Hitzewelle und Stromausfall: die USA schlittern wieder einmal in eine hausgemachte Krise

Es gibt sie zuhauf, auch hier zu Lande, Leute, die den durch menschliche Einwirkungen befeuerten Klimawandel als Verschwörungs Lüge der grünen Maffia oder kommunistischen Internationale sehen. Klimaschwankungen hat es schon immer gegeben, und auch lange Zeit vor dem Menschen. Das ist richtig, und wird von den meisten Wissenschaftlern auch gar nicht bestritten. Es geht, um einen durch den Menschen künstlich beschleunigten Klimawandel.

Eine Veränderung kann immer mehrere Ursachen haben. Die Erdachse schwankt innerhalb von hunderttausend Jahren wie bei einem Kreisel ein wenig, sie neigt sich mal etwas unter die heute übliche 23% Bahnneigung, mal darüber. Damit wird die Sonneneinstrahlung verändert, Eis- oder Warmzeiten werden begünstigt. Auch andere Faktoren, wie die Lage der Kontinente, der Verlauf der Meeresströmungen, Vulkanausbrüche oder erhöhte Sonnenaktivitäten spielen im klimatischen Verlauf eine wichtige Rolle. Heute befinden wir uns am Anfang einer Warmzeit, die Temperaturkurve geht nach oben und zwar wesentlich schneller, als im natürlichen Verlauf.

Treibhausgase aus fossiler Verbrennung reichern sich in der Atmosphäre an. Co2, Wasserdampf, Methan, verschiedene andere Kohlenwasserstoffe. Industrie, Haushalt und Verkehr, aber auch die Landwirtschaft tragen dazu bei. Aus wirtschaftlichen Gründen wird diese Tatsache gerne verleugnet, und mit Verschwörungstheorien gekontert. Besonders in den USA gibt es eine durch die Erdölindustrie geförderte und beauftragte Wissenschaftlergruppe, die genehme Umweltgutachten erstellt, indem sie erhobene Forschungs – Daten von anderen Forschern falsch wiedergibt, uminterpretiert oder auch mal einfach weglässt. Die US Wirtschaft brummte weiter und pfiff ihre Gase ungefiltert in die Luft.

Nun haben aber auch die bevölkerungsreichsten Länder der Welt, nämlich China und Indien einen ungeheuren Hunger nach Energie, Ressourcen, Autos und Wohlstand entwickelt. Sie sehen nicht ein, dass sie sich nicht so schnell entwickeln dürfen wie die alteingesessenen Industrieländer und verweigern die Begrenzung ihrer Emissionen. Da kommt ordentlich was zusammen. Nicht gut fürs Klima. Die Folgen sind zu spüren. ast jährlich werden Temperaturrekorde gebrochen, zu milde Winter, oder mal zu kalte, zuviel regen, dann wieder alles zu trocken.

Aber: Die Häufung von Extremwetterlagen in den letzten 10 Jahren wird in den USA vom Grossteil der Politik und auch von der Bevölkerung ignoriert. Die Stürme, Tornados und Hitze Dürren; sie sind der Wille Gottes oder einfach nur statistischer Zufall. Wir, das Volk Gottes in god’s own land, sind nicht schuld. Naja, vielleicht haben wir ein bisschen zu wenig gebetet in letzter Zeit. Aber dennoch, es wird weiter genügend Profit erwirtschaftet, nicht für alle, aber fast alles für einige wenige. Der amerikanische Albtraum ist ausgebrochen, und immer weniger aus der Mitte der Bevölkerung glauben an die Mär  vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird. Die Industrie, der Markt und die alten Machteliten reagieren nicht darauf, und wenn, dann reflexartig mit abwehrender Gewalt. Occupy Terroristen verhaften, Greenpeace Kriminelle einkerkern und Anonymous vom FBI verfolgen lassen.

In Illinois, Chicago; um Washington und im Süden des Landes herrscht eine nie dagewesene Hitzewelle. Schon vormittags zeigte das Thermometer eine tripple digit, eine Dreifachziffer, 100 Grad Fahrenheit, über 35 Grad Celcius. Der nationale Wetterdienst bezeichnet das als außergewöhnlich und extrem. Und das ist es auch. 30 Tote wurden nach Angaben der Washington Post bereits gemeldet. Vor allem Alte und Kranke starben in der wahrhaft mörderischen Hitze. Stürme hatten letzte und vorletzte Woche Strommasten umgefegt und die Energieversorgung großflächig schachmatt gesetzt. Hunderttausende waren tagelang ohne Strom. Und auch heute sind fast 100.000 US Amerikaner ohne Strom für die so dringend benötigten Klimaanlagen. Das Stromnetz, das aus Gründen der Profitmaximierung sträflich vernachlässigt worden ist, könnte selbst im Bestzustand nicht mehr genügend leisten. Schalten alle Bewohner ihre Klimaanlage ein, berst das Netz. Wie in einem Entwicklungsland gibt es Stromzuteilungen für die verschiedenen Countys und Stadtbezirke. Wer unter diesen Umständen nicht endlich anfängt Ursachenforschung zu betreiben, dem ist nicht mehr zu helfen.

Es grüsst euch René Brandstädter – humanicum

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Quellen und Infos

Washington Post-D.C. heat wave flirts with all time high

ARD nachrichten

n-tv Bericht: http://www.n-tv.de/panorama/Hitze-toetet-30-Menschen-article6676281.html


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