit meinem Arm, der Nummer und der Fummelei mit dem Neo beschäftigt war, gaben die Profis einer nach dem anderen Interviews, was mich nebenbei etwas von der Vorstartaufregung ablenkte.

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Mit dem Neo über den Beinen und der Badekappe und Schwimmbrille in der Hand ging ich mit einem letzten Snack runter zum See. Noch nie war ich so früh vor einem Start startklar beziehungsweise mit allen Vorbereitungen fertig. Um kurz nach sechs stand ich unten am See. Ich war unsicher, wie das mit den Shuttle Bussen laufen würde und im Falle eines platten Reifens wollte ich ausreichend Zeit haben, um zwar vermutlich in Panik aber zumindest mit einem Zeitpuffer den Wechsel vorzunehmen/vornehmen zu lassen. Da wider Erwarten alles glatt ging (und das sollte sich im Laufe des Tages immer wieder wiederholen), hatte ich gefühlt unendlich viel Zeit.

Meine Vorfreude hielt sich an dem Morgen in Grenzen. Was mich wirklich schon regelrecht nervte. Ich meine, dass ich schon gespannt war auf den Tag und ich es toll fand, endlich wieder an der Startlinie eines Triathlons zu stehen. Dieses Jahr war mein Kopf aber mit allem etwas überfordert und wer meine Trainingszusammenfassungen regelmäßig liest weiß, dass sich das besonders in den vergangenen beiden Monaten mehr als anstrengend angefühlt hat.

Zusammen mit einigen Pros wie Sonja Tajsich und Patrick Lange sprang ich einfach mal in das, nun ja, sich etwas kühl anfühlende Wasser, um die Arme und Schultern zu lockern. Die kurze Einheit am Tag zuvor hatte seine Wirkung gezeigt. Ich fühlte mich tatsächlich richtig gut und die Schwere, die sich etwas mit der Reise im Oberkörper ergeben hatte, war komplett verschwunden. Vielleicht Einbildung. Aber in jedem Fall nahm die Freude über den Tag dann doch mit jeder Sekunde zu.

Mir war plötzlich total unklar, wie ich vorher so einen Heckmeck machen konnte.

Mit dem Ausstieg aus dem See konnte ich den Start zu meiner zweiten Langdistanz, zum Ironman Frankfurt kaum abwarten. Der sollte sich allerdings noch einige Zeit hinziehen! Die aufkommende Müdigkeit wurde immer wieder von der Vorfreude breit geschlagen. Außerdem zeigte sich der See im schönsten Morgenlicht. Da gab es schon immer wieder einiges zu staunen und zu beobachten. Ein TV Helikopter kreiste ebenso über dem See wie eine Drohne. Die mehr und mehr davon ziehenden Wolken waren in pink und orange getaucht, während der blaue Himmel im Kontrast dazu strahlte.

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Ich schlenderte etwas den Strand auf und ab. Kurz vor halb sieben mussten alle Athleten raus aus dem Wasser. Die Startblöcke füllten sich langsam und ordentlich wie immer reihte ich mich exakt dort ein, wo ich dachte, ich wäre richtig. Es konnte ja niemand ahnen, dass ich ausgerechnet an diesem Tag doch um einiges schneller sein würde. Ohne jegliche Idee, wie das Schwimmen laufen sollte, hatte ich doch gefühlt nur halb so viel Zeit im Schwimmbecken verbracht wie vergangenes Jahr, stand ich in der Reihe 80-90min. Tatsächlich trainierte ich aber nur etwas weniger und hatte extrem intensive Yogazeiten hinter mir. Dass mich das aber gleich trotz unfassbarer Prügelei so vorantreiben würde, war mir absolut nicht klar.

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Für die Profi Herren ging es mit dem ersten Kanonenschuss des Ironman Frankfurt um Punkt halb sieben ins Wasser. Gewohnt rasant waren sie binnen Sekunden vom Strand entfernt. Genauso schnell zog sich das Feld auseinander. Es ist jedes Mal in Erlebnis, wenn der Wettkampf so beginnt. Das schürt natürlich Aufregung und das Warten wird nach dem Start der Profi Damen wenige Minuten später zur Qual. So war es auch am Langener Waldsee.

