Honecker hätte sich gefreut

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Honecker

Wenn Google ein neues Patent anmeldet, sollte man schon genauer hinschauen. Der neueste Antrag des Software-Riesen klingt wie die perfekte Hilfe für diktatorische Staaten. Es handelt sich um ein Handy-Programm, welches den Sicherheitsbehörden meldet, wenn sich größere Menschenmassen versammeln.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen sich auf einer Facebook-Party abseits der Innenstadt. Mehrere Hundert Menschen haben sich heute zusammengetan, um ihrer Freundin zum Geburtstag zu gratulieren und ein Ständchen zu bringen.  Doch statt der Freundin erscheint wenige Minuten später eine Hundertschaft Polizisten, um die Versammlung aufzulösen. Dann haben Sie nur noch die Möglichkeit schnell mit ihrem Handy ein Video auf Youtube hochzuladen. Ob dies funktioniert, liegt natürlich auch am Umstand, ob naheliegende Sendemasten von Internetprovidern noch eingeschaltet bleiben. Vielleicht aber wurden schon ihre Daten ausgelesen und mit Namen und Anschrift an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Dieses Szenario könnte bald Realität werden.

Google hat letzte Woche ein US-Patentantrag gestellt, der geeignet ist, um herauszufinden, wo öffentliche Versammlungen von hohem Interesse sind. Das Programm soll anspringen, wann immer Menschen in großer Zahl zusammentreffen. In diesem Moment soll eine Meldung an Dritte erfolgen, die potenziellen Empfänger stehen mit den Strafverfolgungsbehörden schon so gut wie fest. Diese nennt Google an erster Stelle, um schließlich noch Zeitschriftenverlage nachzuschieben. Vor allem dürften Diktaturen sich für diese Idee begeistern und bereit sein, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Die Technik beruht auf dem automatischen Upload von Videos. Sobald das System registriert, dass eine bestimmte Anzahl Clips mit ähnlichen Geodaten und Zeitangaben hochgeladen werden, schlägt es Alarm. Google + leistet sich mit dem Party Modus schon eine ähnliche Funktion.

Einiges im Patentantrag spricht zwar dafür, dass Handynutzer die Möglichkeit haben sollten, dem Upload der Meldung zu widersprechen. Doch je nachdem, wo das System zum Einsatz kommt, lässt sich dies aushebeln. Besonders in den USA wird das Argument einer terroristischen Bedrohung besonders relevant sein. Es ist keine Überraschung, dass Google nun eine mobile Videoüberwachung plant, da in der Gesellschaft schon permanent alle möglichen Daten gespeichert werden. Wer heutzutage im Strom der Technik schwimmt, muss damit rechnen, permanent überwacht zu werden. Um uns das mitzuteilen, brauchen wir auch keinen Edward Snowden!

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Joern Petersen Joern Petersen

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