Hybrid Taste: Pop-Up-Restaurant in Kiel

Leben

Hybrid Taste: Pop-Up-Restaurant in Kiel


Daniela Daniela 9. Oktober 2016 hybrid-taste-teaser

Pop-Up-Stores sind mittlerweile bekannt, aber kennt Ihr auch Pop-Up-Restaurants? Diese neue Form der Gastronomie hat mittlerweile auch Kiel erreicht und am 08. Oktober 2016 durfte ich das Event „Hybrid Taste“ live miterleben. Und ich kann Euch schon jetzt sagen: es war ein Genuss.

DIE VILLA in Kiel

Das Event fand Freitag und Samstag in der VILLA Kiel statt und Gastgeber von „Hybrid Taste“ waren Christoph Bickel und Marrius Thiependa Sievers. Christoph werden viele Kieler vom „Eis-Paradies „ kennen. Die langen Schlangen im Sommer vor seiner Eisdiele sind schon legendär. Marrius verwöhnt dagegen als Chef de Partie die Gäste des „Hotel Birke“ – ein renommiertes Hotel in Kiel.

Hybrid Taste in der VILLA in Kiel

DIE VILLA inside

Wir waren um 19 Uhr da und haben in einer gemütlichen Ecke der VILLA Platz genommen. Wer mochte, konnte zum anstehenden 6-Gänge-Menü eine Weinbegleitung dazu nehmen. Als Nicht-Wein-Trinkerin habe ich darauf verzichtet und nur Wasser von Viva con Agua zum Essen genossen. Das Menü wurde im Vorfelde als „radikal regionale Küche“ angeteasert und es ist wirklich erstaunlich was man alles essen kann, wenn es nur richtig zubereitet ist. Wer hier Standard-Beilagen wie Rucola oder Minzblätter erwartet hat, wurde überrascht. Löwenzahnköpfe, Kressesamen und vieles mehr wurden gekonnt gekocht und zelebriert. Ich habe mich bemüht so viele Details wie möglich zu notieren, denn jeder Gang wurden von einem der Köche oder dem tollen Servicepersonal wunderbar erklärt. Schon da hat man deren Liebe zum Kochen und Interesse Neues in der Küche zu entwickeln gespürt.

Hybrid Taste: Amuse Gueule

Hybrid Taste - Amuse Gueule

Das Menü begann mit einem Amuse Gueule bestehend aus einem Zwiebeleistee (links oben), Kürbis mit Zwetschge (rechts oben) und einem Schmandkeks. Es wurde empfohlen den Zwiebeleistee mit Beifußessig zu exen. Sorry, ich habe es nicht hinbekommen, sondern brauchte drei oder vier Schlucke zum Leeren. Es war eine sehr interessante Mischung und war ein Hinweis auf einen vielversprechenden Abend. Kürbis liebe ich und in Kombination mit der Zwetschge und dem Salz wirklich sehr lecker. Beim Schmandkeks gab es noch getrocknete Holunderblüten dazu, die – wenn ich mich recht erinnere – wie Kapern behandelt wurden. Auch dieser Happen war sehr lecker und der cremige Schmand sehr intensiv.

Danach folgte etwas, was die Jungs gern scherzhaft als „Samenerguss“ angepriesen haben.

Hybrid Taste - Amuse Gueule

Ziegenfrischkäse mit selbstgepflückten Löwenzahnknospen und Kresse-Samen, die zuvor in Wasser eingelegt wurden. Ich esse normalerweise keinen Ziegenkäse und auch Löwenzahn habe ich zuvor noch nicht probiert, aber auch diese Kombination hat mich überrascht und hat toll geschmeckt. Hier waren auch die Holunderblüten wieder mit dabei. Die letzte Zutat habe ich leider nicht mitbekommen.

