Hintergrundinformationen zur Kastanien unter Befall der Kastanienminiermotte

Hintergrundinformationen von Dr. Barbara Jäckel, Pflanzenschutzamt Berlin Expertin im Bereich der Kastanienminiermotte.

Nach meinen Kenntnissen sind noch keine Kastanien durch die Kastanienminiermotte so stark geschwächt worden, dass sie deshalb gefällt werden mussten. Es konnte festgestellt werden, dass die Blütenleistung der Kastanie an stark befallenen Standorten geringer wird und auch die Früchte weniger und kleiner werden. Allerdings wird die Funktion der Kastanie durch die Reduzierung der Blattfläche bzw. die Vernichtung des Laubes infolge des Miniermottenbefalls erheblich eingeschränkt. Besonders in Städten, wo durch Laubbäume u. a. das Mikroklima, die Schattenbildung oder die Erhöhung der Luftfeuchte an heißen Tagen positiv beeinflusst wird, können diese Funktionen im Hochsommer – Frühherbst nicht mehr dauerhaft durch die Kastanie gewährleistet werden.

Die Projekte zur Untersuchung der Biologie und der Bekämpfungsmöglichkeiten der Kastanienminiermotte in Deutschland sind ausgelaufen. Derzeit werden verschiedene Einzeluntersuchungen im Rahmen der Hochschulforschung durchgeführt, u. a. in Berlin und Hannover, Göttingen. Auch einige Pflanzenschutzdienste der Länder und Institute des Julius-Kühn-Institutes (Berlin und Braunschweig) führen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Versuche zur Bekämpfung der Motte durch bzw. begleiten diese. Auch das Pflanzenschutzamt Berlin beschäftigt sich nach wie vor mit unterschiedlichen Fragestellungen. So werden die praktischen Möglichkeiten zum Einsatz von Gegenspielern sowie der Anwendung neuer Applikationstechniken für chemische Pflanzenschutzmittel geprüft. Gemeinsam mit dem Julius-Kühn-Institut erfolgen Untersuchungen über mögliche Rückstände von Wirkstoffen im Kastanienlaub und in den Blüten nach Pflanzenschutzmittelapplikationen.

Geeignete chemische Pflanzenschutzmittel sind für den öffentlichen Bereich in Deutschland nicht zugelassen, nur für den privaten Garten. Die günstigste Möglichkeit, die Schäden durch die Kastanienminiermotte im städtischen Bereich so gering wie nur möglich zu halten, ist die rechtzeitige Entsorgung des Falllaubes. Die Populationsdichte der Kastanienminiermotte kann in der 1. Generation an Standorten, wo das Laub nahezu vollständig eingesammelt wurde, über mehrere Jahre nachweislich um bis zu 70 % gesenkt werden. Dadurch haben die Bäume die Chance, im ersten Drittel der Vegetationsperiode ausreichend Assimilate zu bilden und ihre Vitalität zu erhalten. Diese Methode ist jedoch aufgrund örtlicher Gegebenheiten (Unterpflanzungen, Strauchbereiche, Parks etc.) nicht überall effektiv umsetzbar.

Da Spritzapplikationen an Großbäumen im städtischen Bereich aus unterschiedlichen Gründen sehr kritisch zu bewerten sind, liegt ein Schwerpunkt bei der Applikation von chemischen Pflanzenschutzmitteln bzw. bei der Entwicklung neuer Applikationsmöglichkeiten. Von Industrieunternehmen werden Injektionsverfahren getestet. Diese Verfahren sind in Deutschland gegenwärtig nicht zugelassen. Der Einsatz von Gegenspielern ist derzeit aus finanziellen Gründen nicht praktisch umsetzbar. Die Ergebnisse zeigen, dass man mit einer konsequenten Laubbeseitigung den Befall mit dem Schädling vermindern kann und dadurch bessere Überlebensbedingungen für die Rosskastanie erreicht werden.

( Quelle: sdw.de )


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