Immobilienmakler werden: Grundsteinlegung nach der Schule

Spätestens mit dem letzten Schuljahr kommt die Frage auf: “Was mache ich später einmal beruflich?” Die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsberuf und einem entsprechenden Ausbildungsplatz beginnt. Der angestrebte Beruf soll möglichst Spaß machen, dauerhaft interessant sein und eine ansprechende Zukunftsperspektive bieten. Die Immobilienwirtschaft gewinnt in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung. Viele Jugendliche streben eine Lehre in der Immobilienbranche an. Hierbei empfiehlt es sich grundsätzlich, mit einer staatlich anerkannten Ausbildung zu starten.

Staatlich anerkannte Berufsausbildung in der Immobilienbranche

Zahlreiche Jugendliche träumen von einem direkten Start als Immobilienmakler. Bei dem Immobilienmakler an sich handelt es sich jedoch um keine staatlich anerkannte Ausbildung. Oftmals handelt es sich hierbei um Quereinsteiger oder aber um Immobilienfachleute oder ausgebildete Kaufleute mit Zusatzqualifikation. Grundsätzlich empfiehlt sich der zuletzt erwähnte Werdegang. Für eine langfristig positive Zukunftsperspektive sollte eine grundständige Ausbildung, mit staatlicher Anerkennung oberste Priorität sein. Jugendliche, die später einmal als Immobilienmakler tätig sein möchten, haben vielfältige Möglichkeiten, um dieses Ziel mit fundierten Fachkenntnissen zu erreichen. Beispielsweise empfehlen sich Berufsausbildungen zur Immobilienkauffrau beziehungsweise zum Immobilienkaufmann. Alternativ bieten sich kaufmännische Lehren an, die zum Beispiel zum Abschluss Kaufmann/-frau für Büromanagement führen.

Als Immobilienkauffrau/-mann in den Immobilienmarkt starten

Bei dem Beruf der Immobilienkaufleute handelt es sich um eine staatlich anerkannte Berufsausbildung mit einer Lehrdauer von drei Jahren. In der Regel erfolgt die Ausbildung in dualer Form. Ein ausbildendes Unternehmen ist somit, neben der Berufsschule notwendig. In diesem Zusammenhang erhalten die Azubis auch eine monatliche Vergütung, die zwischen 760 Euro und 980 Euro liegt (abhängig vom Ausbildungsjahr und Unternehmen). Rein rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung festgeschrieben. Somit kann sich jeder, unabhängig von seinem Schulabschluss, Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhoffen. Allerdings haben die ausbildenden Unternehmen bestimmte Vorstellungen und Erwartungen. Im Jahr 2013 gab es insgesamt 2.877 Ausbildungsanfänger. Hiervon konnten gerade einmal drei Prozent lediglich einen Hauptschulabschluss vorweisen. Ein Prozent der Azubis erhielt sogar ohne einen Hauptschulabschluss die Chance auf eine Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann beziehungsweise zur Immobilienkauffrau. Im Vergleich dazu konnten 72 Prozent der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife vorweisen. Dieser Trend zeigt sehr deutlich, was die Ausbildungsbetriebe von ihren Lehrlingen erwarten. Ein Blick in die Jobbörse kann aber auch ohne Abitur nicht schaden. Unabhängig vom vorhandenen Schulabschluss sollten die Bewerber gute bis sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Wirtschaft und Deutsch vorweisen. Falls es mit der Ausbildung zur Immobilienkauffrau oder zum Immobilienkaufmann nicht klappt, gibt es verschiedene Alternativen, die sich ebenfalls als Grundstein für eine spätere Karriere als Immobilienmakler/-in eignen. Eine Ausbildung zur Bankkauffrau, zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen mit Fachrichtung in der Finanzberatung oder zur Kauffrau für Büromanagement.

