Hilfe bei (vererbten) Trauma

Von Heikedahl @HeikeDahl

Extremer Stress und Traumata werden an nachfolgende Generationen vererbt. So leiden Kinder und Enkel von Gewalt- oder Traumaopfern häufiger an Schlafstörungen. Als Jugendliche und Erwachsene finden sich dann vermehrt Depressionen oder Lebensängste. Selbst wenn diese das Trauma nie persönlich erlebt haben.

Stressvererbung in der Hirnforschung

Die Vererbung von Stressschäden wurde jetzt von der Schweizer Hirnforscherin Isabelle Mansuy untersucht. Sie trennte “frisch gebackne” Mäusemütter zeitweilig von ihren Babys und stresste die Muttertiere mit zusätzlichen Repressalien. Der Stress der Mütter übertrug sich auf den Nachwuchs. Die Mäusekinder begaben sich danach häufiger, als die Vergleichstiere in gefährliche Situationen. Auch entglitt deren Blutzuckespiegel vermehrt und sie verloren natürliche Verhaltensweisen.
Diese Symptomatik scheint noch recht “verständlich”. Doch Mansuy konnte außerdem nachweisen, das selbst spätere Generationen ein geändertes Verhalten aufwiesen. Die traumatisierten Mäusemütter gaben eine abgeänderte Micro-RNA an ihre Söhne weiter. Die Männchen vererbten wiederrum diese Information an ihre Nachfolger, obwohl sie und die Enkel selbst nicht dem Stress oder Trauma ausgesetzt waren. Quelle

Vererbte Traumata in der Homöopathie

Häufiges Behandlungsanliegen in der Homöopathiepraxis bei Erwachsenen oder Kindern sind unerklärliche, schwere Alpträume. Zum Beispiel von Krieg, Gewalt, Tod oder Atombomben. Gerade Eltern von betroffenen Kindern fragen sich dann, wie es zu solchen Träumen kommen kann, vor allem, wenn ihre meist sehr jungen Kinder, weder Kriegsfilme oder Nachrichten gesehen noch Krieg erlebt haben.

Betroffen scheinen vor allem Familien, deren Ursprungsfamilien aus intensiv betroffenen Kriegsgebieten (zB. Dresden) stammen, KZ- oder andere Kriegserlebnisse erleiden mussten. In fast allen dieser Ursprungsfamilien lassen sich dementsprechende Familientraumatas finden.

Homöopathische Möglichkeiten

Die Homöopathie kann hier helfend eingreifen. Einige Arzneien werden spezifisch für vererbte Traumatas oder posttraumatischen Stress eingestetzt. So finden in der Alptraumbehandlung zum Beispiel häufig die Nachtschattengewächse (Solanacae) Belladonna, Stramonium und Hyoscyamos Anwendung.

Auch wenn Kinder oder Erwachsene sehr vom Krieg fasziniert bzw. beeindruckt sind und evtl ein diesbezüglich auffälliges Verhalten zeigen, können oben genannte Mittel sowie Anacardium, Mercurius oder Plutonium nitricum ua. zur Behandlung in Frage kommen.

Steht ein eher vermeidendes Angstverhalten im Vordergrund, können evtl. Calcium carbonicum oder Arsenicum album angezeigt sein.

Findet sich zum Beispiel ein starkes Sammler- (Messi) oder Notverhalten mit Armutsgedanken, ohne das dies real begründbar wäre, können evtl. Calcium fluoratum, Sepia oder Arsenicum album helfen.

Bei Erwachsenen oder in Familiendynamiken verankertes Verhalten liegt häufig unbewusst verschüttet und ist somit für die Betroffenen selbst nicht erkennbar. Daher ist eine professionelle Therapie unabdingbar, um die Symptome auszuarbeiten und individuell behandeln zu können. Zur zusätzlichen Therapie und Diagnostik eignet sich außerdem das Familienaufstellen und die Hypnotherapie. ©Heike Dahl