Ilha Grande: Von Strafgefangenen zu Strandliebhabern

Der Praia da Feitiçera zählt zu den schönsten Stränden der Ilha Grande, © Carlos Perez Couto, Wikimedia Commons

Der Praia da Feitiçera zählt zu den schönsten Stränden der Ilha Grande, © Carlos Perez Couto, Wikimedia Commons

Etwa 150 Kilometer südwestlich von Rio de Janeiro, liegt ein Juwel vor der Küste Brasiliens: Die Ilha Grande. Eine Insel im atlantischen Ozean, die mit 193 Quadratkilometern nicht wirklich groß ist, aber auf einer Fläche - etwa fünfmal so klein wie Rügen – eine Menge zu bieten hat. Obwohl die Ilha Grande viel offeriert, ist sie größtenteils noch unberührt. Dies ist wohl besonders darauf zurückzuführen, dass es keine wirklichen Straßen gibt, denn die Insel ist komplett autofrei. So kann sich die Natur entfalten und hat nicht noch zusätzlich mit Luftverschmutzung zu kämpfen. Auch ist auf der “großen Insel” keine Bank und auch kein einziger Geldautomat zu finden. Wer also in einem Restaurant die vorzügliche Küche des Landes genießen möchte, sollte genügend Bargeld mitbringen. Die Überfahrt von Angra dos Reis nach Vila do Abraão nimmt circa eine Stunde in Anspruch, in der rund 20 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt werden. Auch von Mangaratiba wird in der gleichen Zeit übergesetzt.

Noch vor 20 Jahren wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, hier einen Zwischenstopp einzulegen, denn bis 1994 beherbergte das Eiland ein Gefängnis. 1903 wurden die ersten Strafgefangenen in das Alcatraz Brasiliens verschifft und man hoffte, dass sich, aufgrund der Abgeschiedenheit, die kriminellen Organisationen zerschlagen würden. Da diese mit den Jahren allerdings immer größere Ausmasse annahm, wurde beschlossen, die Haftanstalt Anfang der Neunziger Jahre nicht nur zu schließen, sondern auch abzureißen. Heute können aber noch Überbleibsel besichtigt werden. Allerdings ist der Weg dorthin etwas beschwerlich und führt auf einem zweistündigen Marsch durch üppige Vegetation. Nicht unweit des Dorfes Vila de Dois Rios sind die Ruinen den Kräften der Natur überlassen.
Ein weiteres historisches, aber sehr gut erhaltenes Bauwerk, das besichtigt werden kann, ist der Leuchtturm Farol de Castelhanos, der zu den ältesten Brasiliens gehört.

Die Strände von Ilha Grande sind paradiesischer als paradiesisch. Über 100 größere und kleinere Buchten verteilen sich rund um die Insel und einige sind sogar nur mittels Boot zu erreichen. Zu den bekanntesten Stränden des Landes gehört der Lopes Mendes, der auch bei Surfern sehr beliebt ist. Zu den schönsten zählt der Praia da Feitiçera.
Wer Wassersport lieber unterhalb der Wasseroberfläche betreibt, ist besonders gut in der Lagoa Azul aufgehoben. Die blaue Lagune ist ideal für einen Schnorchelausflug, auf dem man tropischen Fischen und Korallen begegnet.
Ein weiteres Naturschauspiel ist die Gruta do Acaiá. In die Höhle dringt Meerwasser ein, in dem sich das Sonnenlicht in den herrlichsten Farben widerspiegelt.
Hoch hinaus hingegen geht es auf den Pico do Papagaio. Zwar ist er mit 982 Metern etwas kleiner als der westlich von ihm gelegene Pico da Pedra d’Água, jedoch durch seine außergewöhnliche Form bei Wanderern sehr beliebt, denn der Berg ähnelt einem Papageienkopf.

Wer selbst den Gipfel erklimmen, sich in den Gefängnisruinen in die Zeit zurückversetzen lassen oder einfach nur die Inselwelt genießen möchte, kann dies mit unseren Reisen Naturwunder Brasiliens, Rio, Regenwald und Tafelberge und Brasilien: Höhepunkte der Atlantikküste.

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