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Der dritte Schuss entließ kurze Zeit später die ersten Altersklassenathleten auf die Strecke. Für mich ging es keinen Schritt vorwärts. Stattdessen spielte sich ein echtes Drama vor meinen Augen ab. Ein Athlet dachte, er hätte seine Schwimmbrille wie alle anderen auf dem Kopf über der Badekappe. Tatsächlich hatte er sie nach dem Einschwimmen scheinbar auf dem Weg zum Startblock verloren und stand nun ohne da. Ein anderer Athlet versuchte ihm Mut zu machen, dass es ja Süßwasser war und er das ganz sicher auch ohne schaffen würde. Ich war fassungslos und hätte ihm aus Mitleid gern meine gegeben. Was alles passieren kann! Das zeigte mir nur wieder, dass auch ich endlich mal etwas wacher, konzentrierter und nicht immer so verträumt sein sollte.

Um mich herum waren nur ganz vereinzelt Frauen und selbst später während des Schwimmens sah ich wenig pinke Badekappen. Im Rennverlauf waren auch gefühlt nur wenige Damen unterwegs. Erst beim Laufen traf ich auf deutlich mehr. Insgesamt sollen nur 15% der Starter an diesem Tag Athletinnen gewesen sein.

Wo seid ihr Frauen? Ich finde 15% geradezu verschwindend gering.

Zwischenzeitlich hatte ich mir gewünscht, dass ein Wasserstand in der Nähe des Schwimmstarts wirklich gut getan hätte. Mehr als 20 quälende Minuten später, ging es für mich mit dem rollenden Start Richtung Wasser und wir konnten aufrutschen. Um 7:02Uhr machte ich in den ersten Schritt in den Langener Waldsee. Doch um einiges Später als beim Ironman Zürich letztes Jahr.

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Bis dahin hoffte ich noch, dass das Schwimmen ebenso gesittet für alle Athleten und für mich entsprechend angenehm ablaufen würde. Dass ich so enttäuscht werde, hätte ich absolut nicht gedacht. Mit dem ersten Armzug steckte ich in dem schnell zunehmenden Chaos Prügel ein. Obwohl ich versuchte mich recht weit rechts und außerhalb des Getümmels aufzuhalten, gab es kein Entkommen. Ich hatte die Hoffnung, dass sich das später geben würde und wollte keinesfalls schon am Anfang nachgeben. Ich zeigte tatsächlich mal Ellenbogen und ließ mich nicht von den immer wieder auftauchenden Brustschwimmern oder Athleten, die orientierungslos kreuz und quer um sich schlugen, abbringen. Teilweise waren es Wände von Brustschwimmer, auf die ich aufschwamm. So hatte ich mir das Schwimmen bei meinem zweiten Ironman wirklich nicht vorgestellt. Manche Athleten, die ich überholen musste, lagen wie ein Stein im Wasser. Selbst mit unendlicher Vorfreude und ordentlich vollgetankt mit Koffein oder was auch immer behaupte ich mal, dass ich mich nie so daneben einschätzen würde. Nun war ich letztlich schneller als die Gruppe, in der ich mich einreihte, aber so verfehlt war meine Einschätzung dennoch nicht. Ich manövrierte recht zielstrebig Richtung linke Seite des Schwimmfeldes, wo es mir leerer erschien. Das ging auch wenige Meter gut, bis die nächste Masse an langsameren Athleten vor mir lag.

