Horst Schäfer: Licht und Schatten

Von Thomas_robbin

Horst Schäfer zählt auch international zu den bekanntesten Fotografen. Zwischen 1961 und 1980 war er als Bildjournalist für verschiedene Agenturen in den USA tätig, seit 1981 lebt er in Nürnberg. Dort zeigt das Museum Industriekultur ab 20. November 2012 eine Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstags, die insbesondere die vergangenen zehn Jahre seines Schaffens beleuchtet.

Ausstellungsbeschreibung

Aus Anlass des 80. Geburtstages von Horst Schäfer, international bekannter Fotograf und Nürnberger Kulturpreisträger des Jahres 2002, zeigt das Museum Industriekultur vom 20. November bis 30. Dezember 2012 eine Retrospektive mit Schwerpunkt auf seinem Schaffen der vergangenen zehn Jahre.

1932 im Westerwald geboren und aufgewachsen, erlernte Horst Schäfer zunächst einen handwerklichen Beruf und besuchte nach seiner abgeschlossenen Ausbildung, schon berufstätig, das Abendgymnasium. 1959/60 arbeitete er freiberuflich für die Sportpresseagentur Horstmüller. In dieser Zeit kam er autodidaktisch zur Fotografie.

Zwischen 1961 und 1980 war er als Bildjournalist für verschiedene internationale Agenturen in den USA tätig. Hier entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache rund um die Themen Architektur, Stadtlandschaften, Menschen und Natur. Dabei gelangen dem Fotografen, der in der Vergangenheit ausschließlich in Schwarz-Weiß arbeitete, Bilder mit eindrucksvollen Strukturen aus Licht und Schatten – Meisterwerke der Fotografie, die seine Fähigkeit offenbaren „vorhandene Bilder zu entdecken“, wie er es selbst formuliert.

„Dass die so entstehenden Fotos manchmal rätselhaft geraten, nehme ich eher unbeabsichtigt in Kauf. Es stört mich nicht, aber ich lege es nicht darauf an“, so Schäfer weiter.

Nach 20 Jahren in den USA, in denen er als Bildberichterstatter für nationale und internationale Zeitungen, Magazine und Fernseh-stationen tätig war, darunter New York Times, Washington Post und Chicago Tribune, ABC und NBC, kehrte Horst Schäfer 1980 nach Deutschland zurück und ließ sich im darauffolgenden Jahr in Nürnberg nieder. Seine Arbeit als Bildkorrespondent für Associated Press (AP) begann. Über 10 Jahre veröffentlichte er in großen deutschen Printmedien wie Stern, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, FAZ und vielen mehr.

Seit 1993 ist Horst Schäfer freischaffender Fotograf in der Stadt und über die Stadt. Viele seiner Bilder entstanden im Rahmen beruflicher Aufträge, quasi als „Nebenprodukt“, dank seiner Fähigkeit, eben „Bilder zu erkennen“. Die Liste seiner Auszeichnungen und Ausstellungen ist lang. Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Nürnberg.

Danach hat er sich keineswegs zur Ruhe gesetzt, sondern im Gegenteil immer neue Themen in der Heimatstadt und auf Reisen in alle Welt in Bilder verwandelt. Auch den neuen Techniken in der Fotografie gegenüber hat er sich geöffnet, hat experimentiert, aus-probiert und ist dabei dennoch seinem Stil treu geblieben.

Bei der im Museum Industriekultur aus Anlass seines 80. Geburtstages gezeigten Jubiläumsausstellung ist es Horst Schäfer ein besonderes Anliegen, gerade auch die Arbeiten dieser Dekade in den Vordergrund zu stellen.

Horst Schäfer zur Entstehung seiner Bildmotive: „Ich kann aus dem Haus treten oder einen Spaziergang machen, und plötzlich entdecke ich am Haus gegenüber oder an einem Zaun, den ich schon x-mal gesehen habe, etwas ganz Neues. Das mag an der Art liegen, wie gerade das Licht einfällt oder der Schatten liegt. Und dann entsteht ein Bild. So ein Augenblick ist unwiederholbar und nicht vorauszusehen. Ich weiß nie, was ich finde, wenn ich um die nächste Ecke biege. Alles kann mir auffällig werden. Es hängt nicht so sehr davon ab, was ich fotografiere, sondern wie ich das sehe.“

Quelle: Museen der Stadt Nürnberg

Wann und wo

Museum Industriekultur
Äußere Sulzbacher Straße 62
90491 Nürnberg

20. November bis 30. Dezember 2012