In aller Kürze: "Four Rooms" [USA 1995]


Ähnlich wie einige ebenfalls zerstückelte und ohne einen erkennbaren roten Faden montierte Episodenübungen hängt auch in "Four Rooms" die Qualität der unterschiedlichen Beiträge maßgeblich davon ab, welcher Regisseur mit welchem (Stamm-)Kameramann mit welchem (Stamm-)Cutter die Fäden im Hintergrund zieht. In dieser unheimlich durchgeknallt-irrwitzigen Silvester-Freakshow anarchischer Zerstörungsorgien und Haken schlagender Absurdität geben sich gleich vier Handwerker die Ehre, wovon der eine gern Trash reanimiert und der andere geschwätzigen Nonsens postmodernisiert – vier exzentrische Filmemacher realisieren vier skurrile Ideen in vier Zimmern eines Hotels. Zusammengehalten, verklebt und von Katastrophe zu Katastrophe per Fahrstuhl eilend: Tim Roth, der den affektiven Jerry-Lewis-Slapstick-Verschnitt allerdings so künstlich-gezwungen spielt, dass sich sein unweigerliches Desinteresse als Hotelpage schnell auf den Zuschauer überträgt – uninteressanter und befremdlicher war Tim Roth nie. Während sich die erste geistlose Hexenepisode (Regie: Allison Anders) darin gefällt, schlechten Trash im Gewand infantiler Grafikspielchen sowie unerotischer Weiblichkeit in Verbindung mit einer vollbusigen Madonna zu verquicken, lässt das zweite Kapitel (Regie: Alexandre Rockwell) trotz eines mehr oder weniger bissige(re)n Humors (mehr Synonyme für des Mannes bestes Stück sind ganz sicher nicht möglich) im Grunde genauso die Chance verstreichen, einen brachialen Knalleffekt dem ganzen Schabernack einer irrtümlichen Verwechslungsklamotte überzustülpen (trotzdem sexy: Jennifer Beals). Das Kurzweilige und weniger Primitive kommt dann leider erst zum Schluss. Im Hotelzimmer #3 lässt Robert Rodriguez unnachahmlich augenzwinkernd, unübertroffen rasant und hochgradig bescheuert eine tote Nutte unterm Bett nach dreckigen Füßen stinken. Dabei soll Timothy, pardon, Ted (!) für zwei furchtbar unerzogene Kinder eines durchgestylten Mafiapärchens (El Mariachi: Antonio Banderas) den Milch und abgestandene Cracker bringenden Babysitter spielen. Geht natürlich schief: Das Zimmer geht schlussendlich in Flammen auf! Ein großer Spaß. Und Tarantinos Abschlussepisode ist gewohnt redselige Talkshow irgendwo zwischen Trivialität (die Tücken des Champagners) und Hitchcock ("Cocktail für eine Leiche"), eine einzige Plansequenz (Andrzej Sekula) mitten durch eine geräumige Penthouse-Wohnung, in der kurze Kameraschwenks auf die nächst gelegene Explosion der jeweiligen impulsiven Figur draufhalten, um im nächsten Moment wieder den durcheinander fabulierenden, besoffenen Tarantino höchstpersönlich in einer ironischen Doppelrolle als erfolgreicher Filmregisseur ins Zentrum einer makabren Wette zu rücken, die sich in ihrem Ausgang endlich einer scharfzüngigen Pointe bedient. Tarantino hat weitaus Originelleres geschrieben, ist jedoch mit seinem Busenfreund nichtsdestotrotz für die gerade so erträgliche Mittelprächtigkeit des Gesamtfilms verantwortlich, durch das ohnehin ein Hauch typischer Tarantino-Style weht – geschmackvolle Szenenwechsel, Kapiteleinblendung, Red-Apple-Zigaretten. Die zwei anderen Regisseure vor ihnen sollten zusammen mit ihrem Teddy hingegen für immer in ihre Zimmer eingeschlossen werden.
5/10

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