Bankkaufmann/Bankkauffrau als erste Alternative

Eine Ausbildung im Bankenwesen eignet sich vor allem als Alternative für Abiturienten. Von 13.044 Ausbildungsanfängern im Jahr 2013 mussten 71 Prozent die Hochschulreife vorweisen, wenngleich es auch hier rein rechtlich keine bestimmte Vorbildung gibt. Nur 28 Prozent der Azubis wurden mit mittlerem Bildungsabschluss angenommen. Wie in der Ausbildung von Immobilienkaufleuten achten die Unternehmen verschärft auf die Zeugnisnoten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Wirtschaft. Sofern man sich für diese Alternative entscheidet, empfiehlt sich die Bewerbung bei Ausbildungsunternehmen, die nicht nur Finanzdienstleistungen zu ihrem Portfolio zählen, sondern ebenso die Immobilienverwaltung. Ein Start in die spätere Tätigkeit als Immobilienmakler kann damit deutlich erleichtert werden. Im Gesamten dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann beziehungsweise zur Bankkauffrau drei Jahre. Wobei sowohl der schulische wie auch der betriebliche Ausbildungsteil inbegriffen ist. Die monatliche Bruttovergütung im ersten Lehrjahr liegt zwischen 876 und 888 Euro. Im zweiten Jahr erhalten die Azubis 933 bis 948 Euro. Im letzten Ausbildungsjahr sind es schließlich 989 bis 1007 Euro pro Monat.

Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen mit Fachrichtung in der Finanzberatung als zweite Alternative

Als zweite Alternative empfiehlt sich eine Ausbildung in der Versicherungs- und Finanzbranche, wobei die Zahl der jährlichen Ausbildungsanfänger hier deutlich weiter unten liegt. 2013 lernten gerade einmal 237 Jugendliche den Beruf “Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen mit Fachrichtung in der Finanzberatung”. Hiervon wiesen 61 Prozent das Abitur, 31 Prozent die mittlere Reife, sieben Prozent den Hauptschulabschluss und ein Prozent keinen Schulabschluss vor. Zu den wichtigsten Schulfächern zählen abermals Deutsch, Mathematik und Wirtschaft. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Während dieser Zeit kann eine monatliche Bruttovergütung zwischen 894 und 1029 Euro erwartet werden.

Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement als dritte Alternative

Abschließend kann auch eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Büromanagement als erster Weg in die Immobilienbranche genutzt werden. Die Chancen auf eine Lehre sind hier schon alleine aufgrund dessen deutlich erhöht, dass eine Ausbildung in nahezu jedem Wirtschaftszweig möglich ist. 30.003 Azubis ließen sich 2013 im Büromanagement ausbilden. Lediglich 33 Prozent mussten eine Hochschulreife vorweisen. Bei 52 Prozent genügte die mittlere Reife. Zwölf Prozent wurden sogar mit Hauptschulabschluss und zwei Prozent ohne Hauptschulabschluss eingestellt. Auch die finanziellen Aspekte können sich sehen lassen, wobei hier vor allem der Wirtschaftszweig von Bedeutung ist. Industrie- und Handelsunternehmen zahlen ihren Lehrlingen zwischen 742 und 975 Euro pro Monat. Handwerksunternehmen vergüten dagegen zwischen 543 und 797 Euro monatlich. Im öffentlichen Dienst gibt es zwischen 823 und 922 Euro monatliche Bruttovergütung. Wer sich für diesen Zugang in die Immobilienbranche entscheidet, sollte den Fokus insbesondere auf Industrie- und Handelsunternehmen legen, wobei auch der öffentliche Dienst sehr interessant und aufschlussreich sein kann. Bürokaufleute müssen neben Kenntnissen in Wirtschaft, Mathematik und Deutsch auch gute bis sehr gute Kenntnisse in Englisch vorweisen. Für den späteren Einstieg in die Immobilienwirtschaft ist das von großem Vorteil, denn damit kann nicht nur die nationale, sondern ebenso die internationale Immobilienbranche bedient werden.

Keinen Ausbildungsplatz gefunden? Wie wär´s mit einem Studium?

Für Hochschulzugangsberechtigte, die keinen geeigneten Ausbildungsbetrieb gefunden haben oder eine Lehre erst gar nicht in Betracht ziehen, kann ein Studium sehr interessant sein. Etwa ein betriebswirtschaftliches Studium mit Fachrichtung Immobilien oder ein grundständiges Immobilienwirtschaftsstudium, dessen Regelstudienzeit zwischen sechs und acht Semester beträgt. In der Immobilienwirtschaft sind auch duale Studiengänge möglich, sodass neben der trockenen Theorie auch Praxiswissen vermittelt wird.