Ich kann Dir vertrauen!

Von Wernerbremen

Quelle: Raymy Graber-Schiltz

Ihr Lieben,
heute Nachmittag möchte ich Euch eine Geschichte von Maria Lorentz erzählen:
„Es ist ja mein Vater!“

„Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke.

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Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden:
Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?“

„Aber gewiss“, antwortete der Gefragte fröhlich und auch mehrere andere der Umstehenden stimmten der Frage sofort zu.

Würden Sie sich denn dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und sich von mir über das Seil fahren lassen?“, fragte der Schausteller weiter.

Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich.
Nein, dazu hatten sie nicht den Mut!
Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu.

Plötzlich meldete sich ein etwa 12-jähriger Junge. „Ich setze mich in die Karre“, rief er, kletterte hinauf und unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil.

Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall.
Einer aber fragte den Jungen: „Sag, hattest Du keine Angst da oben?
Oh nein“, lachte der, „es ist ja mein Vater, der mich übers Seil schob!

 
Ihr Lieben,
als ich diese Geschichte las, musste ich ein wenig schmunzeln:
Es ist zutiefst verständlich, was in unserer Geschichte geschieht:
In gefährlichen Situationen vertrauen wir uns am liebsten Menschen an,
zu denen wir ein gutes Vertrauensverhältnis haben.
Aber das ist nicht immer möglich, z.B. wenn wir krank sind und zum Doktor gehen müssen oder ein Krankenhaus aufsuchen müssen. Die Ärzte, mit denen wir zu tun haben, begegnen uns zumeist in weißer Kleidung, obwohl vom Gebrauchsgedanken her die weiße Kleidung eigentlich eher ungünstig ist, da sie sehr schnell Schmutz annimmt.

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Man hat die weiße Kleidung für Ärzte aus mehreren Gründen gewählt:
Auf diese Weise unterscheiden sich die Ärzte von allen anderen Menschen im Krankenhaus, aufgrund der weißen Kleidung ist sofort zu erkennen, wann es sich um einen Arzt handelt.
Die weiße Farbe soll aber auch Hoffnung auf Genesung und Gesundheit signalisieren, denn die Farbe Weiß bedeutet Reinheit, Freiheit von Krankheit.
Außerdem soll die weiße Kleidung der Ärzte bei den Patienten Vertrauen wecken, denn gerade im Krankenhaus ist das Vertrauen sehr wichtig.
Stellt Euch doch einmal vor, Ihr würdet im Krankenhaus liegen und solltet am nächsten Morgen operiert werden:
Plötzlich öffnet sich die Türe und herein kommt ein Mann in einer Badehose, der an den Füßen Schwimmflossen hat und auf dem Kopf eine Taucherbrille trägt. Dieser Mann stellt sich dann als Professor Müller vor und teilt Euch mit, dass er derjenige ist, der Euch am nächsten Tag operieren wird.
Ich vermute, wenn Ihr noch laufen könnt, werdet Ihr das Krankenhaus ganz schnell verlassen, denn zu einem Arzt in einer solchen Berufskleidung hättet Ihr kein Vertrauen.

Ich habe dieses Beispiel bewusst erzählt, um zu verdeutlichen, wie wichtig Vertrauen ist. Am besten ist es, wir können wie der Junge in unserer Geschichte vertrauen.

Denn in Not und Leid, in Schwierigkeiten und Krankheitsfällen ist es gut, wenn wir Menschen an unserer Seite haben, denen wir vertrauen können.

Deshalb sollten wir unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen, zu unseren Freunden, Bekannten und Verwandten pflegen, denn auf diese Menschen erst dann zurückzugreifen, wenn man in Not ist, das funktioniert meist nicht.

Ich wünsche jedem von Euch einen guten Freund an die Seite, eine liebe Partnerin, einen lieben Partner, einen lieben Menschen. Ich wünsche Euch nun einen fröhlichen Nachmittag, genießt das schöne Wetter noch und seid herzlich aus Bremen gegrüßt vom Weserstrand
Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen