Herrendiener sind wieder im Trend

Veröffentlicht am April 21, 2014 von

Zunächst sollte einmal an alle Uninformierten gerichtet werden, was mit diesem etwas missverständlichen Begriff „Herrendiener“ denn eigentlich gemeint ist. Herrendiener sind Ständer der besonderen Art, denn an ihnen sollen keine gewöhnlichen Sachen, sondern die guten Anzüge bzw. deren Bestandteile aufgehängt werden, also Hose, Hemd, Sakko, Krawatte, Frack, Fliege usw. Das hat gerade bei Herren, die in Berufen mit einer gewissen Bekleidungsvorschrift arbeiten, einen Komfortvorteil: Man muss nicht jeden Tag denselben Anzug aus dem Kleiderschrank zerren, sondern kann ihn sich abends dank des Herrendieners ganz bequem neben dem Bett aufhängen.

“Herrendiener” früher

Dabei war früher das Wort „Herrendiener“ noch wörtlicher zu verstehen: Bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es in feinen, adeligen Gesellschaften Diener, die den Herren beim Anziehen der pompösen Sachen halfen und sie während des Umziehens wohl auch hielten. Später kamen dann Möbelstücke hinzu, als individuelle Menschenrechte weiter gestärkt wurden und Dienerschaft verpönt wurde.

Man kann also verstehen, warum Herrendiener zunächst einmal im 21. Jahrhundert überhaupt nicht trendy erscheinen: Wer will schon etwas mit dem Muff einer Zeit zu tun haben, in der sich reiche Leute noch wie selbstverständlich Diener und Sklaven hielten? Und auch wenn es seit langem so etwas nicht mehr nicht gibt, müssten Herrendiener dann nicht auch als Möbelstücke schrecklich altmodisch aussehen?

Nun, eben nicht – mehr! Herrendiener der heutigen Zeit profitieren von den Segnungen moderner Materialverarbeitung genauso wie alle anderen Möbelstücke: Sie sind leichter, heller, stabiler, umweltfreundlicher und gewagter im Design. Und gerade was das Design angeht, kann man im Fall von Herrendienern zwei verschiedene Vorrichtungen vor Auge haben und nicht glauben, dass beide für dieselbe Verwendung gedacht sind.

Klares Bild vor Augen

Beispielsweise sieht man im Online-Shop eine Abbildung eines Herrendieners, der noch leicht als solcher erkennbar ist: Da gibt es zwei Stangen, die parallel in die Höhe ragen, auf Zweidrittelhöhe mit einer waagerechten dünnen Strebe und oben herum noch einmal mit einer dickeren, nach oben gewölbten Metallstange verbunden sind. Auf diesen Stangen und Streben kann man dann die Anzugsachen drüber hängen.

Doch dann gibt es heute auch noch ganz anders gestaltete Herrendiener, die zunächst nur für moderne Kunst gehalten werden könnten. Ein Exemplar eines Herrendieners ist etwa einbeinig, hat oben herum einen Bogen (für Hemd und Sakko) und eine vor sich montierte Gabel, über der dann die Hose gehängt wird.

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