Immer fröhlich – das gibt es doch gar nicht!

Von Wernerbremen

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,
heute möchte ich Euch eine Geschichte von Roland Küblererzählen:
„Die Schattenwölfe“
„Dalan, der junge Abenteurer, wusste aus alten Legenden, dass die Schattenwölfe eine Spur, die sie einmal gewittert haben, niemals wieder verlieren. Gegen sie hilft keine Waffe – sie hetzen ihre Opfer erbarmungslos, bis diese zusammenbrechen.
Dalan lief, so schnell er konnte, in die große Höhle hinein, doch das Rudel der Schattenwölfe rückte ihm in großen Sätzen immer näher. Er wusste, lange würde er nicht mehr durchhalten können. Er strauchelte, er schrie, er stürzte hart auf einen Stein.

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Hilflos suchte er seinen Kopf mit den Armen zu schützen. Jeden Moment mussten die Schattenwölfe über ihn herfallen und ihre Reißzähne in seinen Leib schlagen. Er hielt den Atem an. Doch nichts geschah. Vorsichtig richtete er sich ein wenig auf. Kaum drei Armlängen von ihm entfernt saßen die Schattenwölfe und starrten ihn an. Ihre schemenhaften Körper zitterten leicht.
Fast unmerklich kroch Dalan ein Stück weiter. Die Wölfe kauerten sich zusammen und beobachteten ihn. Dalan stand auf und ging – die Wölfe im Auge behaltend – einige Schritte. Das Rudel erhob sich. Mit einem Ruck drehte sich Dalan um und rannte los. Bald waren die Schattenwölfe wieder dicht hinter ihm. Dalan lief langsamer. Die geifernden Wölfe kamen nicht näher.
Als Dalan vor sich einen Lichtschein sah, atmete er erleichtert auf.
Schattenwölfe scheuen das Licht, so viel wusste Dalan.
Ein kühler Lufthauch ließ ihn zurückschrecken. Zögernd tastete er sich weiter, bis er merkte, dass der Höhlengang abrupt abbrach.

Lockend winkte ihm das warme Licht von der anderen Seite des Spaltes. Entsetzt schüttelte sich Dalan. Wäre er in schnellem Lauf vor den Schattenwölfen geflüchtet, läge er jetzt zerschmettert auf dem Grund dieser Höhle.

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Die Wölfe lauerten dicht hinter ihm, kamen aber nicht näher. Entschlossen ging Dalan einen Schritt auf sie zu. Unruhig bewegten sich die mächtigen Köpfe. Dalan ging weiter auf sie zu. Die Schattenwölfe drückten sich aneinander. Dann drehten sie sich langsam um und schlichen, die Körper flach an den Höhlenboden gepresst, davon. Als Dalan ihnen mit festen Schritten folgte, flohen die Schattenwölfe in die Dunkelheit des Höhlenganges…“

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Ihr Lieben,
In dieser Woche bekam ich von einem Leser des ESELSKIND-Blogeine E-Mail, in der er sich heftig beschwerte und mir mitteilte, das sei doch völlig unglaubwürdig, dass ich unser meine Geschichten immer schreiben würde „Euer fröhlicher Werner“, denn kein Mensch könne immer fröhlich sein, auch ich hätte sicher Augenblicke, in denen ich traurig sei, Angst hätte oder mit dem Leben hadere!“
Wenn jemand unter Euch glaubt, dass unter Fröhlichsein zu verstehen ist, dass ich hier zuhause den ganzen Tag lache, dann bin ich sicher nicht immer fröhlich.Fröhlich zu sein, bedeutet für mich, das Fröhlichsein als Lebenshaltung zu praktizieren.
In unserer heutigen Geschichte erkennen wir, wie wir in richtiger Weise mit unserer Lebensangst, die uns ab und zu überfällt, umgehen können.

Quelle: Helmut Mühlbacher

Das Geheimnis besteht darin, dass wir unsere Angst nur dann besiegen können, wenn wir uns unserer Angst stellen. Wenn wir vor unserer Angst davonlaufen wie in eine dunkle Höhle, dann werden wir irgendwann zusammenbrechen und ohne Hoffnung und Zuversicht sein.
Das Geheimnis der Angst besteht darin, dass sie nur dann Besitz von uns ergreifen kann, wenn wir das zulassen. Die Angst bleibt gerne in unserer Nähe und sie nimmt wie ein Wolf unsere Spur auf, wenn wir vor ihr davonlaufen.
Ich habe in meiner Kindheit und Jugend so viel Schreckliches und Böses erlebt, dass mein Leben von Angst erfüllt war. Durch liebe, gute Menschen habe ich gelernt, mit der Angst umzugehen.
Und jetzt komme ich zurück zum Fröhlichsein:
Meine tägliche und ausdauernde Fröhlichkeit besteht vor allem darin, dass ich der Angst, der Mutlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit, der Entmutigung in meinem Leben keinen Raum gebe.

Quelle: Astrid Müller

Weil ich weiß, dass die Angst die Dunkelheit liebt, bewege ich mich viel im Licht, im Hellen, in der Sonne.
Weil ich weiß, dass die Angst die Mutlosigkeit liebt,
traue ich mir immer wieder etwas Neues zu, strebe ich ein neues Ziel an.
Weil ich weiß, dass die Angst niemals lacht, bin ich gerne mit fröhlichen, lachenden Menschen zusammen.Weil ich weiß, dass die Angst immer nur den einzelnen Menschen anfälltliebe ich die Gemeinschaft mit anderen Menschen.Weil ich weiß, dass die Angst es liebt, wenn ein Mensch nichts tut und tatenlos seinem eigenen Leben zuschaut, werde ich von mir aus aktiv und unternehme etwas.Weil ich weiß, dass die Größe meiner Lebensangst davon abhängig ist, wie ich mit ihr umgehe,trete ich ihr jeden Morgen entgegen und begrüße sie mit den folgenden Worten: „Du bist ein Teil meines Lebens, das muss ich akzeptieren, aber Du hast nicht über mein Leben zu bestimmen, über mein Leben bestimme ganz alleine ich!“
Meine tägliche Fröhlichkeit besteht nicht darin, dass ich den ganzen Tag lache, sondern darin, dass das Fröhlichsein mein Handeln und Tun bestimmt und alles in meinem Leben darauf ausgerichtet ist, mutig zu sein, zuversichtlich zu sein, hoffnungsvoll zu sein, fröhlich zu sein und niemals aufzugeben.Ihr Lieben,ich wünsche Euch eine gute neue zuversichtliche und mutige Woche und grüße Euch herzlich aus Bremen
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen