Helena Marten: Der Zitronengarten

Helena Marten: Der ZitronengartenFrankfurt, 1764:
Bei einem tragischen Unglück stirbt der Vater von Luisa Montanari, der zu Frankfurts angesehensten Kaufleuten gehörte.
Die nächste Überraschung folgt bei der Testamentseröffnung, denn obwohl Luisa ihrem Vater schon lange assistierte setzt dieser ihren verschwundenen Bruder Roberto als Erben ein und für den Fall dass dieser verstorben ist, erbt Luisa das Geschäft nur zur Hälfte gemeinsam mit ihrer ihr bisher unbekannten Halbschwester Francesca.
Obwohl Luisa und ihre Mutter bisher gut alleine zu Recht gekommen sind, wird ihr nun ihr Cousin Pier-Luigi als Geschäftsführer vor die Nase gesetzt und dieser scheint statt Geschäftssinn eher einen Sinn für unsinnige Investitionen zu haben. Auch die neue Schwester scheint keine große Hilfe zu sein und schlägt sich auch noch auf die Seite der Verwandtschaft. Nun bleibt Luisa nichts anderes übrig, als einen Beweis dafür zu finden, dass ihr Bruder noch am Leben ist.
"Der Zitronengarten“ von Autorin Helena Marten (wobei sich hinter diesem Pseudonym zwei Autorinnen verbergen) ist ein historischer Roman, der sich mit dem Kaufmannswesen und der Frau in der Gesellschaft im 18. Jahrhundert auseinandersetzt und eine aus Italien eingewanderte Familie in den Fokus setzt. Erzählt wird hauptsächlich aus den Perspektiven der Halbschwestern Luisa und Francesca Montanari, die sich zunächst noch nicht kennen und sehr verschiedene Leben führen. Gerade diese Gegenüberstellung der sehr unterschiedlichen Schwestern fand ich interessant und belebend für die Handlung. Als Figur mag ich Luisa etwas mehr, da ich mich besser mit ihr und ihrer Denkweise identifizieren konnte. Auch die Nebenfiguren können überzeugen, wobei ich jedoch Pier-Luigi und seine Eskapaden ein wenig überzeichnet fand.
Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle in "Der Zitronengarten“, jedoch dominiert dieses Thema nicht die Handlung, was ich sehr angenehm fand. Im Mittelpunkt steht für mich Luisas Entwicklung und die Familie Montanari, die erst als wirkliche Familie zusammenwachsen muss.
Meine einzige Kritik an diesem Buch ist nur, dass die Handlung an manchen Stellen ein wenig gestrafft werden könnte und der Zufall hier mehr als einmal den Protagonisten in die Hände spielt.
Insgesamt gesehen hat mich "Der Zitronengarten“ jedoch gut unterhalten und ich kann es insbesondere an Leser empfehlen, die leichte historische Romane mögen, in denen mehr die Figuren als die Epoche im Vordergrund stehen.

So habe ich bewertet:
Helena Marten: Der Zitronengarten
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Weitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden sich auf der Homepage des Diana Verlages.