Ich schaffe nicht zu polarisieren

Stellt euch hier ein Zitat aus einer Email vor, das mich darauf hinweist, dass ich früher emotionaler geschrieben habe.

Es geht um den Startup Blog. Ich habe noch nichts von mir online gestellt, aber intern fliegen einige Entwürfe herum. Mein Ziel ist wöchentlich drei Beiträge zu schreiben und zumindest einen zu veröffentlichen. Das Thema ist teilweise neu für mich, das schreiben hilft mir Informationen zu verarbeiten und bessere Entscheidungen zu fällen. Irgendwann fühle ich mich sicher genug alles zu veröffentlichen, momentan passiert das Gegenteil. Neben der Sprache sind die Scheren im Kopf das Hauptproblem. Hier fällt es mir erstaunlich leicht zu schreiben. Es geht lediglich um mich. Seit ich meinen Namen in den Titel gegeben habe, fühle ich mich nicht einmal mehr verpflichtet ein bestimmtes Thema zu bedienen. Ich kann einen Beitrag bestehend aus einem Bild veröffentlichen oder einen 12k Wörter rant. Die Leser melden sich schon oder verschwinden einfach. Bei all dieser Leichtigkeit vergisst man schnell, dass der Blog entscheidender Impulsgeber für mein Leben in den letzten fünf Jahren war. Studium, Jobs, Vorträge, Startup. Alles im Zusammenhang mit dem Blog entstanden.

Bei einem Startup ist man nicht nur für sich verantwortlich, sondern auch für die anderen. Man verlässt sich auf sich gegenseitig und ich habe konstant Angst Fehler zu machen. Dabei muss ich Fehler machen. Das haben wir auch intern schon geklärt und wie ihr vielleicht mitbekommen habt, 2012 als Jahr der Fehler ausgerufen. Solange man nichts veröffentlicht, kann man nicht wirklich Fehler machen. Damn.

Schon wenn ich beginne zu schreiben, melden sich all die Scheren in meinem Kopf. Was ich früher anderen Menschen versuchte beizubringen, schaffe ich selbst nicht mehr. Ein Blog ist nichts absolutes. Es wächst mit der Zeit. Gerade zu Beginn ist Platz zum experimentieren. Ein bisschen spielt auch mit, dass die Erwartungen bereits gewachsen sind, ohne dass wir viel nach außen getragen haben. Und dass Bruno verdammt gut schreiben kann. Ich gehe daneben unter, aber es ist nicht sein Job zu schreiben. Zumindest nicht nur. Er muss das ganze Schiff zusammenhalten und so hat er mir das Megaphon in die Hand gedrückt und gesagt: “Mach mal.”. Also mach ich mal. Erst viel zu ausführlich, dann zu wischi-waschi und im Moment gar nicht mehr.

Ich bin nicht mehr Beobachter, der daneben steht und kommentiert, was andere sagen oder machen. Ich bin nun Akteur, wie ich es immer haben wollte. Etwas verändern. Dafür muss man auch agieren. Und dafür muss man Positionen einnehmen. Abwägen aller Möglichkeiten ist gut für den Meinungsbildungsprozess, aber irgendwann muss man sich festlegen, in welche Richtung es weitergehen soll. Es werden nicht alle damit zufrieden sein, aber das ist in Ordnung. Das muss so. Ich bin es nur nicht gewöhnt. Über die Jahre des bloggens bin ich viel zu gut geworden, Dinge so zu umschreiben, dass es jeder akzeptieren kann. Als sei ich ein mittelmäßiger Politiker.

Wir wussten, dass ich in die Rolle reinwachsen muss, jedoch war mir nicht klar, wie lange es dauern würde und wie schwer ich mich teilweise täte. Ich stolpere. Zumindest jetzt wieder vorwärts und nicht auf der Stelle.

Falls ihr Tipps habt, wie man den Drang von allen gemocht zu werden, umgehen oder zumindest reduzieren kann, gerne in die Kommentare oder per Mail.


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