Heimatliebe Blogparade: Darf ich vorstellen? Weißenburg in Mittelfranken

Von Miriam Zöllich @bayern_reise

Ein wirklich, wirklich tolles Projekt hat das Team hinter dem Blog Teilzeitreisender ins Leben gerufen: Die Heimatliebe Blogparade! Hier dürfen Blogger ihre Heimat vorstellen, und alle Beiträge werden auf einer interaktiven Heimatliebe-Landkarte eingezeichnet. Und so freue ich mich, die Leser mit meiner kleinen, aber feinen Heimatstadt Weißenburg bekannt zu machen. Hier kommt #4xHeimatliebe aus Mittelfranken!

Kurz zu den Fakten: Weißenburg hat rund 18.000 Einwohner und liegt im Dreieck zwischen Augsburg, Ingolstadt und Nürnberg. Ohne direkten Autobahnanschluss, dafür aber auch ohne viel Hektik.

Nach sieben Jahren Studium und Arbeit in München habe ich mich 2014 dazu entschlossen, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Für viele Großstädter unverständlich, doch für mich gibt es weit mehr als die folgenden vier Gründe

#Heimatliebe 1: Die Altstadt

Eine mittelalterliche (fast vollständige) Stadtmauer, bunte Fachwerkhäuschen, ein gotisches Rathaus und eine barocke Kirche: Die Altstadt von Weißenburg kann sich optisch schon wirklich sehen lassen! Vor allem dann, wenn sie Kulisse für zahlreiche Veranstaltungen bietet. Egal ob Altstadtfest, Kneipenfestival, Weihnachtsmarkt oder Radrennen.

Ob gerade eine Veranstaltung läuft, findet man am besten im Event-Kalender der Stadt Weißenburg oder in jenem des regionalen Kulturmagazins Carpe Diem heraus.

Und was, wenn gerade kein Event ist? Dann tut man einfach das, was man in hübschen Städtchen so macht: Man sucht sich ein nettes Restaurant oder Café mit Außenbestuhlung und genießt einfach ein leckeres Essen, ein Eis oder einen Cappuccino. Besonders gut geht das zum Beispiel in der Mocambo-Bar direkt vor dem historischen Rathaus.

Ach ja: Weil Weißenburg meine Homebase ist, entstehen dort natürlich auch viele der Bilder in meinem Instagram-Account.

Das Ellinger Tor – Wahrzeichen von Weißenburg

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 19. Mär 2015 um 10:16 Uhr

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 18. Mär 2015 um 14:25 Uhr

Aussicht vom Büro mal anders. #tinyplanetfx #altstadt #view #oldtown #Bavaria #bayern #germany #travel #travelblog #smallworld #photography #spring #summer #sun #sunny #sunnyday

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 16. Mär 2015 um 2:19 Uhr

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 27. Dez 2014 um 6:45 Uhr

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 18. Dez 2014 um 7:33 Uhr

 #Heimatliebe 2: Die Festung Wülzburg

 Achtung, Verwechslungsgefahr! Wir sprechen hier tatsächlich nicht von der unterfränkischen Stadt Würzburg, sondern von der Wülzburg. Das ist eine imposante Festung aus dem 16. Jahrhundert, die auf dem Berg oberhalb von Weißenburg thront.  

Auf die Geschichte und Architektur will ich jetzt gar nicht weiter eingehen; wen es interessiert, dem sei der sehr ausführliche Wikipedia-Artikel nahegelegt.   

Luftbild Wuelzburg“ von Myratz in der Wikipedia auf DeutschSelbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons.

Was man aber definitiv machen sollte, wenn man in der Gegend ist: Die Wülzburg anschauen. Um die fünf Bastionen des Bauwerks herum führt ein wunderschöner Spazierweg mit grandioser Aussicht auf Weißenburg und die Umgebung.

Und auch die Führungen durch das Innere der Festung kann ich wärmstens empfehlen; hier geht es vom Dach bis hinunter in die Kerker. 

Ab und an finden dann noch ein paar Veranstaltungen im Innenhof der Wülzburg statt, beispielsweise das Oldtimer-Treffen anlässlich der Altmühltal Classic Sprint.  

#Heimatliebe 3: Das fränkische Seenland vor der Tür

 Nur eine 15-minütige (motorisiert) oder 40-minütige Fahrt (auf dem Rad) von Weißenburg entfernt liegt das fränkische Seenland mit Großem und Kleinem Brombachsee, Igelsbachsee, Altmühlsee und etwas weiter weg der Rothsee. Einen ausführlichen Artikel zum Großen Brombachsee kannst du hier lesen.

