Ich habe heute einen wunderbaren Menschen kennengelernt.Er hat sich heute umgebracht

Ich habe heute einen wunderbaren Menschen kennengelernt.Er hat sich heute umgebracht
Wenn Du das auf Twitter liest:
ES HAT NICHT FÜR EIN GANZES LEBEN GEREICHT
dann wirst Du stutzig. Das klingt so abschließend, dass Du sofort losrennen möchtest, und den Menschen vor dem Finale zu erreichen und ihn bitten, es nicht zu tun. Nicht wegzugehen. Für immer. Ich habe ihn erst heute kennen gelernt. Und heute hat er sich umgebracht.
Was für ein Mensch!
Und wie lapidar diese Pressemeldung:
BOCHUM.DER SEIT MONTAG VERMISST GEMELDETE #JOHANNES_KORTEN WURDE VON DER POLIZEI TOT AUFGEFUNDEN.HINWEISE AUF EIN FREMDVERSCHULDEN KONNTEN NICHT FESTGESTELLT WERDEN.
Johannes Korten war als Blogger bekannt. Er schrieb nicht nur über soziale Themen, sondern engagierte sich auch für seine Mitmenschen. In einem frühen Blog hat er Auskunft über sich selbst gegeben:
"Meine Name ist Johannes. Geboren wurde ich 1974 während des Endspiels der Fußball-WM, bei dem Deutschland gegen Holland gewann und Weltmeister wurde. Eine besondere Fußball-Leidenschaft hat dies jedoch nicht zur Folge gehabt und auch in Holland fühle ich mich noch immer willkommen. Seit mehr als 10 Jahren schreibe ich in dieses Internet und blogge in meinem Jazzblogüber Musik und alle möglichen, mich bewegenden Themen. Beruflich schaffe ich in der GLS Bank und kümmere mich dort im Marketing um die Online-Kommunikation in allen ihren Facetten. Wenn ich nicht gerade blogge oder arbeite, tobe ich mit meinen Kindern herum, erradle das schöne Ruhrgebiet oder koche gern rezeptlos."
Sein Lieblings-Jazzstück war Dave Brubecks "Take Five". Sie werden es sicher auf seiner Beerdigung spielen. Er mehr als fünf Leben gelebt, als Familienmensch, als Freund, als Musiker, als Schriftsteller und Blogger, als Kämpfer gegen die Not von Mitmenschen...
Seine Maxime war: Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es dazu machen. Er hat immer wieder zu Love-Storms aufgerufen, zu Aktionen, an denen sich Tausende beteiligt haben.
Als sein Schriftsteller-Freund Kai-Eric Fitzner einen Schlaganfall erlitt und dessen Familie vor dem Nichts stand, startete Korten eine beispiellose Aktion im Netz. Unter dem Hashtag #einbuchfuerkai bat er die Twitter-Gemeinde, den Roman "Willkommen im Meer" von Fitzner zu kaufen. Der rangierte bei Amazon damals auf Platz 60.000. Innerhalb von 20 Stunden schoss das Werk auf Platz 1 der Bestseller-Liste und verdrängte die Biografie von Thomas Gottschalk. Auch das Spenden-Konto , das Korten für die Familie eingerichtet hatte, füllte sich. Fitzner geht es heute offensichtlich besser, wenn auch sein Sprachzentrum noch nicht ganz wieder hergestellt ist.
DER TOD IST EIN ARSCH twitterte Korten damals, als sein Freund im Koma lag. Aber auch das Leben wurde für Korten unerträglich. Wir hätten ihn doch noch so sehr gebraucht! Ich hätte ihn so gerne wirklich kennen gelernt. Ich glaube fest daran, dass wir Freunde geworden wären.
„Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter. Das wäre mir ein letzter Trost. Vielleicht bekommt mein Dasein dann doch noch einen Sinn.“ – Johannes Korten

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