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Von Rhythmus konnte keine Spur sein. Auch nicht, als ich mich bereits auf dem Rückweg der ersten Runde befand. Das geradlinige Schwimmen fiel mir gegen die Sonne recht schwer, wenngleich ich keine wirklichen Umwege wie vergangenes Jahr beim Ironman Switzerland auf mich genommen hatte. Da war ich aufgrund der elend langen Geraden auf der einen Runde zeitweilig etwas vom Weg abgekommen. Mein mittlerweile brummender Kopf war wirklich froh, als ich nach etwa 1,5km den See kurz für den kleinen Landgang verlassen konnte. Frohen Mutes, dass die zweite, längere Runde dafür sorgen würde, dass sich die Athleten etwas zusammenreißen würden und sich das Feld wirklich mal auseinander zieht, lief ich erneut ins Wasser. Kaum war auch der Kopf wieder im Wasser, ging alles von vorn los. Ich behaupte einfach mal, dass viel zu viele Athleten auf der Strecke waren. Sicher hat sich der ein oder andere auch falsch eingeschätzt. Aber für mich war es eine zu große Masse, die da unterwegs war. Dennoch fühlte ich mich extrem sicher, dass ich nun auch den zweiten, viel längeren Abschnitt packen würde.

Auf diesen Moment der Selbstsicherheit warte ich bei jedem Triathlon drei Mal.

Ich hoffe auf diesen Moment bei jeder einzelnen Disziplin. Mal kommt er eher. Mal später. Bis jetzt kam er immer mit ordentlich Gänsehaut.

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Die Orientierung raus auf den See mit der Sonne im Rücken fiel deutlich leichter. Ich sah zu, dass ich wieder möglichst weit am Rand unterwegs war. Mich erwischte dennoch immer wieder der ein und andere Schlag am Kopf, den Beinen und Armen. Nur selten konnte ich einige Meter in Ruhe genau so schwimmen, wie man es sich vorstellt. Einfach mit dem Feld. Die Bojen wurden im Tumult hin und her geschubst. Ich war froh, wenn ich ohne unterzugehen meinem Weg um sie herum fand. Auch da hieß es wieder, sich nicht abdrängen oder unterstuken zu lassen. Ich frage mich ja immer, ob andere Athleten so unempfindlich sind und es partout nicht mitbekommen, wenn sie mit ihren Armen immer wieder auf andere Athleten draufschlagen. Ich würde mich ja immer schon entschuldigen wollen, wenn ich nur den Fuß vom Vordermann berühre...

Erst mit der letzten Richtungsänderung, die uns zurück Richtung Strand brachte, wurde es wirklich spürbar angenehmer. Ich fand meinen Weg an die rechte Seite und schwamm. Einfach so. Ab und zu schaute ich nach vorn und suchte das riesige Powerbar Tor, das aus der Ferne flach über dem Wasser zunächst kaum zu sehen war. Aber die Zuschauer waren zu hören. Wieder so ein Gänsehaut-Moment. Endlich der zweite. Das sind die Erlebnisse, die durch solche Wettkämpfe tragen. So wie ganz kitschig die aufgehende Sonne über dem See, die das Wasser zum Funkeln brachte. Ich hoffte, dass es mehr davon geben würde! Nicht jetzt gleich beim Schwimmen. Aber später. Denn die letzten paar hundert Meter waren unglaublich schnell vorbei. Mit all dem Kampf davor, verflogen sie regelrecht als endlich Luft zum Atmen und Platz zum Schwimmen war. Herrlich. Ich hatte einen eigenen Rhythmus. Fast unglaublich nach schätzungsweise 3,5km. So war es ja mehr oder weniger beim Ironman in Zürich. Ich schwamm trotz ziemlich erschöpfter Arme soweit es ging ran an den Strand. Der Weg hoch zu den Rädern sollte nämlich mit dem Anstieg und dem Sandstrand ganz schön beschwerlich werden.

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Durch den Landgang zwischendrin hatte ich auch deutlich weniger Kreislaufprobleme. Ich stand schnell sicher und konnte zügig aus dem Wasser und den Hügel hinauf zur Wechselzone laufen. Alles lief wie immer nur etwas zügiger. Schwimmbrille hoch. Uhr ab. Neo runter. Uhr wieder an den Arm und weiter flitzen. Da hatte ich dann auch endlich den Blick zur Zeit gewagt und konnte es kaum fassen. Ich war doch um einiges schneller als vergangenes Jahr. Dass es aber tatsächlich ganze sieben Minuten waren, wie ich später erfuhr, machte mich sprachlos. Schließlich war ich auch im Training immer gut und komfortabel um 85 Minuten mit Neo unterwegs. Ich dachte nicht, dass da viel Raum für Verbesserung besteht. Schon gar nicht in der aktuellen mentalen Verfassung und mit dem oft geschwänzten Training. Nun waren es mit ordentlich Haue tatsächlich nur 77 Minuten und 53 Sekunden.

