In dir ruht die soziale Kraft!

In dir ruht die soziale Kraft!

Was ist es eigentlich, dass die Gesellschaft zusammenhält?  Die Bereitschaft vieler Menschen sich zu engagieren und zwar sozial. Jeder gibt auf irgendeine Art und Weise der Gesellschaft etwas zurück, aber wie geschieht das? Und vor allem warum sollten gerade wir uns sozial engagieren?  Woher kommt diese Kraft, die uns antreibt gutes zu tun?

von Emha

Hast Du Dich nicht oft gefragt: „Was ist der Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält?“ Wenn Du andere dazu befragst, bekommst Du von jedem eine andere Antwort: Der Zyniker wird sich grinsend auf die Brust klopfen und dabei das Portemonnaie in seiner Innentasche tätscheln. Der Moralist wird belehrend den Zeigefinger heben und dabei den Blick zum Himmel wenden und der Realist wird den Zerfall der Gesellschaft prophezeien. Um zu erkennen, was aus einer Gesellschaft eine Gemeinschaft macht, braucht es keine großen Worte. Du musst Dich nur umsehen und jene beobachten, die weniger reden und mehr tun.

Es ist die unscheinbare Dame von nebenan, die täglich die Altenheime aufsucht, um jene zu besuchen, die keiner besucht. Oder es ist der Familienvater, der an den Wochenenden die Bambinis des FC Hinterhofen trainiert und sie trotz missglückter Torversuche bis zur Heiserkeit anfeuert. Es sind die fleißigen Helfer, die backen, putzen, aufbauen und E-Mail-Verteiler füttern, um aus einem geplanten Fest eine bleibende Erinnerung zu machen. Sie alle haben die Gabe, aus einem Wohnblock Nachbarschaft machen, aus leeren Bühnen rauschende Feste zu zaubern und aus Außenseitern Hoffnungsträger zu machen. Sie sind die stillen Helden, die wir im Kopf haben sollten, wenn wir von sozialem Engagement reden. Sie springen dort ein, wo jeder Investor dankend abwinkt: Denn im Blumengießen und Kinderturnen hat noch niemand eine Million gemacht. Und auch wenn sie keinen weltlichen Reichtum versprechen, müssen wir an ihnen festhalten. Denn sie verbinden Unterschiede, schenken Wärme und bilden Gemeinschaft.

Der Prophet (s) sagte: „Dschibril hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis ich meinte, er würde ihn zum Erben einsetzen.“ (Aischa, Buchari)

Warum hat er das gesagt? Warum wählte er die Worte „Nachbar“, „Herz“ und „Erben“? Weil sie das enthalten, was den Klebstoff, der alles zusammenhält ausmacht: unsere direkte Umgebung, unser beherzter Einsatz und die Werte, die wir erhalten und weitergeben.

Jede Gesellschaft lässt sich reduzieren auf ihre kleinste Einheit: die Familie. Schau sie Dir genau an, denn in ihr liegt die Quelle jeden sozialen Engagements. Die Mutter, die bis zur Aufgabe ihrer eigenen Gesundheit, ihr Kind unter dem Herzen trägt, zur Welt bringt, monatelang stillt und darüber wacht – sie ist der Archetypus eines sozial engagierten Menschen. Sie erhält dafür weder Geld noch Urkunde, leistet sowohl körperlich als auch psychisch Höchstleistungen und das über einen jahrelangen Zeitraum. Kein Engagement kann sich damit messen.

Ihr Beispiel lässt auf die Triebfeder sozialen Handelns, auf die Natur des Klebers schließen, der unsere Gesellschaft zusammenhält: Es ist tief im Wesen des Lebens verankert. Der Biologe nennt es Veranlagung, der Computertechniker nennt es Bios und wir Muslime – wir nennen es fitra.

Es ist unser Innerstes, eine der ursprünglichen Eigenschaften, die dafür sorgt, dass Gemeinschaft funktioniert. Sie ist in jedem von uns  – auch in Dir. Denn Allah (ta) hat uns in diesem Sinne erschaffen: unsere Kinder zu lieben und jenen zu helfen, die Schutz und Hilfe brauchen. Fragt die alte Dame, die die Alten und Kranken besucht, und sie wird antworten: „weil sie mir am Herzen liegen“. Oder fragt den Familienvater, warum er sich für die kleinen Fußballhelden engagiert, und seht wie seine Augen leuchten und sein Herz schneller schlägt. Kein Gefühl berührt uns tiefer und mächtiger, als das Gefühl, anderen zu helfen.

Erlebe diese soziale Kraft, die in Dir ruht. Lass Deine Umgebung sie erleben und gib Deinem Herzen einen Gelegenheit mit dem Puls der Menschlichkeit zu schlagen.

Du wirst merken, dass wenn Du Dich diesem Wunsch verweigerst, bereitet es fast körperliche Schmerzen. Gibst Du Dich ihm stattdessen hin, wie eine Mutter ihrem Kind, so liegt Dir inschallah das Paradies zu Füßen.


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