Im Interview: Hijuga und HerrDekay von GronkhDE

Erstellt am 25. August 2013 von Michael Fuchs @lpgeilde

Hallo liebe Leser,

ich hab’ am Freitag auf der Gamescom in der business area Hijuga und HerrDekay von GronkhDE getroffen und natürlich gleich gefragt, ob ich ihnen denn ein paar Fragen stellen dürfe. Beide haben netterweise “ja” gesagt und ich hab gleich losgefragt.Links auf dem Titelbild des Beitrags steht übrigens der Hijuga und rechts der HerrDekay. Der coole Typ in der Mitte bin ich. 

Hier das Interview:

Marian:

Für mich sind Let’s Plays eine „neue Form“ von Journalismus, da man die Games im Zusammenhang mit dem Commentary auf eine sehr subjektive Weise sieht, anders als bei den reinen Gameplay-Videos. Findest du, dass das für z.B Kaufentscheidungen hilfreich ist?

Hijuga:

Also ich finde das eigentlich auch sehr gut, weil das orientiert sich ein Bisschen am amerikanischen Journalismus. Das Problem ist, dass wir ja in Deutschland eigentlich immer von irgendwelchen Medienvereinen redaktionell regiert wurden. Wir haben die IDG, wir haben Computec. Und die bringen halt ihre Magazine raus und machen ihren Stil der Berichterstattung. Die ist, sag ich mal, sehr theoretisiert. Man bekommt die Infos vom Publisher.

Bekommen wir ja auch auf PlayMassive in Form von Pressemitteilungen, die verarbeitet werden. Aber damit gibt man natürlich in vielen Fällen eher das Bild wieder, das der Publisher will, dass man wiedergibt. Blogs, sowie Let’s Plays oder Vlogs – diese ganze Guerilla-Maschinerie, die hat sich ja zum Auftrag gemacht, subjektiv darüber zu berichten. Da geht der Spieler her und sagt: „Hey, ich find’ das Spiel geil, oder ich find’ das Spiel scheiße.“ Und das ist genau die Art von Journalismus, die in Deutschland gefehlt hat.

Und das macht auch das Let’s Play als Format so wichtig, wobei der eine das halt mehr als Hobby macht und spielt einfach, weil er gerne spielt und die Leute ihm einfach zugucken sollen und andere wollen halt gerne Etwas bewegen und ihre Meinung sagen. Das kann man ja immer nach dem persönlichen Ermessen auslegen.Aber rein vom journalistischen Aspekt finde ich, dass das Let’s Playen eine sehr gute Ergänzung ist.

Marian:

Beeinflusst dich das Let’s Playen beim Schreiben für PlayMassive? Wenn ich das mal aus meiner Sicht ausleuchte, achte ich mehr auf die Details in Games, was mir natürlich beim Schreiben enorm hilft.

Hijuga:

Also ich persönlich bin ja, auch was Let’s Plays angeht, mehr so der Hobby-Spieler, weil ich den redaktionellen Teil bei PlayMassive mache. Bei den Let’s Plays nehme ich auch wirklich nur Spiele, bei denen ich weiß, dass sie mir Spaß machen. Ich mach’ ganz selten mal ‘n Spiel, was mir keinen Spaß macht, wo ich dann vielleicht sogar rumnörgel. Aber ob es einem jetzt wirklich hilft? Ich glaub’ das kommt darauf an, wo man herkommt.

Ich kam ja schon aus dem Journalismus. Deswegen war das Let’s Playen nur ‘ne Ergänzung. Wer jetzt aber damit noch gar Nichts zu tun hat, der macht damit halt seine ersten Schritte, weil er halt, wie du schon sagst, mehr sieht, Kommentare bekommt und auch mit dem Feedback arbeiten kann. Und irgendwann beginnt man halt,sag ich mal, auch zu analysieren und realisieren: „Was sehen meine Zuschauer, was sagen sie mir und worauf achten eigentlich die Leute bei ‘nem Spiel?“ Und wenn man Kommentare bekommt, wie „Die Grafik ist da nich’ so gut.“ oder „Genau dieses Feature find’ ich total toll.“, dann beginnt man das ja auch irgendwann selbst zu realisieren und seinen eigenen Horizont zu erweitern.

Marian:

Und dann schnapp’ ich mir ganz schnell den HerrDekay noch dazu.Und zwar: Die Likes und Dislikes. Leidiges Thema z.B auch bei uns im Forum, weil viele sich unter anderem entmutigt fühlen, wenn es Dislikes gibt. Was haltet ihr denn davon? Beeinflusst es euch, oder habt ihr dann sogar schlechte Laune, wenn ihr Dislikes bekommt?

HerrDekay:

Grundsätzlich sollte man mit dem Like-/Dislikesystem ein Bisschen vorsichtig sein.

Marian:

Also ich seh’ das immer so, dass es nur mit konstruktiver Kritik Sinn macht.

HerrDekay:

Ja, es gibt ‘ne ungefähre Richtung an, ob das Video gut ankommt, oder nicht. Aber man sollte sicht nicht zu sehr drauf versteifen, sondern wirklich in die Kommentare schauen, was da drin steht.

Also wie gesagt als Richtung O.K. Wenn man sieht, dass der Balken komplett rot ist, dann weiß man, dass man’s vielleicht nicht ganz so gut gemacht hat und ansonsten sind auf jeden Fall die Kommentare wesentlich wichtiger.

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei beiden dafür bedanken, dass sie sich die Zeit für mich genommen haben. Danke!