ich nannte es Heinz

Die Welt um uns herum lässt sich ja bekanntlich ganz systematisch einteilen: In die "belebte" und die "unbelebte" Welt. Fische, Hirsche, Fenchel und Berliner gehören zu der belebten; Steine, Meer, Fernseher und Stacheldraht zur unbelebten Welt. Alles klar?
Neulich habe ich aber etwas gesehen, das in keine der beiden Kategorien passt - Austern! Aussen herum betonhart und hässlich braungraugrün, kalt und sprachslos. Kein Beine, keine Blüte und kein Gesicht. Weder Vieh noch Gemüse.
ich nannte es Heinz Neulich habe ich mir mal so eine gekauft. Gibt es im Migros für 1.90 das Stück. Ich wollte zu dem Ding ein wenig nett sein und nannte es drum „Heinz“.
Heinz versteckte sich zwischen zwei rauen Schalen. Etwas unhandlich, aber mit Werkzeug kommt man da dennoch ran. Es stellte sich heraus, dass Heinz bloss ein gräuliches Gschludder ist. Unansehnlich, ja hässlich. Aber ich schluckte ihn hinunter; roh! Heinz schmeckt gar nicht übel, jedenfalls deutlich besser als er aussah. Wie eingeschlafene Füsse - kalte, salzige eingeschlafene Füsse.
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