Interview mit Paskal & Urban Absolutes

Interview mit Paskal & Urban Absolutes

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Alexander Kastner and Adrian Hoffmann sind Paskal & Urban Absolutes.
2 Producer, 2 Werdegänge, 2 Städte und dennoch ein Sound: Deep.
Ich hatte die Ehre zu ihrer neuen Veröffentlichung “Gotta Make It Right” auf Pepermint Jam ein Interview zu führen.

Zuerst mal “Hallo ihr beiden”. Ich hoffe ihr habt es bequem und seid entspannt?

Alex & Adrian: Ja, danke, alles gut bei uns.

Ihr beide arbeitet ja nun schon einige Zeit zusammen und ihr wohnt räumlich weit voneinander getrennt. Adrian in Düsseldorf und Alex in Berlin.
Wie habt ihr euch dennoch gefunden?

Alex: Wir haben uns über das Label eines Freundes kennengelernt, und als Adrian 2009 beruflich in Berlin war, haben wir uns auf ein Bier getroffen und gemerkt, dass wir uns doch recht gut musikalisch wie auch menschlich verstehen.
Wir haben anfangs nichts Konkretes geplant – nur beschlossen, dass wir mal etwas zusammen machen wollen. Nachdem wir unsere ersten gemeinsamen Tracks auf guten Labels positionieren konnten, haben wir uns dann entschieden, das Projekt “Paskal & Urban Absolutes” zunächst für ein Jahr laufen zu lassen.

Adrian: Nach kurzer Zeit wurden wir von Mousse T. als Remixer für den Track „By Myself“ engagiert. Unter anderem als Reaktion auf die Aufmerksamkeit für dieses Release und verstärkte Nachfragen nach eigenen Produktionen haben wir uns dann entschlossen, uns zukünftig auf das Projekt “Paskal & Urban Absolutes” als Hauptprojekt zu konzentrieren.

Wie sieht bei der räumlichen Trennung die Zusammenarbeit aus? Reist ihr oft um euch zu sehen, hilft hier das Internet?

Alex: Es ist so, dass wir alle möglichen Wege der Zusammenarbeit ausschöpfen. Die Entwicklung einer Grundidee findet oft über den Austausch der Projektdaten via Internet statt, aber wir versuchen, uns wenigstens einmal im Monat zu sehen, um die Sachen dann gemeinsam zu beenden.

Adrian: Das hat sich unter anderem auch durch vermehrte DJ-Gigs so entwickelt – da wir oft in Berlin spielen, können wir uns zum Glück regelmäßig sehen und gemeinsam arbeiten. Wir sind beide der Meinung, dass die Zusammenarbeit deutlich produktiver ist, wenn man sich bei der Produktion in einem Raum befindet. Ein Austausch über Internet, Telefon etc. ist zwar grundsätzlich möglich, bietet aber weniger Raum für die direkte und gemeinsame Umsetzung spontaner Ideen.

Wie kann man sich die Arbeit über das Internet vorstellen? Es müssen Files von A nach B und wieder zurück und der Sound muss ja auch besprochen werden.

Alex: Das gute bei uns ist, dass wir im Grunde nur sehr wenig miteinander besprechen müssen. Unser Musikgeschmack ist sehr ähnlich, und das resultiert meistens in Projektskizzen, die uns beiden auf Anhieb gefallen.

Adrian: Beim Arrangement und Finalisieren unserer Tracks ist es dann oft hilfreich, sich direkt und intensiv auszutauschen.

Facebook macht die Welt klein und so habe ich verfolgt, wie ihr vor kurzem euren ersten Live-Act über das Sonar Kollektiv in Berlin an der Volksbühne hattet.
Hat es eure Erwartungen übertroffen? Ich meine, es war immerhin euer erster Live-Act. 

Alex: Ja, wir hatten die Chance, unseren ersten Live-Act auf der “15 Jahre Sonar Kollektiv”-Feier in der Volksbühne zu spielen – und natürlich war es für uns schon aufregend, auf einem Plakat mit “Jazzanova”, “Paul Randolph”, “Micatone” etc. genannt zu werden. Was meine Erwartung an den Abend betrifft, hat sich da alles zu 100 Prozent erfüllt.

Adrian: Geht mir genauso. Wir haben uns intensiv vorbereitet und viel geprobt – und die Arbeit hat sich vermutlich gelohnt. In jedem Fall gab es gutes Feedback für den Auftritt, und live vor einem gut gelaunten und aufgeschlossenen Publikum zu spielen hat natürlich eine Menge Spaß gemacht.

Was ist anders oder besser gesagt welche Parallelen kann man zwischen Live-Act und Djing ziehen? Wenn das überhaupt geht.

Adrian: Technisch unterscheidet sich ein Live-Act natürlich schon stark vom Auflegen. Wir spielen zwar unsere eigenen Tracks größtenteils so, wie man sie auch von unseren Releases her kennt – arrangieren und modulieren dabei jedoch live. Das erfordert schon etwas Übung und eine Menge Konzentration. Einige Tracks haben wir auch komplett überarbeitet und sozusagen „Live-Versionen“ erstellt, damit sie in unser Konzept passen.

