Heiligtümer in den römischen Nordwestprovinzen

Heiligtümer in den römischen Nordwestprovinzen
Eine Betrachtung vor dem Hintergrund neurowissenschaftlicher und evolutionsbiologischer Theorien.
Die Habilitationsschrift des Mainzer Archäologen Peter Haupt ist jetzt als epub und pdf bei Grée Mahé e-Publishing erhältlich.
Kurzbeschreibung
Das zentrale Element der vorliegenden Betrachtungen ist das Phänomen der archäo-logisch in zahlreichen Befunden sowie in schriftlichen Überlieferungen belegten antiken Vorstellung von der Heiligkeit bestimmter Orte und Objekte. Ein gesonderter Exkurs wird dem gallo-römischen Umgangstempel gewidmet, da dieser eine in den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches vorherrschende Tempelform darstellt.
Dem Autor geht es insbesondere darum, nicht originär archäologische Theorien deduktiv zur Erklärung eines vor- und frühgeschichtlichen Phänomens anzuwenden. Den räumlichen und zeitlichen Rahmen bilden dabei die römischen Nordwest-provinzen, doch werden immer wieder andere Kulturen herangezogen, wenn es um die Konvergenz von Teilaspekten geht. Diese Theorien entstammen vornehmlich der Soziobiologie bzw. Evolutionsbiologie, daneben kommen der Konstruktivismus sowie in geringerem Maße BLACKMORES Theorie der Meme zur Anwendung: Theorien also, die durch die revolutionären Ergebnisse der Neurowissenschaften in den letzten Jahren verstärkt in den Natur- und Sozialwissenschaften diskutiert werden.
Details zu Werk und Autor: http://gree-mahe-publishing.com/Fachbereiche/Archaeologie-prov-roemisch/Heiligtuemer-in-den-roemischen-Nordwestprovinzen.html
Leseprobe online: http://blog.gree-mahe-publishing.com/news/heiligtumer-in-den-romischen-nordwestprovinzen/
Einführung des Verfassers
Folgend werden von einem Archäologen Fragestellungen behandelt, die bisweilen den Rahmen der Archäologie scheinbar weit hinter sich lassen. In jüngerer Zeit – basierend auf rationalen Wissenschaften von der Antike über Renaissance und Aufklärung bis hin zu den modernen Kognitionswissenschaften – wird zunehmend menschliche Kultur in all ihren Facetten als denselben Gesetzmäßigkeiten unterworfen betrachtet, wie es alles Leben zu sein scheint. Bedenkt man die Probleme, die sich aus der Kollision von DARWINS Evolutionstheorie mit individuellen Vorstellungen von „göttlicher Schöpfung“ ergaben und auch immer noch ergeben, so mag man verstehen, welche Spannungen entstehen, wenn die Frage nach dem einen Sinn hinter aller Realität nicht mehr als unbeantwortbar, sondern als falsch gestellt angesehen wird (1): Konstruktivistisch betrachtet sind Sinn und Sinnfrage ein Konstrukt unseres Gehirns; außerhalb desselben sind sie in einer für uns nicht objektiv wahrnehmbaren, nur (wiederum subjektiv) als bitterkalt, farblos und zutiefst gleichgültig zu erahnenden Realität schlicht nicht nötig. In der resultierenden rationalen wissenschaftlichen Diskussion kann und muß der Archäologie eine wichtige Rolle zukommen: Evolutionären Gesetzmäßigkeiten folgende Entwicklungen führen schnell Jahrtausende zurück, auch kann über Befindlichkeiten längst untergegangener Kulturen viel leichter gesprochen werden, als über die unserer eigenen Gesellschaft. Vielleicht hat gerade aus diesem Grund WALTER BURKERT als Altphilologe seine Betrachtung der biologischen Grundlagen der Religion geschrieben (2) – ein Werk, das mir eine reichhaltige Inspirationsquelle war.
In der vorliegenden Abhandlung werden aktuelle Theorien, die vorwiegend aus dem Bereich der Naturwissenschaften stammen, explizit auf archäologische Befunde angewandt. Leider ist das Wissen um die Vergangenheit sehr lückenhaft und überlieferungsbedingt; dadurch kaum vermeidbare Ungenauigkeiten und Verallgemeinerungen bitte ich zu entschuldigen.
Ich danke dem Graduiertenkolleg „Raum und Ritual“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für ein zweijähriges Postdoktorandenstipendium. Für Hinweise und Diskussion bin ich außerdem Constanze Conrad, Annette Frey, Isabel Kappesser und Anke Scholz zu Dank verpflichtet. Christopher Pare danke ich für die ungewöhnliche Freiheit, die ich in der Einteilung von Pflicht und Kür am Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Mainz genieße. Nicht zuletzt bin ich meinem privaten Umfeld für die Nachsicht gegenüber meiner knapp bemessenen Freizeit verbunden.
(1) Siehe auch: R. DAWKINS, Gottes Nutzenfunktion. Spektr. d. Wissensch. 1/1996, 94-100.
(2) W. BURKERT, Kulte des Altertums. Biologische Grundlagen der Religion (München 1998).
Autor: Peter Haupt
Erscheinungsjahr: 2010
368 Seiten im Format DIN A4, 130 Abbildungen, davon 84 in Farbe
Dateigrößen: epub: 15MB, pdf: 13MB
Preis: 24,90 Euro inkl. MwSt.
ISBN 13 ePub: 978-3-942593-00-7
ISBN 13 PDF: 978-3-942593-01-4

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