Idiopathische Sterilität: Bringt eine IVF die besseren Chancen?

Verbessert eine IVF bei Paaren mit einer idiopathischer Sterilität tatsächlich die Chancen schwanger zu werden? Die Idiopathische Sterilität ist eine ungeklärte Kinderlosigkeit, das bedeutet, dass im Rahmen der medizinischen Diagnostik keine Ursachen für das Ausbleiben einer Schwangerschaft gefunden werden konnten. Doch ohne Diagnose keine Behandlung. Oder ist es sinnvoll in dieser Situation trotzdem eine künstliche Befruchtung zu machen?

Idiopathische Sterilität: IVF oder Abwarten?

„Es ist bei uns körperlich alles ok", schreiben mir oft Paare und trotzdem klappt es nicht mit dem Schwanger werden. Was können wir tun?

Ich hatte bereits in meinem Artikel über das Thema idiopathische Sterilität & Hoffnung zwei Studien aus Holland vorgestellt, die nachweisen konnten, dass es für Paare mit idiopathischer Subfertilität Sinn machen kann, abzuwarten. Abwarten meint hier weiter im natürlichen Zyklus zu versuchen schwanger zu werden und dazu möglichst genau die fruchtbaren Tage zu bestimmen.

Nicht jedes betroffene Paar braucht sofort eine Kinderwunschbehandlung, da es gute Chancen gibt auch nach längerer Wartezeit spontan schwanger zu werden.

Eine aktuelle Studie aus Amsterdam liefert nun eine neue retrospektive Datenanalyse und damit wichtige Anhaltspunkte, wie man mit einer idiopathischen Kinderlosigkeit umgehen kann.

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Idiopathischer Sterilität: Welche Behandlung hilft wirklich?

Ich habe Dir die neue Studie in meiner Literaturliste zum Thema unter diesem Artikel verlinkt. Ausgangspunkt der Studie war die Frage, welche Paare mit ungeklärter Kinderlosigkeit mithilfe einer IVF schneller schwanger werden als mit dem Ansatz abzuwarten und es weiter auf natürlichem Wege zu versuchen.

Die Studienergebnisse

Für Paare, bei denen die Frau unter 40 Jahre alt ist, bietet die IVF vor allem im ersten Jahr des Kinderwunsches bessere Chancen schwanger zu werden als abwartendes Verhalten.

Die Daten liefern Schwangerschaftsraten von 47,9% bei einer IVF und 26,1% bei abwartendem Verhalten.

Allerdings nahm diese sehr gute IVF Schwangerschaftsrate im ersten Kinderwunsch Jahr bei Frauen von über 34 Jahren stark ab.

Damit wird deutlich:

Wichtige Einflussfaktoren für den Erfolg einer IVF Therapie sind das Alter der Frau, die Dauer des Kinderwunsches und vorangehende Schwangerschaften.

Die IVF Therapie bringt zwar innerhalb der ersten 12 Monate die besseren Schwangerschaftsraten, allerdings liegt die Gesamt-Konzeptionschance bei abwartendem Verhalten in einem Zeitraum von 2 bis 3 Jahren mit 41% ähnlich hoch.

Es ist also sinnvoll auf eine natürliche Konzeption ohne IVF Behandlung zu hoffen und dafür eine längere Kinderwunschzeit von 2 bis 3 Jahren in Kauf zu nehmen.

Weitere wichtige Ergebnisse

Für Frauen mit idiopathischer Sterilität, die älter als 40 Jahre alt sind, bietet eine IVF keine relevant besseren Chancen auf eine Schwangerschaft als ein abwartendes Verhalten.

Vielmehr lag die Chance auf eine Schwangerschaft sogar bei der IVF Behandlung um 10% niedriger.

Bedenkt man die enorme psychische und auch finanzielle Belastung, die durch eine IVF entsteht, ist es sinnvoll diese Paare sorgfältig aufzuklären und zu beraten.

Unabhängig vom weiblichen Alter war eine IVF Therapie bei Paaren mit einer kurzen sekundären Subfertilität (1 Jahr Wartezeit) weniger effektiv. Diese Paare haben die Chance auf eine natürliche Empfängnis im Rahmen von 30% und mehr.

Bietet die IVF bessere Chancen bei idiopathischer Sterilität?

Die Studie macht deutlich, dass man für eine Antwort genau hinschauen sollte. Die Erfolgschancen hängen stark vom Alter der Frau, der Dauer des Kinderwunsches und der Frage ab, ob es bereits im Vorfeld eine Schwangerschaft gab.

Zwar führt eine IVF gerade bei Frauen unter 40 Jahren am schnellsten zu einer Schwangerschaft, trotzdem entsteht berechtigte Kritik, wenn man einem gesunden Paar ohne rational nachvollziehbare Gründe eine solche intensive medizinische Therapie empfiehlt. Abwarten scheint tatsächlich oft die bessere Option zu sein, wobei diese Zeit dazu genutzt werden sollte, sich intensiv mit dem eigenen Zyklus auseinanderzusetzen.

Je besser Du bestimmen kannst, wann Dein Eisprung ist, umso höher ist die Chance, dass Du mit Deinem Partner an den entscheidenden Tagen Sex hast. Auch für Frauen, die 40 Jahre und älter sind, macht es Sinn den eigenen Zyklus genau zu tracken und auf diese Weise optimal zu nuten.

Ich empfehle Dir das Ava Armband oder auch den neuen Zyklustracker Breathe Ilo genauer anzuschauen. Auch der cyclotest myWay ist ein super zuverlässiger Zykluscomputer. Zwar sind diese Fruchtbarkeitsrechner alle nicht billig, im Vergleich zu einer künstlichen Befruchtung aber mit absoluter Sicherheit die günstigste und angenehmste Variante, um schwanger zu werden.

Bei Fragen melde Dich gerne bei mir!

Herzliche Grüße

Silke

Idiopathische Sterilität & IVF Chancen: Literatur

  • R. van Eekelen et al.: IVF for unexplained subfertility;whom should we treat? Human Reproduction, im Druck.
  • R. van Eekelen et al.: Natural conception rates in couples with unexplained or mild male subfertility scheduled for fertility treatment: A secondary analysis of a randomized controlled trial. Human Reproduction, Hum Reprod, 2018 May 1;33(5):919-923. doi: 10.1093/humrep/dey051.
  • R. van Eekelen et al: Natural conception: repeated predictions over time. Human Reproduction, Volume 32, Issue 2, 1 February 2017, Pages 346-353.
  • Gunn DD, Bates GW: Evidence-based approach to unexplained infertility: a systematic review. Fertil Steril. 2016 Jun;105(6):1566-1574.e1. doi: 10.1016/j.fertnstert.2016.02.001.
  • Veltman-Verhulst SM et. al.: Intra-uterine insemination for unexplained subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Feb 19;2:CD001838. doi: 10.1002/14651858.CD001838.pub5.
  • Kersten FA et al.: Tailored expectant management in couples with unexplained infertility does not influence their experiences with the quality of fertility care. Hum Reprod. 2016 Jan;31(1):108-16. doi: 10.1093/humrep/dev277. Epub 2015 Nov 16.
  • Kersten FA et al: Overtreatment in couples with unexplained infertility. Hum Reprod. 2015 Jan;30(1):71-80. doi: 10.1093/humrep/deu262. Epub 2014 Oct 21.
  • Pandian Z, Gibreel A, Bhattacharya S.: In vitro fertilisation for unexplained subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2015 Nov 19;(11):CD003357. doi: 10.1002/14651858.CD003357.pub4.

Foto: Bigstockphoto.com © kotist

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