Alex: Ich glaube, eine gute Vorbereitung ist hier tatsächlich sehr wichtig. Während man bei einem Dj-Gig viele Improvisationsmöglichkeiten hat und ständig auf das Publikum und die Stimmung auf dem Floor reagieren kann, ist dies bei einem Live-Act, wie wir ihn spielen, stark eingeschränkt. Dafür bekommen Leute hier unter anderem Musik zu hören, die sie garantiert noch nicht kennen und die sie auch nur bei einem unserer Live-Sets mitbekommen werden.

Vor kurzem war die ADE in Amsterdam. Was ist in den Niederlanden anders, wenn es um Clubgänger geht? Gibt es da Unterschiede?

Adrian: Das ADE ist sicherlich speziell und beim ersten Besuch ziemlich überwältigend – wir hatten leider viel zu wenig Zeit und es gab viel zu viele interessante Veranstaltungen, auf die wir gerne gegangen wären. Die Party im Canvas, auf der wir gespielt haben, war auf jeden Fall ein schöner Gig. Die Leute waren aufgeschlossen, die Stimmung war gut.

Kommen wir mal zu eurer neuesten Veröffentlichung auf Peppermint Jam. Ich meine, ihr veröffentlicht ja auch auf anderen Labels wie z.B. Farside Records, dem Label von Ingo Sänger aus Dortmund, das nun musikalisch einen Weg bestreitet wie Peppermint Jam.
Sucht ihr euch das Label nach Möglichkeit passend zum Sound aus oder funktioniert das nach dem “Wer zuerst kommt, signt zuerst” Prinzip?

Alex: In der Vergangenheit war das so, dass wir da den klassischen Weg gegangen sind und unsere Musik erst unseren Bekannten/Freunden angeboten haben. Falls da kein Interesse bestand, haben wir eine Sammelmail an Labels gesendet, die uns persönlich gefielen bzw. zu denen unser Sound derzeit zu passen schien. Es gingen dann schon mal 50 Promomails raus, auf die oft nur sehr wenig Resonanz kam. Unser Grundsatz war schon irgendwie “Wer zuerst kommt, signt zuerst” – was auch eigentlich ganz fair und verständlich ist. Im Laufe dieses Jahres ist bei uns eine Menge passiert, so dass wir nun in der glücklichen Lage sind, nicht mehr ganz so radikale Promo betreiben zu müssen… :)

Adrian: Ich glaube, das ist beim Aufbau eines neuen Projekts der ganz normale Gang. Zum Glück haben wir die Erfahrung gemacht, dass am Ende des Tages die Musik immer noch am meisten zählt. Wir haben unsere Tracks immer so produziert, wie wir das zum jeweiligen Zeitpunkt für richtig hielten, und werden das auch in Zukunft weiterhin so handhaben – das ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um seinen eigenen Sound zu finden und weiterzuentwickeln.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Byron Stingily, der ja nicht nur einer meiner Vocal Heroen seit Beginn der Housebewegung ist?

Alex: Das war eigentlich ganz einfach. Mousse T. & Klaus Spitzner (Labelmanager von Peppermint Jam) hatten uns angeboten, eine Fullvocal-Nummer neu zu interpretieren, die Mousse T. schon lange als Demo rumliegen hatte, bzw. hierfür ein neues Instrumental zu schreiben.

Adrian: Genau, das Vocal existierte schon lange und war bisher einfach ungenutzt. Wir haben großen Spaß daran, aus bestehendem (vornehmlich Vocal-) Material etwas Neues zu schaffen. Bei „Gotta Make It Right“ lief das eigentlich wie von selbst. Das Vocal von Byron Stingily hat uns von Anfang an umgehauen, deswegen haben wir ihm im Original-Mix auch sehr viel Platz gegeben und das Instrumental etwas minimalistischer gehalten.

Man munkelt, da steht ein Album vor der Tür? Verratet uns mal mehr.

Alex: Im Sommer 2012 ist Alexander Barck (A&R Sonar Kollektiv) auf uns zugekommen und hat uns angeboten, eine E.P. auf dem Sonar Kollektiv zu veröffentlichen – was dann auch im Oktober geschehen ist. In den letzten Monaten haben wir schnell gemerkt, dass das SK uns große Freundlichkeit und Professionalität entgegengebracht hat. Als uns Oliver Glage (Label / Product Manager) schließlich nach einem Album fragte, haben wir sofort zugesagt.

Adrian: Momentan stecken wir mitten in der Albumarbeit, bzw. derzeit noch in den Vorbereitungen. Wir werden da vom Sonar Kollektiv optimal unterstützt und bekommen die Möglichkeit, aus einem sehr kreativen Pool von Musikern und Sängern zu schöpfen. Das Releasedate ist für Ende 2013 angesetzt.

Henrik Schwarz sagte mal in einem Interview auf die Frage wie er beim Produzieren vorgeht: “It´s all a chaos.” Wie ist das bei euch? Habt ihr dieses typische “Ich hatte eine Melodie im Kopf” oder entwickelt sich das mit der Zeit?