Es ist doch unglaublich schön, wenn man von sich behaupten kann, dass man sich noch selbst überraschen kann!

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Gleiches tat ich auch in der Wechselzone. Meine Stimmung war gut. Ich stampfte etwas atemlos aber routiniert durch die Babybecken, um meine Füße zu säubern. Griff meinen Wechselbeutel. Flitzte durch das Wechselzelt an das andere Ende, um einen der letzten Plätze zum Hinsetzen zu ergattern. So viel Zeit ist immer. Ich schüttete meinen Beutel aus und zerrte mir meine Kompressionsstrümpfe über. Das gehört ganz sicher zu den Ideen, die man eigentlich besser nicht hat. Aber letztlich war ich froh, die Teile anzuhaben und nicht später in der WZ2 damit herummachen zu müssen. Während meiner Zerrerei schrie eine Helferin nach einer Beutelnummer, während eine Athletin verzweifelt neben ihr stand. Es hatte doch tatsächlich jemand einen falschen Beutel gegriffen und scheinbar nicht mehr zurück gebracht. Unfassbar. Die Ärmste stand nun in Schwimmsachen da. Das tat mir so leid und ich hoffe sehr, dass sie diesen Ironman dennoch ins Ziel bringen konnte.

Nachdem die Strümpfe bei mir endlich gesessen hatten, bat ich eine Helferin mich schon einmal einzucremen, während ich die letzten Details an mir und meinen Sachen zurecht zupfte. Luxus! Vergangenes Jahr hatte ich ja gleich fröhlich zwei Mal die Station mit der Sonnencreme ignoriert. Dieses Mal gab es kein Entkommen. Die Helferinnen standen mitten im Weg und in meinem Fall direkt vor meiner Nase! Mit Helm und Schuhe an flitzte ich zur Abwechslung mal direkt in die richtige Reihe Richtung Fuji. Irgendwie fast unheimlich, wie das nach der langen Wartezeit vor dem Start plötzlich alles zügig hintereinander weg lief an diesem Tag. Weniger zügig war ich allerdings enttäuschender Weise auf dem Rad unterwegs. Davon aber mehr in meinem zweiten Teil zum Ironman Frankfurt.

P.S. Durch das morgendliche Schwimmen brachte mich mein Sailfish G-Range. Meine Familie beharrt auch jetzt noch drauf, dass ich nur deshalb so viel schneller war. Das lasse ich einfach mal so stehen. In jedem Fall schwimmt er sich wirklich extrem komfortabel und egal ob im Freiwasser oder Frühjahr im Freibad, ich bin sehr gern mit ihm unterwegs. So auch mir der verspiegelten Arena Cobra Tri. Sie scheint erst einmal sehr dunkel getönt zu sein, aber im Freiwasser bei Sonne und selbst bei leichter Bewölkung macht sie sich wirklich gut. Sie gehört auch zu den bequemsten Brillen, die ich besitze. Einen sehr großen Vorteil hat sie zudem. Die Gläser sind binnen Sekunden aufgrund des Materials und Bauweise nicht nur trocken, weil das Wasser sofort abfließt, sondern bietet so auch eine absolute klare Sicht. Natürlich durfte auch ein Technik-Gadget nicht fehlen. Der Garmin Forerunner 935 war wieder sehr zuverlässig im Einsatz.

Lust auf mehr Geschichten rund um meine Triathlon-Reisen, -Trainings und -Wettkämpfe? Dann schaut bei den Triathlongeschichten vorbei.

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Das hier gezeigte Bild wurde von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesem Bild liegt bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung dieses Bildes ist nur in Absprache mit uns möglich.

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