Hop – Osterhase oder Superstar?

Erstellt am 4. April 2015 von Denis Sasse @filmtogo

2010 landete Chris Meledandris Filmstudio Illumination Entertainment mit Ich - Einfach Unverbesserlich einen kleinen Überraschungserfolg im Animationsfilmgenre. Mit mehr als nur einer Prise schwarzem Humor, aber auch mit der nötigen Portion Kind-gerechter Moralvorstellungen, feierte das Studio mit diesem Film seinen Einstand in die Filmwelt. Im Auftrag von Meledandri hat Regisseur Tim Hill mit Hop - Osterhase oder Superstar? eine Realfilm/CGI-Vermischung auf die Leinwände gebracht, in denen reichlich Hoppelhasen und Osterküken zum Einsatz kommen. Dabei kommt ihm allerdings die Vorbelastung durch seinen 2007er Film Alvin und die Chipmunks nicht unbedingt zu Gute.

Im Gegensatz zu Alvin oder Genre-Kollegen wie Garfield und Yogi-Bär stützt sich Hop nicht auf einen Comic-Strip oder eine Cartoon-Serie der 60er oder 70er Jahre. Die Story aus der Feder von Cinco Paul und Ken Daurio, die gemeinsam bereits Drehbücher für Filme wie Horton hört ein Hu, Ich - Einfach unverbesserlich und Santa Clause 2: Eine noch schönere Bescherung geschrieben haben, orientiert sich viel mehr am letztgenannten Werk und liefert einen Feiertagsfilm zu Ostern, wie man ihn sonst fast nur zu Weihnachten beschert bekommt.

Hier ist es der Osterhase, der eine geheime Süßigkeiten-Fabrik auf der Osterinsel leitet, wo Schoko-Leckereien, Osterhasen und all die bunten Ostereier für das alljährliche Osterfest produziert werden. Sein Sohn E.B. (kurz für "Easter Bunny") soll in Kürze das Familienunternehmen weiterführen. Da sein Traum aber eine Karriere als Schlagzeuger in einer Rock-Band ist, läuft er am Abend vor seiner Krönungszeremonie einfach davon. In Hollywood trifft er auf den Träumer Fred ( James Marsden), der in seinen End-20er Jahren immer noch bei seinen Eltern wohnt und versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Der Osterhase schickt derweil die Eliteeinheit "Die Pinks" (süße Ninja-Häschen) auf die Suche nach seinem Sohn und das Ober-Küken Carlos versucht die Abwesenheit von E.B. zu nutzen, um die Oster-Tradition für die Küken an sich zu reißen.

Wo das Vorgängerwerk Ich - Einfach Unverbesserlich noch mit Zynismus und schwarzen Humor eher die Erwachsenen angesprochen hat und nur am Rande ein paar Kind-taugliche Scherze untergemischt wurden, ist Hop das exakte Gegenteil. Der Film funktioniert leider nach Schema F: Zu Beginn werden uns sowohl E.B. und Fred O'Hare (Hare = Hase. Ja, sie verstecken sich überall) als mit ihren jeweiligen Leben unzufriedene Hauptprotagonisten vorgestellt, deren Weg klar vorgezeichnet ist. Während E.B. seinen Traum verfolgt Schlagzeuger zu werden und seine Qualitäten als solcher von David Hasselhoff in einem Gastauftritt bestätigt bekommt, sehen wir James Marsden mit überzeichneter Comic-Mimik auf seiner erfolglosen Jobsuche. Die einzig mögliche Überraschung des Filmes wird dann leider bereits in der ersten Filmminute vorweg genommen.

Ansonsten bewirkt der Film für die Osterzeit, was andere Filme für die Weihnachtsfeiertage liefern. Es ist ein harmloser Familienfilm mit liebevoll gestalteten Animationen. Das Zielpublikum wird hieran nichts auszusetzen haben. Es gibt einen Rock-Hasen, viele bunte Süßigkeiten und Humor, den man ohne Bedenken den Kindern zumuten kann. Sie werden maximal eine Antipathie gegenüber kleinen, kuscheligen Küken entwickeln, die hier das Hasenvolk gemein hintergehen. Ansonsten möchte der Film nichts weiter, als das Osterfest ein wenig in das rechte Licht zu rücken. Sicherlich gibt es keine biblischen Verknüpfungen - ganz im Gegenteil, eher Fehlinformationen darüber, wie lange das Osterfest bereits besteht - aber neben der steten Vermarktung von Weihnachten, Halloween oder der amerikanische Thanksgiving-Tradition wurde es einmal Zeit für das Osterfest, eine filmische Verarbeitung zu bekommen.