Hoher Lindkogel – mein Hausberg, 10.04.2011

Von Elip

So zwei, drei Mal im Jahr geh ich auf meinen Hausberg – letzten Winter bin ich nicht dazugekommen – aber jetzt im Frühjahr ist die ideale Zeit! Unten im Helenental werden jetzt auch die Bäume endlich grün, Unmengen von Bärlauch bedecken den Boden, und viele Blumen blühen. Weiter oben sind Blattknospen allerdings noch zu – was ein paar 100 Höhenmeter ausmachen!

Ich werde begleitet von Gernot (airborne aus dem GT), habe die Wanderung ausgeschrieben, es hat sich sonst aber niemand gemeldet. Wir treffen uns beim GH Cholerakapelle, Gernot ist mit Bahn und Bus dorthin gekommen. Der erste Teil des Weges ist nicht gerade schön. Über den Fluß und dann ein Stück auf dem berühmten „Wegerl im Helenental“ – das aber zurzeit sehr verunstaltet ist, weil oberhalb davon großflächig der Wald gerodet wird.

 

Wir turnen ein bissl über die teilweise noch quer über den Weg liegenden Baumstämme, kommen aber ganz gut durch. Auch der etwas später links abzweigende Weg, Zugang zum gelb markierten Steinigen Weg, ist noch ziemlich schlecht. Erst nach der Querung der ersten Forststraße (neben der Unmengen an riesigen Holzstößen liegen) ist der Weg wieder unversehrt und so schön wie eh und je.

Am Steinigen Weg Es "bärlaucht"

Nicht allzu steil, immer wieder einmal mit kurzen ganz flachen Passagen, gelangen wir langsam höher, queren noch zwei weitere Forststraßen. Haben wir den starken Wind weiter unten kaum bemerkt, so spüren wir ihn umso mehr, je höher wir kommen. Weiter oben gibt es noch zwei kurze steilere Stücke, dann wird es wieder flach, und in wenigen Minuten erreichen wir das „Eiserne Tor“ (die Tafel wurde neu gemalt!) und das gleichnamige Schutzhaus.

Wir sind recht zeitig dran, daher tut sich noch nicht allzuviel. Später wird es dann deutlich voller. Wir setzen uns hinein, für draußen ist es uns zu kalt – etlichen anderen aber nicht. Nach Vertilgung eines guten Mittagessens plaudere ich noch kurz mit der Wirtin. Im Winter hat es ja in der Hütte einen Schwelbrand gegeben, zum Glück nicht viel passiert. Es war aber alles sehr verrußt, daher haben sie die Wände neu gestrichen (soweit nicht Holz) – und die sehr schöne alte Tramdecke reinigen lassen!

Irgendwie dachte ich mir, etwas ist anders, aber was? Aha – die Decke. Die Wirtin erzählt mir, eine Firma in Oeynhausen (nahe Baden) wäre ihnen empfohlen worden, die reinigen sowas mit Trockeneis! Interessant, wieder was gelernt. Nach dem Essen steigen wir noch auf die Sina-Warte, von der man einen schönen Rundblick hat. Der Sturm vertreibt uns aber sehr bald von dort oben. Dann machen wir uns an den Rückweg, der ein bißchen länger sein wird wie der Hinweg.

Wir gehen immer am Kamm Richtung Osten entlang. Nach kurzer Zeit kommen wir zu einer kurzen sehr steilen und felsigen Stelle, mit einem Eisengeländer, dem „Brennersteig“. Stellt für uns kein Problem dar, obwohl das Stück bei Nässe recht unangenehm sein kann. Danach geht es wieder flacher weiter, bis wir nach längerer Zeit schon ziemlich weit unten in den Graben kommen, an dessen Ende das Jägerhaus steht. Früher einmal ein Gasthaus, jetzt nur mehr privat.

Daran vorbei haben wir noch einen kurzen Aufstieg vor uns, bevor es endgültig bergab geht und wir wenige Meter vor der Brücke über die Schwechat wieder das Wegerl erreichen. Für den Aufstieg haben wir 1:40 gebraucht, für den Abstieg 1:50 – 3 1/2 Std. sind nicht so sehr viel, aber ich bin trotzdem müde. Dafür sind wenigstens 670 Höhenmeter und 12 km zusammengekommen. Es war eine sehr feine, angenehme Frühjahrswanderung (wäre da nicht der allgegenwärtige lästige Sturm gewesen).

Die Fotos hat Gernot gemacht!