Heuchlerbesen

Valentinstag, später Nachmittag, im Tankstellenshop tummeln sich verzweifelte Männer, die noch schnell einen Blumenstrauss ergattern müssen, um den häuslichen Frieden, den sie durch ihre Vergesslichkeit ruiniert haben, wieder herzustellen. Einer nach dem anderen packt einen billigen, potthässlichen in Plastik gehüllten Blumenstrauss in den Einkaufskorb und ich denke: Arme Kerle, mehr als ein knappes Dankeschön werden sie nicht bekommen für ihre Liebesmüh. Würde “Meiner” mir einen solchen Heuchlerbesen überreichen, ich wüsste tausend Wege, um mich erkenntlich zu zeigen. Ich könnte ihm das Ding zum Beispiel um die Ohren hauen. Oder die Blüten in feine Streifen schneiden, leicht andämpfen und ihm als Beigemüse servieren. Oder das Ding vor seinen Augen als WC-Bürste verwenden. Oder die Blütenköpfe den Katzen zum Spielen überlassen. Oder… Ach, was zerbreche ich mir auch weiter den Kopf, ich werde ja doch nie mit einem solchen Strauss beglückt. “Meiner” räumt mir am Valentinstag bloss das Zimmer auf und lässt mir ein Bad ein, damit ich die anstrengende Woche in Ruhe ausklingen lassen kann. 

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