I found, did I ?! oder warum der Schritt, sich zu verlieben, so verdammt viel Mut erfordert und so verwirrend ist

 

I found, did I ?! oder warum der Schritt, sich zu verlieben, so verdammt viel Mut erfordert und so verwirrend ist

 

I found, did I ?! oder warum der Schritt, sich zu verlieben, so verdammt viel Mut erfordert und so verwirrend ist (Copyright: Laura Gibson – Lauraland)

Wie weiß man eigentlich, ob man verliebt ist? Für jemanden wie mich, der es ewig nicht mehr war (glaube ich), eine verdammt schwierige Frage.

Vor allem, wenn man in den Jahren, in denen man ohne viel darüber nachzudenken alleine durch das Leben gerauscht ist und sich damit gut eingerichtet hat, keine sonderlichen Erwartungen hatte, ist es wie ein Blitzschlag.

Berufliche Ziele und Family & Friends standen in meinem Leben im Fokus. Ja, ein Partner wäre sicher nett gewesen. Aber es hatte sich einfach nicht ergeben und es ging eben wunderbar auch ohne. Musste ja eigentlich, zwangsläufig. Dafür ist das Leben allgemein viel zu spannend. Ich musste auch auf nichts verzichten, habe alles erlebt, vielleicht mehr, als das, was man als junger Mensch so durchschnittlich erlebt.

Ich hatte mich eingerichtet, mich nicht sehr auf den in den Jahren immer trostloser wirkenden Singlemarkt geworfen. Das hatten Freundinnen übernommen, die sich, leider, mit nicht wenigen Blessuren darin verfangen hatten.

Auch habe ich einfach nicht darüber nachgedacht, ob ich alleine bin oder nicht. Es hat sich auch nicht wie Alleine sein angefühlt.

Und nun? Was hat sich verändert?

Oder mal anders gefragt:

Was ist eigentlich, wenn man die Sache, diese Sache mit dem Verliebtsein und der Liebe, schlicht und einfach verlernt hat?

Wenn man raus aus dem Spiel ist?

Out of Game?

Dunkel erinnere ich mich an Teenagertage, wie es sich früher angefühlt hat, dieses Gefühl und all das, was es mit sich brachte.

Die überschwengliche Euphorie, die einen packte, wenn der Schwarm zu einem herübersah,
die eine ganz bestimmte Geste, von der man natürlich überzeugt war, dass sie nur einem selbst gegolten hat,
das Herzklopfen, bei dem man sicher war, dass jeder in einem Umkreis von 10 Kilometer ohrenbetäubend von diesem Krach genervt sein muss…

Ich merke gerade, das mir ein Schmunzeln auf den Lippen liegt.

Aber, und da wird es Ernst, man vergisst doch all zu leicht, wie sich dieses Gefühl angefühlt hat. Im Alltag, im Strudel der beruflichen Herausforderungen, in der Bindung an all die Verpflichtungen, in die man sich eingebunden hat oder hat einbinden lassen.

Wenn man vergessen oder verlernt hat, wie das Verliebt-zu-sein-Gefühl sich anfühlt bzw. es zu erkennen, sieht man plötzlich gar keine Zeichen mehr.

Wo ist der Unterschied zwischen einem freundlichen Lächeln und DEM Lächeln? Das Lächeln, das dir Schmetterlinge in den Bauch jagt, das Lächeln, das dir sagt „Ich bin an dir interessiert“, das Lächeln, das dich fliegen lässt…

… oder ist es eben nur ein Lächeln, dass dir einfach nur einen „Guten Tag“ wünscht?

Wenn ich nun so darüber schreibe, merke ich immer mehr, wie ich unheilvoll in etwas hineinrutsche oder vielleicht auch schon mittendrin in etwas bin.

Das Schlimme ist, dass es sowas von aus heiterem Himmel, ohne Vorwarnung, über mich hereinbrach, fast unbemerkt. Und plötzlich war es mit einer Heftigkeit da, mit der ich kaum umgehen kann. Ausgelöst durch jemanden, der fast wie zufällig durch einen kleinen Seiteneingang unbemerkt in mein Leben getreten ist. Ob es wichtig ist, das er es ist, weiß ich gar nicht. Aber: Er hat etwas in mir ausgelöst, was erloschen zu sein schien.

Aber reicht das schon, um sich mit geschwellter Brust hinzustellen und zu sagen: „Ja, ich bin verliebt“?

So oder so… Es hat mich in den Abgrund des Gefühlschaoses gestürzt und zerrt ein Thema in meinem Leben zum Vorschein, das vergessen, vergraben, ad acta gelegt worden war – von mir oder vom Leben selbst, das ist im Moment nicht von Bedeutung.

Sich diesen neu/alt/wiedergekehrten/wieauchimmer-Gefühlen zu öffnen, ist, wie nach einem harten Aufschlag auf dem Boden aufstehen zu müssen. Es erfordert viel Kraft und ist irrsinnig schmerzhaft.

Nun sitze ich hier in meinem Lieblingscafe, mit verwirrenden Gefühlen kämpfend und Robin Beck wagt es genau in diesem Moment, aus den Lautsprechern mit Inbrunst „Frist Time“ in mein Ohr zu schmettern.

Und in diesem Moment begreife ich: Ich bin verloren.

Prima… danke dafür, Robin! Nicht sehr hilfreich gerade… ach, nochwas bei der Gelegenheit, Robin: Die 80er waren eh nur doof!