Hybrid Taste: 1. Gang

Hybrid Taste - Gang 1

Wir kommen nun zum ersten offiziellen Gang und der sah nicht nur wie ein Kunstwerk aus, sondern war auch geschmacklich ein Gedicht. Saibling mit Kohlrabi und einer giftgrünen Petersilien-Sauce. Dazu gab es auch Kaviar vom Saibling, der war aber nicht so meins. Weniger wegen der Konsistenz, eher geschmacklich. War mir zu salzig. Aber das liegt auch daran, dass ich es generell nicht so salzig mag. Ich habe aber mit bekommen, dass die anderen Gäste den Kaviar ebenso toll fanden wie die anderen Zutaten auf dem Teller. Und da kann ich nur zustimmen.

Der Fisch. Himmlisch. Die Sauce. Wunderbar. Und Kohlrabi schmeckt mir auch immer. Dazu die Haut des Saiblings, die zwar auch salzig war, aber mir trotzdem besser geschmeckt hat als der Kaviar. Dieses Gericht machte Appetit auf mehr.

Hybrid Taste: 2. Gang

hybrid-taste-gang-2

Der 2. Gang bestand aus kleinen Kartoffeln mit rohen und geschmorten Champignons in einer Butter-Mayonnaise mit Schnittlauch. Wenn ich sage, den Teller hätte ich am liebsten abgeleckt, sagt das wohl alles. Vor allem die Sauce war zum Niederknien. Aber ich habe mich zusammengerissen, den Teller nur mit dem Brot ausgewischt und einfach still genossen.

Hybrid Taste: 3. Gang

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Lass Euch nicht beirren. Dieser Gang war rein vegetarisch. Das was hier wie Fleisch aussieht, waren in Wirklichkeit köstliche Selleriesteine. In brauner Butter gebraten und anschließend im Backofen geschmort, bekommt dieser Sellerie eine unglaublich weiche Konsistenz. Dazu wurden Gurkenstücke und Brombeeren serviert. Darunter befand sich eine feine Gurken-Dill-Mayonnaise, die ebenfalls zum Dahinschmelzen war. Davon hätte ich gern noch mehr gehabt, und ich hoffe wirklich, dass ich noch einmal eine Gelegenheit bekomme, Sellerie in dieser Form zu genießen.

Hybrid Taste: 4. Gang

hybrid-taste-gang-4

Ein weiteres Highlight: das Stück vom Schwarzfederhuhn. Butterzart. Dazu knusprige Haut, die fein geraspelt wurde, sowie knuspriger Mais mit einem rohen Eigelb. Die Bestandteile der Sauce habe ich leider nicht notiert, aber ich glaube, dieser Gang kam bei allen Gästen am besten an. Das rohe Eigelb zusammen mit den knusprigen Zutaten war der Hammer. Das Stück Fleisch war genau richtig zubereitet und die Saucen waren auch wieder ein Gedicht.

Hybrid Taste: 5. Gang

hybrid-taste-gang-5

Der vorletzte Zwischengang bestand aus Deichkäse mit Stücken der gelbe Beete und einer Holunderblüten-Essig-Kapsel, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Clou der Kapsel: anstechen und die Flüssigkeit mit den anderen Zutaten genießen.

Hybrid Taste: 6. Gang

hybrid-taste-gang-6

Wie heißt es so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Das Dessert war ein mehr als ein gelungener Abschluss eines fantastischen 6-Gänge-Menüs. Buttermilch-Mus mit Stachelbeeren, Stücken aus Rosen-Baiser und die absolute Geheimzutat: Gin-Gelee. Das perfekte Dessert für laue Sommerabende oder eben für so einen tollen Abend.

Kurzum: ich habe an diesem Abend eine Menge gelernt und vieles Neues dazugelernt. Es ist erstaunlich was „Hybrid Taste“ aus Zutaten gekocht hat, die nur selten einen Weg auf den Esstisch finden. Der Slogan „Halb Mensch, halb Natur“ trifft eindeutig auf dieses Koch-Duo zu und ich hoffe, dass die beiden das Projekt Pop-Up-Restaurant in Kiel noch einmal wiederholen.

Hybrid Taste: In Action

Fotos: Daniela Hinz

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