Die Seen sind einfach unglaublich idyllisch. Das Wasser ist tiefblau, der Sandstrand breit und einladend. Ein Tag am Brombachsee ist für mich wie ein Kurzurlaub am Meer! 

Endlose Touristenströme wie beispielsweise an den Seen um München gibt es hier nicht, aber dennoch eine brauchbar ausgebaute Infrastruktur mit Strandbistros und kleinen Eiscafés.

Auf dem Trimaran MS Brombachsee kann man Cocktails schlürfend in den Sonnenuntergang schippern oder an bestimmten Tagen mit Yoga auf dem Sonnendeck in den Tag starten.  

 

Ein von Bayern Reiseblog (@bayernreise) gepostetes Foto am 3. Apr 2015 um 8:20 Uhr

#Heimatliebe 4: Die Bratwurst.

Jaja, lacht ihr nur. Ihr Unwissenden! Die altmühlfränkische Bratwurst ist eine Offenbarung. Naja, zumindest dann, wenn man auf zünftige Regionalküche steht. Wer das nicht tut, kann meine leidenschaftliche Abhandlung ja gerne überspringen. Aber ich würde euch raten, es nicht zu tun!

Was aber ist nun so besonders an dieser Wurst, die in diesem Teil von Franken als regionale Spezialität bekannt ist?

Sehr gut erklärt ist die Eigenheit der “Broudwoschd”, wie die Einheimischen sie nennen, auf der Internetseite der Region Altmühlfranken. Ich zitiere:

Verwendet wird Schweinfleisch, das gesalzen und mit maximal zwei Gramm Piment, zwei Gramm Muskatnuss, zwei bis drei Gramm Majoran und ein bis drei Gramm Pfeffer pro Kilo Fleisch gewürzt wird.

Das ganze kommt dann in einen Schweinedünndarm und wird zu Würsten gedreht. Wichtig: Die ganze Masse bleibt roh, ist also nicht vorgebrüht wie etwa die berühmte Nürnberger Bratwurst.

Altmühlfränkische Bratwurst

Das Ergebnis: Die Wurst ist unvergleichlich frisch, saftig (ohne fett-triefend zu sein), und durch die Kräuter lecker würzig. Folgende Varianten der fränkischen Bratwurst kennt man:

  • Gebraten mit Sauerkraut : Der Klassiker. Man bestellt einfach “Zwo” oder “Drei” mit Kraut. Der Wirt weiß, was gemeint ist.
  • Im Weggla: Gebratene Wurst im Weißbrötchen, meist mit Senf. Bratwurst to go.
  • Als Saure Zipfel im Zwiebelsud: Die rohen Würste garen in einem Sud aus Essig, Weißwein und Zwiebeln, dazu gibt es fränkisches Krustenbrot.
  • Als Bratwurst-Salat: Gebratene Bratwurst in Scheiben geschnitten und (meist mit Zwiebeln) als Salat angemacht. Dazu Brot.
  • Als Bratwurstsülz’n: Die gebratene Wurst wird mit Brühe, Gelatine und einigen Extras (oft Essiggurken, Zwiebeln) eingekocht. Sieht glibbrig aus, aber die Franken stehen drauf.
  • Als G’hackbrot: Wie Mettbrötchen, nur besser. Die rohe, gewürze Wurstmasse wird auf gutem fränkischen Bauernbrot mit Zwiebeln und Paprikagewürz serviert. Mein absolutes Lieblingsgericht.

G’hacbrot mit frischer Bratwurst

Und hier sollte man die regionale Spezialität in Weißenburg kosten:

  • Bräustüberl Zur Kanne: Traditionelles Wirtshaus in der Altstadt, in dem man vor allem den Bratwurst-Salat probieren sollte. Wer es experimentierfreudig mag, findet hier zum Beipsiel a
  • Zur Blauen Glocke: Dieses kleine Speiselokal ist im Nebenraum der Metzgerei Gempel untergebracht. Hervorragende Bratwürste zu guten Preisen. Vorsicht: Abends geschlossen!
  • Naturfreundehaus / Rohrberghaus: Hier genießt man sehr leckeres G’hackbrot auf dem Berg über Weißenburg!

Hier seht ihr übrigens, welche Regionen in Deutschland bei der Heimatliebe-Blogparade bereits vorgestellt wurden. Vielleicht ist eure Heimat ja auch dabei?