Alex: Das ist sehr unterschiedlich. Am Anfang steht häufig sicher ein gewisses „Rumexperimentieren“. Manchmal haben wir auch schon fertige Vocals vorliegen, und basteln ein Instrumental sozusagen „drumherum“.

Adrian: Als Chaos würde ich das in unserem Fall aber nicht bezeichnen. Wir haben in der Regel schon eine Vorstellung davon, wie das Endprodukt ungefähr klingen soll, und arbeiten uns dann in diese Richtung vor. Klar, wie bereits erwähnt – wenn man zusammen im Studio sitzt und einfach drauf los arbeitet, können auch spontane Klimpereien in einer guten Idee für einen Track münden.

Was ist für euch ein gut produzierter Track? Was muss er haben, um z.B. in einem eurer Sets gespielt zu werden?

Alex: Ich glaube, dass mich ein Track/Song einfach berühren muss – dann wird er auch gespielt.

Adrian: Dem habe ich nichts hinzuzufügen :) Gibt es Musik, die euch neben der Housemusic interessiert? Viele geben Hip-Hop oder Jazz an. Ich erhoffe mir bei dieser Frage immer eine Antwort, die mich gänzlich überrascht.

Alex: Ich glaube, dass es inzwischen total „hip“ ist, als House-Produzent sein Interesse für Hip Hop und Jazz in den Vordergrund zu stellen – auch wenn Adrians und meine musikalischen Wurzeln tatsächlich irgendwo in diesem Bereich zu verorten sind. Meine Interessen führen heute weit über „Pop“, „Hip Hop“, „Folk“ oder „Electronica“ hinaus. Es muss einfach nur gut gemacht sein.

Adrian: Die Genre-Diskussion ist doch an sich schon total überflüssig. Ein guter Song ist ein guter Song. Wir versuchen da, jegliche Scheuklappen zu vermeiden und immer ein offenes Ohr zu bewahren – wir fühlen uns auch nicht als reine „Houseproduzenten“.

Wie kamt ihr überhaupt zur Housemusic? Verzeih mir, wie ich es formuliere Alex, aber du hast ja schon einige Jährchen mehr auf dem Buckel. Eventuell ging es bei dir ja schon mit der Bewegung an sich los?

Alex: Also ich bin nun 33 und bin recht spät zur Housemusik gekommen. Mein Ursprung liegt – wie gesagt – in der Hip Hop Kultur der frühen 90er Jahre (Graffiti, Breakdance etc.), von da ging es erstmal in Richtung Techno, und schließlich erst Anfang 2000 zu “House”. Es ist glaube ich auch wichtig, zu erwähnen, dass wir nicht generell Housemusik machen! ;)

 

Und bei dir Adrian?

Adrian: Auch wenn ich Alex erst 2008 kennengelernt habe, ist unser musikalischer Werdegang sehr ähnlich. Ich hab mich parallel zu Hip Hop schon immer für „elektronische (Tanz-) Musik“ im weitesten Sinne interessiert. „House“ ist als extrem breit gefasstes Genre noch am ehesten ein Label, das ich unserer Musik aufdrücken lassen würde. Bei unserem Album haben wir uns jedoch bewusst vorgenommen, uns diesbezüglich nicht einzuschränken.

Kommen wir kurz zum Auflegen. Eher getrennt oder zusammen?

Alex: Find beides toll.

Adrian: Hat beides seinen Reiz. Alleine ist ein Set oft in sich etwas stimmiger und geradliniger. Zu zweit kommen dafür ungewöhnlichere und abwechslungsreichere Sets heraus – mehr Spaß macht mir persönlich glaube ich ein gemeinsames Set.

Was reizt am zusammen Auflegen?

Adrian: Wir bereiten uns auf Dj-Sets meistens getrennt vor. Klar, wir kennen unseren Musikgeschmack, und der ist ja wie gesagt auch sehr ähnlich. Trotzdem überraschen wir uns regelmäßig gegenseitig mit neuen Tracks, die der jeweils andere entweder noch nicht kennt oder zu diesem Zeitpunkt vielleicht gar nicht gespielt hätte.

Alex: Es ist manchmal einfach spannender, eine Geschichte zu zweit zu erzählen. ;)

 

Abschließende und sehr kurze Frage die sich auf die vorherige bezieht: Was sind eure next Dates?

15.12.12 – Icebar (Istanbul) TR
19.12.12 – Suicide Circus (Berlin)
25.12.12 – Kunstkantine (Magdeburg)
18.01.13 – Bohnengold (Berlin)
24.01.13 – Cookies (Berlin)

Vielen Dank an euch beide, dass ihr euch kurz die Zeit genommen habt. Wie man sieht, wird man noch viel von euch hören und ich freue mich sehr darauf.

 

Links zu Paskal & Urban Absolutes:Paskal & Urban Absolutes auf Facebook

 

Paskal & Urban Absolutes bei Soundcloud

 

VVK auf decks.de – Paskal & Urban Absolutes feat. Byron Stingily – Gotta Make It Right

 

 

Tags: Paskal & Urban Absolutes

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