Ich schaff das schon allein! - Welch großer Irrtum!

Von Wernerbremen

Das Foto wurde von Astrid Müller zur Verfügung gestellt


Meine heutige Morgennotiz
Ihr Lieben,

heute Morgen möchte ich Euch im Rahmen meiner Morgennotiz die kleine Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:
„Ich schaff das schon allein!“

„Stell Dir vor, zwei Freunde haben zur gleichen Zeit angefangen, Ski zu fahren. Im Winter fuhren sie immer getrennt zum Skifahren, jeweils in ein anderes Skigebiet. Nach drei Jahren fuhren sie zum ersten Mal wieder gemeinsam in den Skiurlaub.
Der Eine stellte sich oben an den Hang und raste im Parallelschwung elegant den Hang hinunter.
Sein Kollege kam 5 Minuten später im hilflosen Skifahren hinter ihm den Hang hinunter gestochert. Unten angekommen, fragte er ihn: "Sag mal, ich fahre genauso lang Ski wie du. Aber du fährst viel besser als ich, was hast du anders gemacht?".
Er antwortet: "Ich habe mir immer einen Skilehrer genommen, mach das doch auch!"
Der Andere sagt: "Das will ich aber nicht, sonst bin ich nicht mehr authentisch."

Ihr Lieben,

Viele Menschen, die ein Ziel erreichen, einen Traum verwirklichen wollen, glauben, sie dürften auf dem Weg dorthin keine Hilfe annehmen, denn sonst könnten sie, wenn sie das Ziel erreicht haben, den Traum verwirklicht haben, nicht richtig stolz auf das Erreichte sein, weil sie ja Hilfe benötigten!
Sie glauben dann, wie in unserer Geschichte, dass sie nicht mehr „authentisch“ sind, dass also das Geleistete nicht mehr allein ihr Werk sei und sie daher nicht mehr stolz darauf sein könnten.
Wenn ich in meinem Leben vor der Frage stehe, was richtig und was falsch ist, dann wende ich mich gerne dem ganz normalen Alltag zu, denn dort finde ich viele Antworten auf meine Fragen und muss daher nicht lange nach Antworten auf meine Fragen suchen.

Wenn ich heute Vormittag mit dem Fahrrad in die Stadt radele, dann kann ich das nur, weil jemand für mich das Rad gebaut hat. Ich kann mich auch nur deshalb aus dem Haus wagen, weil jemand für mich meine Anziehsachen hergestellt hat und jemand meine Schuhe produziert hat.

Aber sind deshalb mein Radfahren, der Umstand, dass ich Kleidung und Schuhe trage, weniger wert, nur weil ich all diese Dinge nicht selbst hergestellt habe? Nein!!!

Wenn ich heute Nachmittag ein wenig im Garten arbeite, kann ich das nur, weil mir jemand eine Schaufel und einen Rechen und ein paar Gartenhandschuhe hergestellt hat.

Aber ist meine Gartenarbeit weniger wert, weil ich die Schaufel, den Rechen und die Gartenhandschuhe nicht selber hergestellt habe? Nein!!!

Wenn ich heute Morgen diese Morgennotiz, heute Nachmittag die Tagesgeschichte und heute Abend meine Abendgedanken schreibe, dann geht das doch nur, weil jemand für mich den Computer hergestellt hat, auf dem ich schreibe.

Aber sind deshalb meine Notizen, meine Geschichten und Gedanken weniger wert, nur weil ich zum Schreiben ein Gerät (PC) benutze, das ich nicht selber hergestellt habe? Nein!!!

Ihr Lieben,

wie Ihr seht, sind wir im Alltag immer auf andere Menschen angewiesen, wenn wir in unserem Leben etwas erreichen wollen. Und wir sind auch nicht weniger authentisch, wenn wir fremde Hilfe annehmen (wie ich beim Schreiben meiner Geschichten).
Wenn wir einen großen Traum haben, den wir verwirklichen wollen, ein Ziel, das wir unbedingt erreichen wollen, dann müssen wir begreifen, dass wir, wie in den geschilderten Beispielen, Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen benötigen, um erfolgreich zu sein!

Lasst uns also immer, wenn es nötig ist, Hilfe annehmen, und auch anderen Menschen bei der Erreichung ihrer Ziele und der Verwirklichung ihrer Träume helfen.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner 

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt